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Wirtschaft Regional Umland hängt Großstädte beim Einkommen ab
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20:13 24.04.2019
Die Mitarbeiterin einer Bank zählt 500-Euro-Scheine ab. Vor allem in ländlichen Regionen haben die Leute mehr Geld in der Tasche. Quelle: Matthias Balk/dpa
Leipzig

Beim Nettoeinkommen pro Kopf sind Leipzig und Dresden in Sachsen nur noch Schlusslichter, während die angrenzenden Landkreise Leipzig und Meißen Spitzenplätze belegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung.

Durchschnittlich 17 770 Euro netto pro Jahr hatte demnach jeder Leipziger 2016. Das ist nicht nur der niedrigste Wert in Sachsen, sondern auch der drittletzte Platz in ganz Mitteldeutschland. Schlusslicht der drei mitteldeutschen Länder war aber Halle im benachbarten Sachsen-Anhalt mit 17 218 Euro, 552 Euro weniger als in Leipzig. Die Dresdner kamen immerhin auf 18 992 Euro. Das reichte in Sachsen für den vorletzten Platz vor Leipzig. In anderen Großstädten wie Jena, Erfurt, Gera und Magdeburg sah es nicht besser aus.

Grund: Während die Einkommen in den Großstädten nur langsam zulegten, zogen sie auf dem flachen Land spürbar an. So konnten die Leipziger ihr Nettoeinkommen in den 16 Jahren seit 2000 nur um 5,4 Prozent steigern, die Dresdner um 5,6 Prozent.

Landkreis Leipzig Spitzenreiter in Sachsen

Der Landkreis Leipzig legte dagegen im selben Zeitraum um 21 Prozent zu, der an Dresden grenzende Landkreis Meißen sogar um 21,1 Prozent und der Saalekreis rund um Schlusslicht Halle um 21,6 Prozent. Pro Jahr entspricht das aber auch nur einem Plus von 0,9 Prozent. Die Landkreise Leipzig und Meißen schafften dadurch mit 20 438 beziehungsweise 20 022 Euro sogar den Sprung über die Marke von 20 000 Euro. Das gelang in Mitteldeutschland sonst nur noch Suhl.

„Die großen Steigerungen der Einkommen beobachten wir in eher kleineren ländlichen Kreisen“, sagte Studien-Mitautor Helge Baumann. „In den großen Metropolen“, so Baumann weiter, sei „die Entwicklung nach oben doch sehr moderat ausgefallen“. Das gelte aber nicht nur in den neuen Ländern, sondern bundesweit. Grund dürften nicht zuletzt Gutverdiener aus den Großstädten sein, die ins nahe Umland ziehen.

Schlusslichter sind in Nordrhein-Westfalen

Insgesamt habe der Osten sogar aufgeholt, fügte Baumann hinzu: Im Schnitt stieg das Nettoeinkommen hier seit 2000 von 81,5 auf 84,7 Prozent des West-Niveaus. „Es hat ein gewisser Aufholprozess stattgefunden.“ Allerdings liegen im Osten nur sechs von 77 Landkreisen über 20 000 Euro, im Westen dagegen 284 von 324. Bundesweites Schlusslicht ist jedoch Gelsenkirchen mit 16 203 Euro vor Duisburg (16 881 Euro), beide in Nordrhein-Westfalen. Auf dem drittletzten Platz bundesweit folgt die erste Ost-Stadt: Halle. Spitzenreiter ist der Landkreis Starnberg bei München mit 34 987 Euro.

Von Frank Johannsen

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