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Wirtschaft Regional Potsdam statt Leipzig: Ringen um 35-Stunden-Woche geht in entscheidende Runde
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft Regional Potsdam statt Leipzig: Ringen um 35-Stunden-Woche geht in entscheidende Runde
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12:59 21.06.2019
Mit Aktionen in ganz Sachsen will die IG Metall jetzt die 35-Stunden-Woche auch im Osten durchsetzen. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Potsdam

Das Ringen um die 35-Studen-Woche in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie geht in die entscheidende Runde. Seit Freitag 17 Uhr läuft im Kongresshotel in Potsdam die sechste und womöglich entscheidende Verhandlungsrunde. Wie lange sie geht, ist völlig offen. Eigentlich hatte die Runde in Leipzig stattfinden sollen. Sie war aber im letzten Moment nach Potsdam verlegt worden – dem Vernehmen nach auf Wunsch der Arbeitgeber. Leipzig war ihnen nach den Aktionstagen, die es am Mittwoch bei Porsche und BMW gegeben hatte, offenbar ein zu heißes Pflaster.

Die IG Metall fordert, endlich auch im Osten die 35-Stunden-Woche einzuführen. In den alten Ländern gilt diese in der Metall- und Elektroindustrie bereits seit 1995, in den neuen Ländern wird dagegen weiter 38 Stunden gearbeitet. „30 Jahre nach dem Mauerfall müssen die Arbeitszeitmauern in den Betrieben fallen“, bekräftigte der IG-Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen seine Forderung.

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Beide Seiten ringen seit März um eine Lösung. Zunächst hatten sich beide sogar zuversichtlich gezeigt, bis Ende Juni zum Abschluss zu kommen. Dazu müsste es an diesem Wochenende nun eine Einigung geben. Bei der jüngsten Verhandlungsrunde am 12. Juni in Schwerin soll sich das Gesprächsklima aber wieder deutlich abgekühlt haben, berichten Teilnehmer. Die IG Metall fordert eine Anpassung an das West-Niveau bis 2030. Große Betriebe wie Porsche, BMW und VW sollen schon im April 2020 vorpreschen, die anderen dann nach und nach nachziehen.

Sollte es am Wochenende keine Einigung geben, dann will die Gewerkschafts das Ziel Betrieb für Betrieb einzeln durchsetzen – und dabei mit den großen Autofabriken von BMW, Porsche und VW in Sachsen anfangen. Alle drei hätten bereits im vergangene Jahr zugesagt, zu solchen Einzelgesprächen bereit zu sein, hieß es in Verhandlungskreisen. Sie seien dann aber vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall zurückgepfiffen worden.

Von Frank Johannsen