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Wirtschaftszeitung Vermittlungsplattform Pamyra will den Güterverkehr revolutionieren
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11:29 22.11.2018
Pamyra.de lassen die Luft aus dem Laderaum: Steven Qual, Lasse Land und Felix Wiegand (v.l.n.r.) Quelle: Dirk Knofe

Das junge Unternehmen wurde aus einer Vielzahl von Bewerbern ausgewählt und für seine digitale Vergleichs- und Buchungsplattform für Transporte mit dem zweiten Platz ausgezeichnet, der Award ist mit 15.000 Euro dotiert. Geld, das die junge Firma gut für die Verwirklichung ihrer hochgesteckten Ziele nutzen kann – in einem Wachstumsmarkt, in dem sich Start-ups von Logistik-Giganten tummeln.

Die Revolution des Güterverkehrs ist das Ziel

Die beiden Jungunternehmer Felix Wiegand (32) und Steven Qual (31) starteten ihren Preisvergleich für Transporte in Erfurt. Rasch siedelten sie nach Leipzig über, fanden im Lindenauer Tapetenwerk eine Heimat. Ganz oben, mit sonniger Terrasse und einem weiten Blick über Lindenau. Eine Draufsicht auf die Dinge, besser noch die Vogelperspektive, ist hilfreich bei der großen Herausforderung, der sich das Team von Pamyra seit März 2016 stellt. Das Zehn-Mann-Team hat sich nicht weniger als eine Revolution des Güterverkehrs auf die Fahnen geschrieben. „Schauen wir uns die aktuelle Lage an. Über 400.000 Lkw und Transporter fahren pro Tag quer durch Deutschland. Mehr als die Hälfte davon ist nicht  komplett beladen“, skizziert Geschäftsführer Felix Wiegand die Ausgangslage. „Das ist schlecht für das Verkehrsaufkommen, schlecht für die Umwelt und schlecht für die Marge der Speditionen.“ Deshalb will die junge Firma als ein unabhängiges Vergleichs- und Vermittlungsportal für Fracht-Transporte für mehr Auslastung sorgen.

Pamyra.de - Start-up mit hochgesteckten Zielen. Seit März 2016 arbeiten Felix Wiegand, Lasse Land und Steven Qual (v.l.n.r.) an einem Vergleichs- und Vermittlungsportal für Fracht-Transporte, um freien Laderaum für zusätzliche Sendungen anzubieten. Quelle: Dirk Knofe

Sharing Economy: Speditionen bieten freien Laderaum für zusätzliche Sendungen an

Der grundlegende Ansatz von Pamyra ist die Sharing Economy, das Teilen von Ressourcen und Möglichkeiten. „Das bedeutet in unserem konkreten Fall, dass die Speditionen freien Laderaum für zusätzliche Sendungen anbieten“, so Wiegand. "Wir lassen sozusagen überflüssige und unproduktive Luft aus dem Lkw.“ Zusammen mit Start-up-Partner Qual hat Wiegand das Konzept des Vermittlungsportals entwickelt, Algorithmen programmiert, Schnittstellen und Layout auf die Nutzer zugeschnitten. „Wir stehen in engem Kontakt zur Speditionsbranche und erfahren so aus erster Hand, wo die Probleme und Bedürfnisse liegen.“ Das Konzept ist simpel und deshalb so wirkungsvoll: Die Kunden – egal ob  gewerbetreibend oder privat – geben die Daten ihrer Frachtsendung in die Suchmaske ein. Im Unterschied zu herkömmlichen Transportbörsen müssen die Speditionen jedoch nicht erst auf die Anfrage reagieren. Die Plattform kennt die aktuellen Tagespreise der Speditionen und liefert in Sekunden eine Übersicht der infrage kommenden Speditionen. Der Versender wird über den frühestmöglichen Zeitpunkt der Fahrt und die Kosten, Fahrzeugausstattungen und Speditionsleistungen informiert und kann entscheiden, welches Angebot er annimmt. 150 Speditionspartner hat das Start-up in Deutschland bereits, im kommenden Jahr sollen erste europäische Länder hinzukommen.

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Alles in Einem: digitaler Vertriebskanal, professionelles Online-Marketing und Erhöhung der Sichtbarkeit im Internet

Das junge Unternehmen sieht sich dabei nicht als Gegner der Speditionsfirmen, sondern als junger technologischer Helfer. Hintergrund: Nicht alle klassischen Frachtunternehmen sind technisch und technologisch auf der Höhe der Zeit – und können damit auch nicht rasch genug auf die sich rasant ändernden Marktanforderungen reagieren. Gutes Marketing will gelernt sein und die wenigsten Speditionen haben Ressourcen dafür frei. Mit Pamyra.de bekommen Speditionen nicht nur einen autarken, digitalen Vertriebskanal, so die Aussage der Firma, sondern auch professionelles Online-Marketing umsonst. 

Neben der automatisierten Transportsuche ist pamyra.de auch eine Plattform, mit der Speditionen und Fuhrunternehmen ihre Sichtbarkeit im Internet erhöhen: Spediteure und Logistikanbieter können das gesamte Dienstleistungsangebot per Preistabelle bei Pamyra.de inserieren. Auf ihre Suchanfrage hin finden Versender eine Auswahl aller Speditionen, die im gewünschten Liefergebiet verkehren. Felix Wiegand: „Durch die Abbildung der Angebote, Leistungen und Leerfahrten auf pamyra.de erhöhen Spediteure ihre Sichtbarkeit und gewinnen neue Kunden.“ Die effizientere Auslastung geplanter Touren sei ein ökonomischer Gewinn für die Unternehmen. Aber auch ein ökologischer Gewinn für eine Gesellschaft, die immer mehr auf funktionierende Logistikketten angewiesen ist – aber sich immer mehr wegen Umweltbelastungen ausspricht. Die Kunden erhalten auf der Plattform ebenso Vorteile: Jeder Transport kann bewertet werden, nach dem bekannten Fünf-Sterne-Systems à la Amazon. „So erkennen die Auftraggeber, wo ihre Ware am schnellsten, sichersten und am preiswertesten unterwegs ist“, so Wiegand

Zum Thema: Ausgewählte Beiträge aus der LVZ-Wirtschaftszeitung lesen

Mit der Plattform tummeln sich Pamyra nicht in einem ruhigen Binnensee, sondern in einem Ozean mit schnellen, großen Raubfischen. „Hinter unseren Mitbewerbern stehen oftmals weltweit operierende Logistik-Konzerne mit enormen Budgets“, erklärt Dr. Lasse Landt (39), Finanzchef und Co-Geschäftsführer von Pamyra. „Da werden enorme Summen ausgegeben, um die Nase in  einem weltweiten Wachstumsmarkt vorn zu haben.“ Globale Mitbewerber sind Saloodo (ein DHL-Corporate-Startup), UShip (DB Cargo) oder InstaFreight (Rocket Internet). Die Leipziger selbst konnten erst unlängst neues Geld einwerben,  einen siebenstelligen Eurobetrag investierten zwei größere und eine Reihe kleinerer Kapitalgeber ins Unternehmen. Die Summe wird in Wachstum und neues Personal investiert, Initiativ-Bewerbungen sind gern gesehen.

Frank Schmiedel

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