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Wirtschaft Regional Nach Aus in Leipzig: Ryanair fliegt jetzt von Dresden nach London
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16:22 09.04.2019
Ryanair fliegt künftig von Dresden nach London. Quelle: dpa
Dresden/Leipzig

Altenburg, Cochstedt, Leipzig, Dresden – der Billigflieger Ryanair setzt das Flughafen-Hopping in Mitteldeutschland fort. Nur anderthalb Wochen nach dem Rückzug aus Leipzig/Halle kündigte die Airline nun an, ab Ende Oktober nach Dresden zu fliegen. Bessere Konditionen als in Leipzig soll der Billigflieger dort nach LVZ-Informationen aber nicht erhalten haben. Schließlich gehören beide Airport zur gleichen Holding.

„Wir freuen uns mitteilen zu können, dass die günstigen Tarife von Ryanair in Dresden, unserem 15. und neuesten Flughafen in Deutschland, angekommen sind“, erkläre Marketingchefin Chiara Ravara per Pressemitteilung. „Unsere neue Strecke nach London-Stansted beginnt im Oktober 2019 und wird im Winter 2019 dreimal wöchentlich bedient, sodass Kunden in Sachsen bis März 2020 günstige Flüge nach London buchen können.“ Ob es im Sommer 2020 weitergeht, blieb zunächst offen.

Flughafen-Chef Götz Ahmelmann zeigte sich erfreut über den Neuzugang. „London ist eines der Ziele, das als Wunschdestination von Vertretern aus Wirtschaft und Tourismus immer wieder benannt wird. Daher freut es uns sehr, dass Ryanair die Verbindung aufnimmt und das Low-Cost-Angebot ab Dresden weiter ausbaut.“ Zugleich fügte er hinzu: „Jetzt kommt es darauf an, dass die Angebote von und nach Dresden rege nachgefragt werden, um die Strecke nachhaltig entwickeln zu können.“

Geflogen wird ab 29. Oktober jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Und anders als zuletzt in Leipzig/Halle, gehen die Flüge nicht am späten Abend, sondern vormittags. Jeweils um 9.50 Uhr landet die Maschine aus London in Dresden, um 10.25 Uhr hebt sie dann wieder Richtung britische Hauptstadt ab.

Ende März war Schluss in Leipzig

Dresden ist bereits der vierte Flughafen in Mitteldeutschland, den Ryanair zeitweise ins Programm nimmt. Erst Ende März hatte Ryanair sich aus Leipzig/Halle zurückgezogen – nach mehr als sieben Jahren. Zuvor hatte das Unternehmen nacheinander schon Altenburg-Nobitz in Thüringen und Magdeburg-Cochstedt in Sachsen-Anhalt angesteuert, um dann jeweils weiterzuziehen.

Als Grund für den Rückzug aus Leipzig/Halle hatte Ryanair im Herbst nur „kommerzielle Gründe“ genannt. Nach LVZ-Recherchen lag die Auslastung auf der London-Strecke aber durchweg bei über 80 Prozent. Das geht aus den Luftverkehrsdaten des Statistischen Bundesamtes hervor. In der Ryanair-eigenen Statistik dürfte die Auslastung sogar noch höher gewesen sein. Anders als die Behörde zählt der Billigflieger auch Passagier mit, die ihren gebuchten Flug am Ende gar nicht antreten und ihn verfallen lassen.

In Dresden ist es nicht der erste Versuch, nach London zu fliegen. Im März 2013 hatte die Air-France-Tochter Cityjet die Strecke ins Programm genommen – und zweieinhalb Jahre später wieder gestrichen. Grund war damals nicht zuletzt die Konkurrenz von Ryanair in Schkeuditz.

16 Flüge zu Spitzenzeiten in Leipzig

Ryanair war bereits im November 2011 nach Leipzig/Halle gekommen. Neben London-Stansted gehörten zeitweise auch die Airports in Rom, Mailand-Bergamo, Pisa und Trapani in Italien, Malaga in Spanien sowie Faro in Portugal ins Programm. Bis zu 16 Flüge pro Woche gab es in Spitzenzeiten.

Anfang 2013 hatte Ryanair-Chef Michael O’Leary beim Besuch in Schkeukitz sogar davon gesprochen, Leipzig/Halle zur fünften Basis in Deutschland zu machen und hier Flugzeuge fest zu stationieren. Mehr als 200. 000 Passagiere wollte er pro Jahr von Leipzig aus befördern. Das wäre rund ein Zehntel des gesamten Flugaufkommens in Schkeuditz gewesen.

Doch stattdessen strich O’Leary das Programm ein halbes Jahr später wieder zusammen: Alle Verbindungen bis auf London flogen aus dem Plan. Die britische Hauptstadt folgte Ende März 2019. 2011 hatte sich der Billigflieger bereits nach acht Jahren aus Altenburg-Nobitz verabschiedet – um stattdessen in Cochstedt bei Magdeburg anzutreten. Dort war 2013 schon wieder Schluss.

Flughafen AG setzt auf Billigflieger

Mit dem Wechseln von Leipzig nach Dresden ist es der Mitteldeutschen Flughafen AG, die beide Airport betreibt, nun zumindest gelungen, Ryanair als Kunden nicht ganz zu verlieren. Bereits Ende März hatte der gemeinsame Flughafen-Chef Götz Ahmelmann im Interview angekündigt, verstärkt auf Billigflieger setzen zu wollen. „Wir wollen auch mehr Touristen in die beiden Städte und die Region holen. Deshalb gehen wir gezielt auf das Segment Low-Cost-Carrier zu.“

Ganz neu ist Ryanair in Dresden nicht. Die Tochter Laudamotion hatte im Februar nach der Germania-Pleite angekündigt, ab 13. Juni von dort nach Mallorca zu fliegen. Vergangen Woche hatte die Airline dann angekündigt, die Strecke auch im Winter im Programm zu lassen, allerdings mit weniger Flügen pro Woche. In Dresden schon fest etabliert ist  zudem der britische Billigflieger Easyjet, der seit Ende 2010 Basel ansteuert.

Frank Johannsen

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