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Wirtschaft Regional US-Konzern baut Batteriefabrik für Elektroautos in Bitterfeld-Wolfen
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft Regional US-Konzern baut Batteriefabrik für Elektroautos in Bitterfeld-Wolfen
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21:13 08.05.2019
Foto: dpa
Bitterfeld-Wolfen/Magdeburg

In Bitterfeld-Wolfen soll eine riesige Batteriefabrik für Elektroautos entstehen. Der US-Hersteller Farasis will dort innerhalb von vier Jahren einen neuen Produktionsstandort hochziehen. Rund 600 Millionen Euro sollen investiert werden, mehr als 600 Jobs entstehen. Das kündigte das Unternehmen am Mittwoch in Magdeburg an. Bereits Ende 2022 soll die Produktion anlaufen.

Der US-Hersteller hatte im vergangenen Jahr angekündigt, eine erste Fabrik in Europa zu errichten. „Nach langer und intensiver Bewertung mehrerer Dutzend Standorte in ganz Europa, sind wir nun davon überzeugt, dass Bitterfeld-Wolfen für den ersten europäischen Fertigungsstandort von Farasis das beste Gesamtpaket für die nachhaltige Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien bietet“, sagte Sebastian Wolf, Geschäftsführer von Farasis Energy Europe.

Batterien für 80.000 E-Autos geplant

Farasis will in Bitterfeld-Wolfen mit einer Produktionskapazität von sechs bis zehn Gigawattstunden jährlich beginnen, wie der Chef für das Europa-Geschäft, Sebastian Wolf, sagte. Damit ließen sich etwa 60.000 bis 100.000 E-Autos ausstatten. Später könnte laut „Mitteldeutscher Zeitung“ auf 24 Gigawattstunden aufgestockt werden. Bisher produziert Farasis seine Akkus ausschließlich in China. In zwei großen Batteriefabriken werden dort Akkus für chinesische Hersteller produziert.

„Mit der Ansiedlung entstehen neue hochwertige Arbeitsplätze“, freute sich Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD). „Sachsen-Anhalt entwickelt sich zum Land der Zukunftstechnologien, bei uns nimmt die industrielle Elektromobilität Fahrt auf.“ Holger Hövelmann, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, sprach von einem „Haupttreffer für Sachsen-Anhalt“. Nach der Ansiedlung des Porsche-Presswerks in Halle im April sei das die zweite Erfolgsmeldung in kurzer Zeit.

Catl baut bereits in Arnstadt Batteriefabrik für BMW

Mit dem Neubau in Bitterfeld-Wolfen erhält Mitteldeutschland bereits seine zweite große Batteriefabrik für E-Autos: In Arnstadt baut bereits der chinesische Hersteller Catl ein solches Werk, das ebenfalls 600 Mitarbeiter haben soll. Die Startproduktion fällt dort mit 14 Gigawatt sogar noch etwas größer aus als in Bitterfeld. 240 Millionen Euro werden dort im ersten Schritt investiert.

Ab 2021 sollen dort dann die Akkus für die Stromer von BMW entstehen, vor allem für den geplanten BMW i-Next aus Dingolfing. Bei den beiden seit 2013 in Leipzig gebauten i-Modellen, dem E-Auto i3 und dem Hybrid-Sportwagen i8, kommen dagegen Akkus von Samsung aus Südkorea zum Einsatz. Das soll auch so bleiben, hieß es bei BMW.

Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass auch in Wittenberg eine große Batterie-Fabrik entstehen soll. Laut „Mitteldeutscher Zeitung“ will das Start-up-Unternehmen Tesvolt dort bereits in diesem Sommer die Produktion starten. Gebaut werden dort aber keine Akkus für E-Autos, sondern Stromspeicher für große Solaranlagen und für die Ladesäulen von Elektro-Autos. 60 Jobs entstehen neu.

Von Frank Johannsen