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Wirtschaft Regional Volga-Dnepr baut zweiten Hangar am Flughafen Leipzig/Halle – 300 neue Jobs
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft Regional Volga-Dnepr baut zweiten Hangar am Flughafen Leipzig/Halle – 300 neue Jobs
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10:32 14.08.2019
Das Wartungshangar von Volga-Dnepr direkt an der A14. Direkt daneben soll ab kommendem Jahr ein zweites Hangar entstehen. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
Schkeuditz

Die russische Fracht-Airline Volga-Dnepr baut am Flughafen Leipzig/Halle ein zweites Wartungsterminal. Direkt neben dem bestehenden Hangar an der Autobahn A14, in dem vor allem die Antonow-Maschinen der Airline gewartet werden, soll eine zweite Halle entstehen. Das kündigte Uwe Jakob, Chef der Volga-Dnepr-Tochter Amtes, die den Hangar betreibt, am späten Mittwochabend bei einem nächtlichen Besuch von Sachsens Finanzminister Matthias Haß (CDU) an.

„Wir sind in Leipzig auf Expansionskurs“, sagte Jakob. Und der bisherige Hangar platze schon jetzt aus allen Nähten. „Daher beabsichtigen wir, daneben eine zweite Halle zu errichten.“ Und die werde „in etwas so groß werden, wie die bisherige“. Mit dem Bau solle im ersten Halbjahr 2020 begonnen werden, der Hangar dann zwei Jahre später in Betrieb gehen.

300 Jobs entstehen neu

Mindestens 300 neue Arbeitsplätze sollen dabei entstehen – „und zwar hoch qualifizierte Jobs“, wie Jakob hinzufügte. Und es könnten auch noch deutlich mehr werden. „Das könne auch 400 oder 500 werden.“ Gesucht würden qualifizierte Flugzeugmechaniker.

Die Belegschaft der Firma am Standort werde sich dadurch mehr als verdoppeln. Bisher beschäftigt Amtes in Schkeuditz 310 Mitarbeiter, darunter 250 Flugzeugmonteure. Bereits im kommenden Jahr will Jakob damit beginne, neue Fachkräfte für das zweite Hangar auszubilden.

In dem neuen Wartungshangar, das direkt westlich des bisherigen hochgezogen werden soll, will Amtes dann vor allem die kleineren Boeing-Frachtmaschinen warten, die die Volga-Dnepr-Töchter Air Bridge Cargo (ABC) und Cargo Logic Germany (CLG) in Schkeuditz stationieren wollen. Zudem will Jakob verstärket Fremdairlines anwerben, die ihre Maschinen hier warten und überholen lassen können.

Volga-Dnepr-Töchter stationieren mehr Maschinen in Leipzig

ABC hatte jüngst angekündigt, ihre Flüge mit Maschinen des Typs Boeing 747 ab Leipzig/Halle bis 2030 zu verdoppeln – und ab 2021 auch Maschinen fest hier zu stationieren. CLG hat bereits zwei Boeing 737 vor Ort, wartet aber noch auf die Genehmigung durch das Luftfahrtbundesamt, um abheben zu können. Innerhalb von drei Jahren soll die Flotte dann auf bis zu zehn Maschinen anwachsen.

Zudem wolle Amtes die Modernisierung der betagten Antonow-Maschinen weiter vorantrieben, kündigte Jakob an. So planen man, in Schkeuditz künftig auch moderner Treibwerke einzubauen. „Wir wollen die bisherigen russischen Triebwerke durch amerikanische von General Electric ersetzen, wie sie schon bei der Boeing 747 zum Einsatz kommen“, sagte Jakob. Dadurch würden die Maschinen künftig deutlich leiser und auch sparsamer.

Bauen wird das neue Hangar aber nicht Amtes oder deren Mutter Volga-Dnepr, sondern der Flughafen, bestätigte Airport-Chef Götz Ahmelmann auf LVZ-Nachfrage. Das Hangar werde dann für 30 Jahre an die Russen verpachtet. Nach demselben Schema war bereits 2013 das erste Hangar errichtet worden.

Neue Antonow-Stellplätze direkt am Hangar

Der Bau ist Teil des im Juni verkündeten 500-Millionen-Investitionsprogramms für den Flughafen. Zusätzlich zu dem bereits 2018 angekündigten Ausbau für DHL im Süden des Airport, in den fast 250 Millionen Euro fließen, sollen weitere 250 Millionen Euro in eine neue Cargo City Nord fließen, das rund um das bestehende Antonow-Hangar entstehen wird. Auch ABC und CLG sollen hier in einem Gebäude direkt neben Amtes einziehen, hieß es. Zudem wird das Vorfeld vor dem Hangar, vor bisher maximal sieben Flugzeuge Platz finden, auf bis zu 19 Stellplätze erweitert.

Mit dem Bau der Cargo City Nord soll bereits kurzfristig begonnen werden, kündigte Ahmelmann an. Denn anders als bei dem DHL-Ausbau im Süden müsse man hier kein langwieriges Planfeststellungsverfahren abwarten. Für die Flächen im Norden gebe es bereits Baufreiheit. „Bei der Cargo City Nord planen wir, Ende 2022 fertig zu sein“, sagte Ahmelmann. Der Ausbau für DHL im Süden dürfte dagegen deutlich länger dauern. Bis Ende des Jahres soll hier zumindest das Planfeststellungsverfahren beginne, sagte Ahmelmann.

Von Frank Johannsen

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