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Wirtschaft Regional Sachsens Arbeitsagenturen verhalfen 2000 Flüchtlingen zu einem Job
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22:00 21.12.2017
Nach eigenen Angaben hat die Agentur für Arbeit 2017 in Sachsen 2000 Flüchtlingen zu einem Job verholfen. (Symbolbild) Quelle: dpa
Chemnitz

Die sächsischen Arbeitsagenturen haben in diesem Jahr „weit über 2000 Migranten im Kontext Flucht und Asyl zu einem Job verholfen“. Das sagt in Chemnitz Klaus-Peter Hansen, Chef der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. Hinzu gekommen seien fast 200 junge Geflohene, die eine Ausbildung erhalten hätten. „Das sind deutliche Steigerungen gegenüber dem Vorjahr.“ Seinen Angaben zufolge fanden im vorigen Jahr 1200 geflüchtete Menschen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, 50 wurden in eine Lehrstelle vermittelt. Aktuell sind in Sachsen insgesamt 6500 geflüchtete Menschen arbeitslos gemeldet.

Schwierigere Aufgaben

Langjährige Werte besagten, dass pro Jahr rund zehn Prozent der Flüchtlinge zu vermitteln seien. „Wir brauchen also rein mathematisch betrachtet fünf Jahre, um die Hälfte derer, die aus Fluchtgründen zu uns gekommen sind, in Lohn und Brot zu bringen.“ Das sei viermal so langsam wie bei hiesigen Arbeitslosen, weil die Vermittlungshemmnisse einfach größer seien. Es fehle vor allem an Sprachkenntnissen, viele seien Analphabeten.

Hansen räumt ein, dass die jetzige Aufgabe schwieriger sei als in der Vergangenheit. „Wir wissen, dass die Herausforderungen bei Schulbildung, Ausbildung und Qualifikation der Menschen, die jetzt gekommen sind, deutlich über den früheren Erfahrungen liegen.“ Dennoch gelte: „Wir dürfen uns keine Zeit lassen, aber wir brauchen Geduld.“

Sorgen bereiten dem obersten Arbeitsvermittler des Freistaates die erwachsenen Flüchtlinge, die oft keine ausreichende Schulbildung hätten. Allein mit ihren Instrumenten könnten die Arbeitsagenturen und Jobcenter das nicht lösen.

„Keine Konkurrenz“ für Facharbeiter

Fachkräfte in Sachsen müssen nach Einschätzung des 55-Jährigen nicht befürchten, dass Flüchtlinge ihnen den Job wegnehmen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung begründet das mit der Lage auf dem Arbeitsmarkt. In den nächsten zehn Jahren würden allein aus demografischen Gründen im Freistaat 200 000 Menschen weniger im arbeitsfähigen Alter sein, weil immer mehr das Rentenalter erreichten und es an jungen Menschen fehle. Selbst wenn die aktuell 126 000 arbeitslos gemeldeten Menschen mitberücksichtigt würden, „brauchen wir Zuwanderung, um die Lücke zu schließen“. Zuwanderer seien keine Bedrohung, „sondern sind eine Bereicherung“, meint Joachim Ragnitz vom Dresdner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung. Da die meisten Geflüchteten keine hohe Qualifikation hätten, „sind sie für unsere Facharbeiter keine Konkurrenz“, so Hansen.

Allerdings könnten die Geflüchteten mittelfristig bis langfristig mit denjenigen in Sachsen konkurrieren, die keinen Abschluss hätten. Und das ist laut Hansen immerhin jeder vierte der 126  000 registrierten Arbeitslosen. Bei einfacheren Arbeiten, etwa bei Helfertätigkeiten, werde das Gedränge größer. „Da müssen wir ehrlich sein.“ Dennoch sieht Hansen für die Menschen in Sachsen große Chancen und viel Potenzial. „Wir sind auf jeden angewiesen, der in Sachsen leben und arbeiten möchte - unabhängig von Herkunft, Religion oder Hautfarbe. Jeder soll seinen Platz in unserer Gesellschaft finden – dabei helfen wir.“

Von Ulrich Milde

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