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Wirtschaft Regional Sachsen: 35.000 neue Industriejobs in zehn Jahren – jeder vierte entstand in Leipzig
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft Regional Sachsen: 35.000 neue Industriejobs in zehn Jahren – jeder vierte entstand in Leipzig
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23:10 31.07.2019
Blick in die Produktion des Volkswagen-Werkes in Mosel bei Zwickau. Quelle: Hendrik Schmidtdpa
Leipzig

In Leipzig sind in den vergangenen zehn Jahren rund 8000 neue Industriearbeitsplätze entstanden. Bei sachsenweit 35 000 neuen Industrie-Jobs kam damit fast jeder vierte in die Messestadt. Im Vergleich aller sächsischen Kreise und Städte legt Leipzig damit am kräftigsten zu und zwar um 64,4 Prozent. Selbst im vom Automobilbau geprägten Zwickau fällt das Plus mit 7242 neuen Industriearbeitsplätzen nicht so groß aus.

Gute Entwicklung

Bei der Landesarbeitsagentur Sachsens, die die Statistik für die Leipziger Volkszeitung erarbeitet hat, spricht man von einer guten Entwicklung. Für Agenturchef Klaus-Peter Hansen ist die Industrie das Rückgrat Sachsens. Unter Arbeitssuchenden seien die Stellen sehr begehrt, weil in der Regel gut bezahlt. „Zudem finden Arbeitnehmer in den Betrieben gute Bedingungen für Weiterbildung vor. Das gilt auch für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“

Ist damit das alte Klischee überholt: In Chemnitz wird das Geld erarbeitet, in Leipzig wird es vermehrt, und in Dresden wird es ausgegeben? Eher nicht. Laut Hansen ist beim Vergleich aller Kreise und kreisfreien Städte der Anteil der Industriearbeitsplätze in Leipzig mit 7,5 Prozent immer noch am geringsten. Aber auch in Dresden (9) und in Chemnitz (10,3) ist der Anteil gering, was Hansen darauf zurückführt, dass sich zumeist in den Gewerbegebieten im Umland der Städte Industriebetriebe angesiedelt haben.

„Das hängt mit der besseren Verkehrsanbindung zusammen.“ Wirtschaftsforscher Joachim Ragnitz macht für die gute Entwicklung in Leipzig vor allem die Nähe zu Flughafen, Autobahnen und Bahn verantwortlich. Der Vize-Chef des ifo-Instituts in Dresden rechnet mit weiteren Ansiedlungen von Industrieunternehmen, „was auch den Dienstleistungssektor stärken wird“.

Leipziger Gewerbeflächen gefragt

In der Tat ist die Nachfrage nach Gewerbeflächen in Leipzig groß. Deshalb macht die Stadt jetzt mit einem 54 Hektar großen neuen Industriegebiet in Seehausen Ernst und legt dafür den Planentwurf vor. Die ehemalige Ackerfläche sei für Großansiedlungen vorgesehen, heißt es. Mehrere Investoren würden bereits Interesse zeigen. Wer das ist, dazu macht die Stadt keine Angaben. Zuletzt ging Leipzig im Ringen um einen Investor leer aus.

Das umworbene Presswerk für Porsche siedelte sich im Star Park bei Halle an. Trotz des Wachstums von Leipzig: Spitzenreiter bei den Industriearbeitsplätzen unter allen sächsischen Kreisen bleibt Zwickau (24,3 Prozent) mit dem Großarbeitgeber VW und einer Vielzahl von Zulieferern. Ähnlich sieht es im Erzgebirgskreis (22,3) und im Vogtlandkreis (19,8) aus.

Auch im Bundesländerranking steht Sachsen gut da. Von den insgesamt rund 1,6 Millionen Beschäftigten im Freistaat arbeiten 234 000 in mittleren oder großen Unternehmen des Bergbaus oder im verarbeitenden Gewerbe. Mit diesem Anteil von 14,6 Prozent Industriearbeitsplätzen liegt Sachsen deutschlandweit im Mittelfeld, noch vor westdeutschen Ländern wie Hessen, Bremen oder Schleswig-Holstein. Thüringen (18,2) landet auf dem vierten Rang. Schlusslichter sind Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.

Von Andreas Dunte und Jens Rometsch

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