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Wirtschaftszeitung Wirtschaftspreis „Via Oeconomica“ hat sich etabliert
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20:18 11.10.2019
Die Verleihung vom Leipziger Wirtschaftspreises "Via-Oeconomia" im Alten Rathaus. Die Preisträger Claus-Uwe Rothkegel (Rothkegel Baufachhandel) (v.l.), Nicole Laux (OVRLAB), Michael Heinz (Bell Flavors and Fragnances ) mit Mathias Reuschel (l.) und Anja Hähle-Posselt (r.) bei der Preisverleihung. Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Die Stadt lebt durch Handel und Wirtschaft. Das hat eine lange Tradition, denn die Messestadt liegt an der Kreuzung zweier bedeutender historischer Handelsstraßen. Da ist zum einen die „Via Regia", die „Königliche Straße". Sie durchquerte im Mittelalter Europa von West nach Ost, von Santiago de Compostela in Spanien bis zur russischen Hauptstadt Moskau. Die „Via Imperii", die „Reichsstraße", querte in der gleichen Zeit Europa von Süd nach Nord, von Rom nach Stettin. An der Kreuzung beider Handelsstraßen entstand Leipzig – ein Standortvorteil, der die Stadt bis heute prägt. Im Jahr 2015, dem tausendsten Geburtstag Leipzigs, ist aus einer gemeinsamen Überlegung von Leipzigs Finanzbürgermeister, Torsten Bonew, Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht und des Präsidenten von „Gemeinsam für Leipzig“, Mathias Reuschel, die Idee zur „Via Oeconomica" entstanden. Unternehmen, die sich in Leipzig engagieren und Arbeitsplätze schaffen, sollten wenigstens einmal im Jahr im Mittelpunkt stehen und geehrt werden.

Der Name erinnert dabei an die historischen Straßen. Der Wirtschaftsverein „Gemeinsam für Leipzig e.V." und die Stadt Leipzig vergeben die Preise gemeinsam. Damit ist er ein Unikat unter den Wirtschaftspreisen. Hier treffen sich Stadtgesellschaft und bürgerliches Engagement mit Verwaltung und Politik auf einer Veranstaltung. Dies macht die „Via Oeconomica“ so besonders. Für die Stifter des Preises ist es wichtig, dass die ausgezeichneten Firmen in ihrer Branche national und international anerkannt sind, Imagepflege für Leipzig und die Wirtschaftsregion betreiben und sich der Nachhaltigkeit widmen. Bis 2018 vergaben die Initiatoren den Preis in den Kategorien „Produzierendes Gewerbe", „Handel" und „Dienstleistung" sowie den Sonderpreis „Leipzig kommt“.

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Preis wird in drei neuen Kategorien vergeben

Doch das ändert sich in diesem Jahr. Statt verschiedener Wirtschaftsbereiche spielt nun die Tradition eine Rolle, welche die Preisträger mit Leipzig verbindet. Den Preis in der Kategorie „Leipzig bleibt!" erhält ein Unternehmen, das seit mindestens 100 Jahren in der Messestadt ansässig ist. Dem Preisträger von “Leipzig wächst!" verbindet eine Firmentradition von mindestens zehn bis 99 Jahren mit Leipzig. Junge Firmen, die nicht länger als neun Jahre hier bestehen, haben die Chance auf den Preis „Leipzig kommt!" – mit leicht abgeänderten Kriterien zum Vorjahr. Die Preisträger 2019 wurden bereits durch eine Jury, bestehend aus Finanzbürgermeister Torsten Bonew, Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht und des Vereins „Gemeinsam für Leipzig", Präsident Mathias Reuschel und Vorstand Steffen Foede, gewählt.

Den Preis in der Kategorie „Leipzig kommt!" kann das junge IT-Unternehmen Ovrlab GmbH aus der Leipziger Südvorstadt mit nach Hause nehmen. Die Agentur entwickelt Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen. Dazu gehört zum Beispiel ein digitaler, interaktiver Stadtplan von Leipzig. Mit einem Tablet-Computer kann man hier nun nicht nur virtuell durch die Messestadt schlendern, sondern auch die städtische Architektur realitätsnah aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Zudem statteten die Entwickler von Ovrlab einzelne Gewerbeflächen mit interaktiven Informationen aus, die möglichen Investoren ihre Entscheidungen erleichtern sollen. Im vergangenen Jahr stellte der Betrieb den digitalen Stadtplan auf einer Immobilien- und Investoren-Messe in Cannes erstmals einem internationalen Publikum vor und erregte damit große Aufmerksamkeit.

Das ist nur ein Projekt der Leipziger IT-Spezialisten. Ihr Angebot geht von Mitarbeiterschulungen bis hin zu kompletten Präsentationen mit neuester Computertechnik. Seit 2018 arbeiten die 15 hochspezialisierten Mitarbeiter unter einem Dach in Leipzig, beschäftigen sich mit virtuellen Anwendungen, erweiterten Realitäten und neuen Medien – und geben ihr Wissen gern weiter. Sie sind ein gutes Beispiel für die Innovationskraft, die die Unternehmen der Messestadt seit jeher auszeichnet. Schauplatz der Verleihung ist, wie auch in den vergangenen Jahren, der historische Saal im Alten Rathaus.

Auszeichnung ist sieben Kilogramm schwer

Dort verlieh am 1. Oktober Oberbürgermeister Burkhard Jung und Matthias Reuschel, der Präsident von „Gemeinsam für Leipzig“, zusammen die „Via Oeconomica“. Die drei Preisträger erhalten jeweils eine sieben Kilogramm schwere Bronze-Plakette, die in ihrer Gestaltung auf die Gründung Leipzigs am Schnittpunkt der mittelalterlichen Handelsstraßen hinweist. Tradition und Innovation – das wollen die Stifter mit dem Preis fördern, damit Leipzigs Wirtschaft weiter der wirtschaftliche Motor in den neuen Bundesländern bleibt.

Sieger der Kategorie „Leipzig kommt!“: Ovrlab GmbHSieger der Kategorie „Leipzig wächst!“: Rothkegel Baufachhandel GmbHSieger der Kategorie „Leipzig bleibt“: Bell Flavors & Fragrances GmbH

Von Ulrich Milde