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Wirtschaft Regional Tagebau-Kommunen protestieren gegen Leipzigs Kohleausstieg
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20:18 17.12.2018
Das Kraftwerk Lippendorf soll ab 2023 keine Fernwärme mehr nach Leipzig liefern. Quelle: Julia Tonne
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Leipzig

Die Ankündigung Leipzigs, 2023 aus der Braunkohle auszusteigen, bringt die südlichen Nachbarn gegen die Messestadt auf. In einem gemeinsamen Positionspapier fordern Betriebsräte und Bürgermeister aus der Tagebauregion vor den Toren der Stadt den Leipziger Stadtrat nun auf, die Pläne von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) zu stoppen. Zu den Unterzeichnern gehört auch der Landrat des Landkreises Leipzig, Henry Graichen (CDU), der vor seinem Wechsel ins Landratsamt Bürgermeister der Kraftwerkskommune Neukieritzsch war.

Der Plan, ab 2023 auf Fernwärme aus dem Kraftwerk Lippendorf zu verzichten und stattdessen ein eigenes Gasheizkraftwerk zu bauen, sei weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. „Werden Jungs Pläne realisiert, wird die Abwärme“, die bei der Stromproduktion ohnehin anfalle, „ungenutzt an die Umgebung abgegeben“, heißt es in dem Papier.

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„Zusätzlich kommt es zu steigenden CO2-Emissionen durch das Gaskraftwerk.“ Und teuer werde es auch, vor allem für die Leipziger, die mit Fernwärme heizen. Denn Gas koste mehr als die ohnehin anfallende Fernwärme in Lippendorf. Sollte wie geplant auf Biogas umgestellt werden, „fällt die Preiserhöhung noch dramatischer aus“.

Ausscheren Leipzig schwächt Position in der Kohlekommission

Zudem schwäche der Schritt Leipzigs die Position Sachsens in der laufenden Diskussion um den Strukturwandel in der Kohleregion. „Wir fordern von den Entscheidungsträgern der Stadt, ihr Vorhaben zu überdenken“, so der eindringliche Appell an die Leipziger Stadträte, die über die Pläne noch abstimmen sollen.

Zu den Unterzeichnern des Positionspapiers gehören neben Landrat Graichen und den Betriebsratsvorsitzenden Jens Littmann (Leag-Kraftwerk Lippendorf) und Volker Jahr (Mibrag) die Bürgermeister von Borna (Simone Luedtke, Linke), Böhlen (Dietmar Berndt, parteilos), Zwenkau, (Holger Schulz, CDU), Regis-Breitingen (Wolfram Lenk, Linke) und Neukieritzsch (Thomas Hellriegel, CDU) sowie der Leipziger Bezirksleiter der Gewerkschaft IG BCE (Bergbau, Chemie, Energie), Norman Friske.

Von Frank Johannsen