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17:18 13.08.2019
Künftiges Pressewerk von Porsche und Schuler in Halle, Stern-Park Quelle: Schuler Group
Halle/Leipzig

Davon hatte Leipzigs langjährige Porsche-Werksleiter Siegfried Bülow immer geträumt: Ein eigenes Presswerk sollte den stetigen Ausbau der Fabrik krönen. Zwei Jahre nach Bülows Abschied in den Ruhestand wird der Traum doch noch wahr – aber nicht in Leipzig, sondern in Halle. Seit knapp zwei Wochen laufen dort die Bauarbeiten.

Im Starpark in Halle haben jetzt die Bauarbeiten für das neue Porsche-Presswerk begonnen. „Erste vorbereitende Erdarbeiten sind Anfang August angelaufen“, sagte Hans Obermeier, Sprecher der Schuler Group, die das neue Presswerk zusammen mit Porsche errichtet und dann auch betreiben soll, gegenüber der LVZ. Zugleich wies er Berichte zurück, der Bau würde sich verzögern. „Das Projekt verläuft planmäßig.“

100 Millionen Euro fließen in das Projekt

Halle hatte im April den Zuschlag für das Presswerk erhalten, das dann zunächst vor allem das nur 23 Autobahn-Kilometer entfernte Leipziger Porsche Werk beliefern wird. 2021 soll der Standort den Betrieb aufnehmen. Dann sollen hier die Blechteile für den künftigen Elektro-Macan, den Porsche dann in seinem Leipziger Werk bauen will, entstehen. 100 Millionen Euro lassen sich Porsche und Schuler den Bau kosten.

100 Jobs entstehen dadurch neu. Und es könnten noch mehr werden: In Halle ist von bis zu 500 weiteren Jobs die Rede, die hier bis 2030 hinzukommen können. Sie werden dann aber nicht nur für Porsche arbeiten: Das Presswerk, an dem der Sportwagenbauer zur Hälfte beteiligt ist, soll gezielt auch andere Autobauer als Abnehmer anwerben. Wenn das gelingt, könnten nach der Eröffnung noch einmal weitere 400 Millionen Euro in den Ausbau des Standort fließen.

Stadt Halle kommt mit Anschlüssen nicht hinterher

Die „Mitteldeutsche Zeitunghatte jedoch Ende Mai berichtet, dass es zu Verzögerungen kommt – die das Projekt sogar komplett gefährden könnten. Die kommunale Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft (EVG) Halle-Saalkreis habe Probleme, die mit Porsche vereinbarte Erweiterung und Medienversorgung im Starpark bis zum 1. September 2020 sicherzustellen, hieß es. Dadurch könnte das Projekt nicht wie geplant umgesetzt werden. Schuler-Sprecher Obermeier wies das nun zurück. Es laufe alles nach Plan.

Für das Presswerk hatte Porsche mit dem Umform-Spezialisten aus dem baden-württembergischen Göppingen ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Denn Porsche beschreitet mit dem Projekt Neuland: Bisher wurden die Blechteile, die dann im werkseigenen Karosseriebau zusammengeschweißt werden, stets komplett von Zulieferern eingekauft – und zwar nicht nur in Leipzig, sondern auch im Stammwerk in Stuttgart. „Mit Schuler haben wir einen kompetenten und innovationsfreudigen Partner gefunden, der Maßstäbe setzt“, freute sich Porsche-Produktionsvorstand Albrecht Reimold über den Abschluss.

Leipzig zog bei Standortwahl den Kürzeren

Um das Presswerk hatte sich auch mehrere andere Standort in Mitteldeutschland beworben, darunter auch Leipzig selbst. Dass es am Ende aber nicht direkt am Leipziger Werk, sondern in Halle entsteht, begründete Porsche nicht zuletzt mit der Bodenbeschaffenheit. Wegen der Vibrationen beim Pressen muss der Untergrund eines Presswerks besonders stabil sein.

In Leipzig hätte dafür der Boden aufwendig verdichtet werden müssen. Im Halle ist das nicht nötig: Der Starpark direkt an der A14 war von vornherein für ein Presswerk ausgelegt worden. Daher war das Gelände nun ideal für Porsche.

Eigentlich wollte die Stadt hier 2001 BMW ansiedeln – samt Presswerk. Doch Halle ging damals leer aus, den Zuschlag erhielt Leipzig, wo inzwischen 5300 Mitarbeiter die Modelle 1er, 2er, i3 und i8 montieren. Umso mehr freute sich Halles OBM Bernd Wiegand (parteilos), nun wenigstens beim Porsche-Presswerk das Rennen gemacht zu haben. „Das ist der krönende Abschluss unserer Ansiedlungserfolge im Starpark.“

Von Frank Johannsen

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