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Wirtschaftszeitung Fachkräftemangel: Das zentrale Problem für viele Branchen
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaftszeitung Fachkräftemangel: Das zentrale Problem für viele Branchen
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11:54 19.07.2018
Die T-Shirt-Druckerei Spreadshirt steigert das Wachstumstempo. Quelle: PF

„Eines der Hauptprobleme ist die Besetzung von offenen IT-Stellen – sowohl durch ausgebildete Fachkräfte als auch durch geeignete Auszubildende“, klagt Ralf Krippner, Geschäftsführer der ProSoft Krippner GmbH mit Sitz in Delitzsch. Die wirtschaftliche Lage in der IT-Branche sei momentan zwar sehr positiv. „Aber es wird zunehmend schwieriger, die Aufträge durch gut ausgebildetes Personal zu erfüllen“, berichtet Krippner. Sein Unternehmen wartet IT-Systeme, berät aber auch bei Fragen zur Informationssicherheit. Dabei warnt er vor zunehmenden Hacker-Angriffen: „Viele Unternehmen sind darauf nur unzureichend vorbereitet. Durch die globale Vernetzung gibt es große Risiken in der IT-Infrastruktur.“

Für das Leipziger IT-Dienstleistungsunternehmen Comparex ist der digitale Wandel die wichtigste Herausforderung. „Wir beobachten dabei einen großen Beratungsbedarf, insbesondere im Mittelstand. Der Wettbewerbs- und Innovationsdruck wächst. Unternehmen müssen agiler und flexibler sein. Veraltete IT-Systeme bremsen aber aus“, fasst Comparex-Manager Achim Herber die Lage zusammen.

Doch branchenübergreifend bleibt der Fachkräfte-Engpass die zentrale Herausforderung des Mittelstands.  Bei der Wohnungsgenossenschaft Unitas ist es der „sich zuspitzende Mangel an Handwerkern“, so Vorstand Steffen Foede.

Auch die Konsumgenossenschaft Leipzig steht vor der Herausforderung, gute Leute für ihre Filialen und die Unternehmenszentrale zu finden. „Zwar investieren wir intensiv in die Ausbildung eigener Nachwuchskräfte. Doch gerade kurzfristiger Personalbedarf lässt sich nur schwer über den regulären Arbeitsmarkt besetzen“, berichtet Matthias Benz, Abteilungsleiter Marketingkommunikation bei Konsum Leipzig. Darüber hinaus beobachtet sein Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel immer anspruchsvollere Käufer. Dies beziehe sich vor allem auf die Ausstattung der Filialen und die Sortimente. „Neuheiten, wie aktuell Speiseinsekten, werden innerhalb kürzester Zeit in unsere Filialen aufgenommen. Sonst wandern die Kunden ab“, so Benz. Zudem macht er bei ihnen eine leicht steigende Wertschätzung von Lebensmitteln aus, die im Vergleich zu Frankreich oder Großbritannien jedoch noch immer gering sei. „Für die gesamte Wertschöpfungskette, insbesondere für die Landwirte und deren Nutztiere, wäre es sicher nicht verkehrt, wenn die Verbraucher für gute Lebensmittel einen fairen Preis zahlen würden“, findet Benz.

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Um ein Bewusstsein für nachhaltiges Wirtschaften ist das Leipziger Softwarehaus Forcont Business Technology GmbH besorgt: „Leider ist die Politik eher mit der Bildung eines Heimatmuseums beschäftigt, als die komplexe Frage anzugehen: Wie wollen wir im Zeitalter der Digitalisierung künftig leben?“, fragt Geschäftsführerin Christa Gaudlitz. Den Fachkräftemangel beobachtet sie zwar auch. Doch wichtiger ist für sie, „von der ausschließlich auf Effizienz getriebenen Wirtschaft abzurücken, damit die Folgen unseres heutigen Handelns morgen nicht zu unlösbaren Problemen werden“.

An morgen denkt auch die stadteigene Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV), für die die wachsende Kommune eine große Herausforderung bleibt. „Wir sind gut beraten, wenn wir uns planerisch auf das Wachstum von bis zu 700.000 Einwohnern einstellen“, berichtet Frank Viereckl, Leiter der LVV-Konzernkommunikation. Für Investitionen von über drei Milliarden Euro bis 2030 habe man mittlerweile die Voraussetzungen geschaffen.

Über ein Umsatzwachstum kann sich die Leipziger T-Shirt-Druckerei Spreadshirt freuen, die 2017 ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielt hat. 107 Millionen Euro Umsatz waren es im vergangenen Jahr. „Dank des gesunden Wachstums haben wir viele Stellen am Hauptsitz in Leipzig geschaffen und planen hier zahlreiche Neueinstellungen", berichtet Spreadshirt-Personalleiterin Theresa Kretzschmar.

Von Manuel Mehlhorn

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