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Wirtschaft Regional Promigäste und neue Location: Mittelständischer Unternehmertag zieht in die Leipziger City
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19:01 08.10.2019
Die zum „Lebendigen Haus“ umgebaute ehemalige Hauptpost am Leipziger Augustplatz ist die neue Heimat des Mittelständischen Unternehmertags. Quelle: Frank Johannsen
Leipzig

Obama kommt am Mittwoch nach Leipzig. Nicht Barack Obama, der Ex-US-Präsident, sondern seine ältere Halbschwester Auma Obama. Die Germanistin und Soziologin, die in Berlin studiert hat und in den vergangenen Jahren schon mehrfach zur „Golf Charity“ in Leipzigwar, spricht auf dem Mittelständischen Unternehmertag (MUT) über „Lebenslust statt Lebensfrust“.

Die 59-Jährige ist nicht der einzige prominente Gast bei der inzwischen 15. Auflage der Leipziger Veranstaltung. Mit dabei ist auch der Journalist Peter Brinkmann, der vor 30 Jahren mit seiner Frage in einer Pressekonferenz dazu beitrug, dass die Berliner Mauer noch in derselben Nacht geöffnet wurde.

Die Frage, die Schabowski ins Schwitzen brachte

Auf derlegendären Pressekonferenz am 9. November 1989hatte er, damals „Bild“-Korrespondent in Ost-Berlin, die entscheidende Frage gestellt, wann denn die gerade verkündeten neuen Reiseregeln in Kraft treten.

„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich“, stammelte der sichtlich überrumpelte SED-Mann Günter Schabowski. Wenige Stunden später wurde die Mauer dann unter dem Ansturm der DDR-Bürger tatsächlich geöffnet. Dabei sollten die neuen Regeln eigentlich erst am nächsten Morgen gelten.

Wie es dazu kam, erzählt Brinkmann nun auf dem MUT. Der Ort könnte nicht passender sein: Direkt am Augustusplatz, wo am Abend das Lichtfest an die erste große Montagsdemo in Leipzig vor genau 30 Jahren erinnert.

MUT verabschiedet sich vom Congress Center

Denn erstmals findet der MUT nicht im Congress Center Leipzig an der Messe ganz im Norden der Stadt statt, sondern direkt in der Innenstadt – in der zum „Lebendigen Haus“ umgebauten ehemaligen Hauptpost am Augustusplatz. Man habe sich ganz bewusst entscheiden, den Veranstaltungsort zu wechseln und dorthin zu gehen, „wo sich die Arbeitswelt mit der gesellschaftlichen Komponente auf inspirierende Weise vermischt“, sagte Simone Dake vom Veranstalter MUT Event und Messe GmbH.

Letzte Vorbereitungen: An der ehemaligen Hauptpost werden am Dienstag die Wegweise für die Veranstaltung angebracht. Quelle: Frank Johannsen

Erst vor zwei Jahre hatte die Firma die Organisation der Traditionsveranstaltung übernommen, die bis dahin der Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) organisiert hatte. Bereits vor einem Jahr wurde das Konzept behutsam entstaubt, mehr junge Unternehmer und Existenzgründer wurden ins Boot geholt. Jetzt wagen die Veranstalter auch beim Veranstaltungsort den radikalen Neustart.

Mischung aus Alt-Bewährtem und Neuerungen

„Wir wollten und mussten bewusst einen solch gravierenden Schritt gehen, um den MUT-Ausbruch zu verdeutlichen“, sagte Dake. „Auch wenn es definitiv kein leichter Schritt war.“ Dafür nimmt der Kongress nun das komplette „Lebendige Haus“ in Beschlag – alle sieben Etagen. Und die Abschlussparty am Abend steigt auf dem Dach – mit Blick aufs Lichtfest unten auf dem Platz. „Es ist ein Top-Programm geworden“, zeigte sich Dake zufrieden.

Alt-Bewährtes wie die zahlreichen Vorträge und Podiumsdiskussionen finden sich aber auch am neuen Ort wieder – und einige Neuerungen des vergangenen Jahres. Etwa das 2018 eingeführte Speed-Dating, bei dem Existenzgründer und etablierter Unternehmer im Acht-Minuten-Takt zusammengebracht werden. Das Format hatte die von der LVZ initiierte Startup-Schmiede Basislager vor einem Jahr eingeführt, um frischen Wind auf den Kongress zu bringen.

Nicht wieder aufgelegt wurde dagegen die Präsentationen im Fahrstuhl: Genau 60 Sekunden hatte vor einem Jahr jeder Existenzgründer, um sich während der Fahrt im Glasfahrstuhl des CCL zu präsentieren. Im „Lebendigen Haus“ ließ sich das nicht fortsetzen: Es fehlen dort schlicht die Glasfahrstühle.

Besucherzahl dürfte sinken

Auch bei der Besucherzahl wird der Kongress wohl nicht an die 1600 anknüpfen kommen, die zuletzt ins CCL kamen. So viele passen gar nicht ins „Lebendige Haus“. Statt auf Masse setze man auf Klasse, hieß es beim Veranstalter.

Volles Haus: Bis zu 4000 Besucher locket der Mittelständische Unternehmertag in früheren Jahren ins Congress Center Leipzig (CCL). Zuletzt kamen noch 1600. Quelle: Bertram Bölkow

„Bewusst haben wir in diesem Jahr eine neue Location gewählt, um die Betonung mehr auf die Inhalte, gute und direkte Gespräche, einen intensiven Austausch zu lenken“, sagte Dake. „Es geht uns mehr um Nähe und aktives, direktes Vernetzen über erfahrene, gehörte Inhalte.“ Mit dem bisherigen MUT sei die Veranstaltung deshalb nur schwer zu vergleichen.

Der MUT war 2005 vom BVMW ins Leben gerufen worden und entwickelte schnell zum wichtigsten branchenübergreifenden Leitkongress des Mittelstands in ganz Deutschland. In den besten Jahren kam an die 4000 Besucher nach Leipzig. Vor zwei Jahren gab der Verband die Organisation dann aber an die neugegründete MUT Deutschland GmbH ab.

Von Frank Johannsen

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