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Wirtschaftszeitung Dank Mareike Dietzsch bleibt Kelterei in Familienhand
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17:02 25.10.2019
Hält die unternehmerische Familientradition aufrecht: Mareike Dietzsch im Lager der Crossener Süßmostkelterei. Quelle: IHK Gera
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Crossen

Für Valentina Kerst steht fest: „Gelungene Betriebsübergaben an qualifizierte Nachfolger sichern die wirtschaftliche Basis in unserem Land und sind Voraussetzung für künftiges Wachstum“, sagte die Staatssekretärin im Thüringer Wirtschaftsministerium. Bei diesem Thema steht der Freistaat gar nicht so schlecht da. Unter den 11 212 Gewerbeanmeldungen im Jahr 2017 waren nach Angaben des Ministeriums 1048 Übernahmen.

Das entspricht einer Quote von 9,4 Prozent und liegt über dem Bundesschnitt von 7,2 Prozent. „Thüringen bietet gemeinsam mit den Kammern Unterstützung und Begleitung für den gesamten Prozess an“, betont Kerst – von der Beratung bis hin zur Investitions- und Wachstumsfinanzierung etwa über Zuschüsse und Beteiligungen der Bürgschaftsbank.

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Tochter Mareike bekam Chance auf langfristige Vorbereitung

Eine der gelungenen Übernahmen legte die Crossener Süßmostkelterei hin, unterstützt durch eine Beratung bei der Industrie- und Handelskammer Ostthüringen (IHK). Geschäftsführerin Mareike Dietzsch übernahm Anfang 2017 das Familienunternehmen in vierter Generation von ihrem Vater. Die Entscheidung fiel der heute 43-jährigen gelernten Industriekauffrau relativ leicht. Schon 2008 tagte der Familienrat. Schließen oder investieren, lauteten die Alternativen. Ihr damaliges Ja ermutigte Vater Hans-Ulrich Feist, die Firma auszubauen und gab seiner Tochter die Chance, sich langfristig auf die Übernahme vorzubereiten.

Umdenken hat stattgefunden

Und Mareike Dietzsch wusste natürlich, dass mehrfach profitiert, wer einen bestehenden Betrieb übernimmt: von gewachsenen Strukturen, langjährigen Geschäftsbeziehungen zu Kunden und Lieferanten und natürlich auch vom Know-how der erfahrenen Mitarbeiter. Die Mosterei wurde 1938 gegründet und blieb auch in der DDR-Zeit in privater Hand. „Die junge Generation erkennt allmählich, dass die Übernahme eines bestehenden und erfolgreichen Geschäftsbetriebes eine gute Chance für die berufliche Zukunft darstellt“ kommentiert Almut Weinert von der IHK. Früher seien lukrative Jobs in den alten Ländern der am häufigsten genannte Grund gewesen, weshalb Kinder nicht bereit waren, zu ihren Wurzeln zurückzukehren. „Hier hat ein Umdenken stattgefunden.“

Von Ulrich Milde

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