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Sachsen: Corona-Arbeitslosigkeit hat ein junges Gesicht

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22:18 30.07.2020
Das Gebäude der Arbeitsagentur in Leipzig. Quelle: Andreas Doering
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Leipzig/Chemnitz/Halle

Die Corona-Krise hinterlässt auf dem sächsischen Arbeitsmarkt auch im Juli Spuren. So stieg die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 597 auf 134 318. Das sind 20 578 mehr als im Juli des vergangenen Jahres.

Betroffen sind nach Angaben der Landesarbeitsagentur mit Sitz in Chemnitz vor allem junge Menschen. So waren mehr als 12 700 Sachsen unter 25 Jahren Ende Juli arbeitslos gemeldet, 2400 mehr als noch ein Jahr zuvor. Das ist der höchste Anstieg unter allen Altersgruppen, wie die Agentur mitteilt. Die jungen Fachkräfte hätten als Berufseinsteiger häufig befristete Verträge und einen geringeren Kündigungsschutz – daher müssten sie meist als Erste gehen.

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„Firmen sollten junge Fachkräfte nicht gehen lassen“

Agenturchef Klaus-Peter Hansen appelliert an die Unternehmen, die jungen Arbeitnehmer nicht ziehen zu lassen: Die Firmen sollten an die Zukunft denken und die jungen Fachkräften festhalten.

Ohne Kurzarbeit wären die Arbeitslosenzahlen weit höher. Nach Hochrechnung der Agentur haben im April 33 000 Betriebe konjunkturelles Kurzarbeitergeld für insgesamt 265 000 Beschäftigte beantragt. Im März waren es 20 000 Firmen für 145 000 Beschäftigte. Im Juli haben weitere 500 sächsische Betriebe Kurzarbeit neu angezeigt. Damit sei die Anzahl der neuen Anträge im Verlauf der Corona-Krise weiter zurückgegangen.

DGB: „Kurzarbeit verhindert anstieg der Arbeitslosigkeit“

Sachsens DGB-Chef Markus Schlimbach: „Der Arbeitsmarkt bleibt angespannt, aber bricht nicht ein. Kurzarbeit hilft und verhindert einen sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit wirksam.“ Auch viele andere konjunkturstützende Maßnahmen des Bundes und des Freistaates würden verhindern, dass die Arbeitslosigkeit deutlicher steigt.

Mehr als ein Warnsignal sei aber die hohe Betroffenheit von jungen Menschen bis 25 Jahren. „Die Unternehmen dürfen die jungen Menschen nicht im Regen stehen lassen. Wer in guten Zeiten den Mangel an Fachkräften beklagt, muss in schwierigen Zeiten alles dafür tun, um junge Menschen in Beschäftigung zu halten.“

70 300 Thüringer waren im Juli erwerbslos gemeldet

In Thüringen ist die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit Beginn der Corona-Krise nicht weiter gestiegen. 70 300 Thüringer waren im Juli erwerbslos gemeldet. Das waren knapp 300 Arbeitslose weniger als im Juni, aber 12 200 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt hätten durch die Corona-Pandemie in Thüringen knapp 14 000 Menschen ihre Arbeit verloren, heißt es bei die Landesarbeitsagentur.

Von März bis Juni sind in Thüringen 26 600 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Dahinter standen 305 300 Beschäftigte. Im Juli gab es nur noch 200 neue Anzeigen für insgesamt 2400 Beschäftigte.

Arbeitslosenzahl in Sachsen-Anhalt sinkt

In Sachsen-Anhalt waren trotz der Corona-Krise im Juli weniger Menschen arbeitslos als noch im Juni. Die Zahl ging um 900 auf 89 600 zurück. Das waren im Vergleich zum Juli des vorigen Jahres 10 700 mehr. Insgesamt hätten 17 300 Menschen wegen Corona ihre Arbeit verloren, konnten deshalb nicht vermittelt werden oder eine Qualifizierungsmaßnahme antreten. Auch in Sachsen-Anhalt ging die Zahl neuer Anträge auf Kurzarbeit zurück. Von März bis Juni meldeten 22 600 Betriebe für 222 600 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im Juli waren es noch 190 neue Anzeigen für insgesamt 4000 Beschäftigte.

Von Andreas Dunte