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Wirtschaft Regional Sachsens Bauern fürchten Ernteeinbußen durch Trockenheit
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21:45 01.07.2019
Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) steht an einem Mähdrescher auf einem Wintergerstenfeld. Sachsens Landwirte befürchten nach dem Dürresommer 2018 erneute Trockenheit. Quelle: Sebastian Willnow/dpa
Grimma

Die Trockenheit im Juni macht Sachsens Landwirten zu schaffen. „Wir fürchten um die Ernte des neuen Wirtschaftsjahres“, sagte Wolfgang Vogel, der Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes, am Montag in Grimma. Es sei unmöglich, derzeit eine genaue Ertragsprognose zu stellen. „Ich will noch nicht von einer Katastrophe reden, aber wenn es nicht regnet, sieht es schlecht aus“, betonte der oberste Bauer im Freistaat. Zuckerrüben, Mais und Kartoffeln benötigten dringend Wasser. Allein auf sandigen Böden rechnet der Verband mit Ertragseinbußen von bis zu zehn Prozent gegenüber dem fünfjährigen Durchschnitt.

Agrarminister Thomas Schmidt mit Sorgenfalten

Sachsens Agrarminister Thomas Schmidt (CDU) blickt ebenfalls mit Sorgenfalten auf die Ernte. „Die Trockenheit der vergangenen Tage hat den Regen der Wochen zuvor leider wieder wettgemacht“, sagte der Politiker. Dennoch hoffe er auf eine ordentliche Ernte. Bei der Wintergerste sehe es ganz gut aus, beim Weizen, der Hauptfrucht auf den 901 000 Hektar sächsischen Landwirtschaftsflächen, sei die Lage schwer einzuschätzen.

„Ich wünsche mir sehr, dass sich eine Notsituation wie im vergangenen Jahr nicht wiederholt“, sagte der Minister. Das Niederschlagsdefizit aus dem Jahre 2018 sei jedoch immer noch nicht ausgeglichen. Der Bund und die Länder hatten damals ein 340 Millionen Euro umfassendes Hilfspaket für die Bauern geschnürt. Von diesen Dürrehilfen profitierten in Sachsen 248 Betriebe. An sie wurden zusammen 20 Millionen Euro ausgezahlt.

Steuerlich begünstigte Risikoausgleichsrücklage

Derartige Zahlungen können nach Auffassung von Schmidt allerdings keine Dauerlösung darstellen. Er regte eine steuerlich begünstigte Risikoausgleichsrücklage an, „die uneingeschränkt für alle Betriebe gilt“. Damit könnten die Landwirte in die Lage versetzt werden, in guten Erntejahren Geld zweckgebunden auf die hohe Kante zu legen, um diese Gelder bei Witterungsschäden einzusetzen. Schmidt kritisierte, dass die Bundesregierung dieses Vorhaben bislang ablehnt.

Extremwetterlagen nehmen zu

Der Minister sagte, die negativen wirtschaftlichen Folgen der extremen Dürre des vorigen Jahres seien für die 5681 Landwirtschaftsbetriebe in Sachsen noch nicht absehbar. Das könne erst dann erfolgen, wenn die Bilanzen vorlägen. Da offenkundig Extremwetterlagen zunehmen, müsse den Bauern vorrangig Hilfe zur Selbsthilfe an die Hand gegeben werden. Dabei denke er an ein breit angelegtes betriebliches Risikomanagement etwa mit angepassten Sortenfolgen und einem ressourcenschonenden Bewässerungsverfahren. Schmidt verwies darauf, dass sein Ministerium bereits vor zehn Jahren entsprechende Vorschläge zur Anpassung an den Klimawandel vorgelegt habe.

Bewusstsein für Landwirtschaft fehlt

Bei alledem dürfe nicht vergessen werden, dass das vorrangige Ziel der Landwirtschaft sei, die Bevölkerung mit hochwertigen Nahrungsmitteln zu versorgen. Dass die Lebensmittelpreise durch die Auswirkungen der Dürre nicht gestiegen seien, deute auf hohen Wohlstand hin. Andererseits fehle dadurch das Bewusstsein für die Landwirtschaft. Sachsen habe etwa bei Schweinefleisch einen Selbstversorgungsgrad von 38 Prozent. „Ob importiertes Fleisch aus der Ukraine der bessere Weg ist, wage ich zu bezweifeln“, sagte der Minister.

Von Ulrich Milde

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