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Wirtschaft Regional Verbessern Tiere das Klima in Sachsens Büros?
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18:35 17.11.2018
Immer mehr Tiere dürfen ihre Besitzer ins Büro begleiten. (Archivbild) Quelle: Jörg Carstensen/dpa
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Dresden

Bello schläft unterm Schreibtisch, während Frauchen ihren Job erledigt: Tiere am Arbeitsplatz könnten im Wettbewerb der Unternehmen um gute Fachkräfte künftig wichtiger werden. „Darüber mag man schmunzeln. Aber ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem man sich vom Mitbewerber um eine Fachkraft abhebt, kann es allemal sein“, sagt der Sprecher der Industrie- und Handelskammer Dresden, Lars Fiehler, in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Die Betreuung des eigenen Vierbeiners sei für nicht wenige Angestellte genauso eine Herausforderung wie die Kinderbetreuung. Deshalb dürfe das Thema nicht unterschätzt werden, meint Fiehler. Zudem wirken sich Tiere - zumeist geht es da um Hunde - angeblich gut auf das Betriebsklima aus. Vor allem in kleinen Unternehmen sind sie hin und wieder anzutreffen, in den öffentlichen Verwaltungen müssen sie hingegen in der Regel vor der Tür bleiben.

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Keine Hunde im Leipziger Rathaus

In den Rathäusern von Dresden, Leipzig und Chemnitz ist es den Bediensteten untersagt, in städtische Diensträume Hunde mitzubringen. „Das ist in der Hausordnung geregelt“, heißt es aus Chemnitz. In Leipzig wurde die Entscheidung laut einer Sprecherin „unter sorgsamer Abwägung der Vor- und Nachteile“ getroffen. Ausnahmen gebe es nur für Beschäftigte, die im Alltag auf ein Tier angewiesen seien wie etwa einen Blindenhund. Dem Personalamt sei hier aber nur ein Fall bekannt.

„An Fabrikarbeitsplätzen und an Orten mit strengen Hygienevorschriften sind Hunde nicht möglich, Verwaltungsjobs eignen sich jedoch hervorragend“, sagt der Erste Vorsitzende des Bundesverbandes Bürohund e.V., Markus Beyer, in Berlin. Aber: „Es muss klare Regeln geben, vor allem in größeren Unternehmen.“ So müsse klar sein, in welchen Räumen Hunde erlaubt sind, in welchen nicht und in welchen sie an der Leine zu führen sind. „Es gibt Menschen, die haben Angst vor Hunden. Andere werden von Allergien geplagt. Darauf muss Rücksicht genommen werden.“

Besseres Wohlbefinden?

Ansonsten sind Hunde im Büro Beyer zufolge gut für die Mitarbeiter und auch für die Tiere. „Das Wohlbefinden beider steigt, Stress wird abgebaut - das ist gut für die Gesundheit und das Betriebsklima.“ Der Verbandschef gibt sich außerdem überzeugt, dass bei der Gewinnung von Fachkräften die Frage, ob ihr künftiges Unternehmen Tiere zulasse, zunehmend wichtiger wird. „Vor allem in der öffentlichen Verwaltung müssen da noch sehr dicke Bretter gebohrt werden.“

„Der Hund ist oft der Erste, der den Kunden begrüßt“, sagt Ronny Scheiding von der September Werbeagentur in Dresden. Die Französische Bulldogge etwa vertrage sich mit allen, sei verspielt und alle würden sie mögen. „Sie ist kein Beller.“ Im Raum steht ein Hundekörbchen. Auch andere Mitarbeiter hätten schon Hunde mitgebracht. „Das war völlig unproblematisch.“

Schon mehr als sechs Jahre begleitet wiederum der Cocker Spaniel „Bonnie“ die Zahntechniker-Meisterin Nadine Ebel in ihr Dresdner Labor. „Er ist gut für die Gesundheit“, sagt sie. „Ich bin so gezwungen, mittags Pause zu machen, schon um mit dem Hund an die frische Luft zu gehen.“

Von LVZ

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