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Wirtschaftszeitung Wundercurves: Leipziger E-Commerce-Start-up für große Größen überzeugt
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09:14 25.06.2018
Mit "Wundercurves" auf Erfolgskurs: Tiffany La (links) und Christiane Seitz. Quelle: Stefan Hopf
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Eine innovative Shopping-Plattform für Damenmode ab Größe 46 aufbauen, die den deutschen Markt binnen kurzer Zeit im Sturm erobert? Nichts leichter als das, schienen sich Christiane Seitz und Tiffany La gesagt zu haben, als sie 2016 Wundercurves gründeten: Rund zwei Jahre später kann sich das Start-up mehr als sehen lassen. Die Zahlen und Bilanzen scheinen ebenso zu stimmen – die Belohnung dafür gab es im April 2018: Die Relax Commerce GmbH erhielt rund 1,2 Millionen Euro in einer zweiten Finanzierungsrunde. Die Kapitalgeber sind eine Gruppe verschiedener Privatinvestoren von der Cunnicola Business Angels Invest GmbH, dessen Gründer der ehemalige Geschäftsführer von Gant Deutschland, Coen Duetz, ist. Der Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS) gehört ebenfalls zu den neuesten Investoren.

Über 1000 Marken für große Größen

Die Idee, eine Shopping-Plattform im Internet aufzubauen, ist nicht neu. Jubelnde Paketempfängerinnen und schreiende Postboten gab es schon vor Jahren in der TV-Werbung. Das geben die beiden Gründerinnen zu. Der Markt für große Größen sieht da allerdings schon wieder komplett anders aus – er war so gut wie nicht vorhanden. Die Beweggründe für den Aufbau ihres eigenen Fashion-Angebotes waren für Seitz (30) und La (24) auch rein „egoistischer Natur“: Viele Modemarken und Shops schenken kräftig gebauten Damen so gut wie keine Beachtung. Dabei reicht der Blick ins echte Leben, um die Ignoranz der Labels und Ketten schnell Lügen zu strafen. Ihren persönlichen Aha-Moment hatten sie beim Shoppen in Berlin: „Es gab so gut wie nichts, was wir gern getragen hätten“, erinnern sich die beiden. Die Gründerinnen tragen selbst Konfektionsgröße 42/44 (derzeit die deutsche Damen-Durchschnittsgröße) sowie 48/50. Sie erlebten eine minimale Auswahl in hinteren Ecken der Geschäfte.

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Christiane Seitz und Tiffany La (rechts) leiten das 15-köpfige Start-up-Team von Wundercurves. Quelle: Stefan Hopf

Im Web bot sich ein ähnlich enttäuschendes Bild, die kurvige Frau war eine Randgruppe und die Auswahl viel zu zerstreut. Aus dem erlebten Angebotsdefizit entwickelte das Duo ein konkretes Shopping-Angebot: Wundercurves bündelt mehr als 60 Shops und über 1000 Marken für große Größen auf nur einer Seite. 2017 wurde zudem der InstaShop gelauncht, in dem Nutzerinnen kurvige Looks aus Instagram nachkaufen können. Mittlerweile hat sich Wundercurves mit mehr als  450.000 Produkten als einer der weltweit größten Anbieter für Kleidung in großen Größen durchgesetzt. „In einer teils 15 Mal so großen Auswahl als bei anderen Onlineshops haben wir Produkte in großen Größen gebündelt – sowohl von namhaften Plus Size-Labels wie Sheego oder Ulla Popken als auch von bekannten und etablierten Marken wie s.Oliver oder Mango“, beschreibt Markus Miller, Mitgründer und Leiter der Produktentwicklung, die Vorteile ihres Angebotes.

Trends entdecken, Mut machen

Das nächste Ziel der mittlerweile 15-köpfigen E-Commerce-Crew, die im HHL-Accelerator SpinLab arbeitet, ist es, die führende E-Commerce-Plattform für kurvige Frauen zu werden. Solche Ansprüche kommen gut an, gleichermaßen bei Kundinnen und Investoren. Dabei hat die Relax Commerce GmbH, die aus Modeliebhabern, erfahrenen IT-Spezialisten und fachkundigen Marketing-Managern besteht, noch mehr zu bieten: So soll die selbst entwickelte Verkaufsplattform, das eigentliche technologische Herzstück der Firma, auch als Whitelabel-Lösung angeboten werden. Bereits online verfügbar ist der Prototyp Cunnicola, eine vertikale Suchmaschine mit Produkten aus dem Premiumsegment.

Doch ums Shopping allein geht es beiden Unternehmerinnen nicht: „Wir wollen Frauen auf unserer Plattform die Möglichkeit geben, sich inspirieren zu lassen, Trends zu entdecken, aber auch sich Mut machen zu lassen und neue, ganz persönliche Terrains zu erschließen.“ Der Trend ist der Freund des Duos: Die Modewelt wandelt sich permanent, die wachsende Zahl von Plus Size-Models wie der US-Amerikanerin Ashley Graham oder der deutschen Sarina Nowak stoßen ein notwendiges gesellschaftliches Umdenken an. Am Ende dieses sicherlich noch langen Weges wäre Wundercurves dann zwar nur eine Shopping-Plattform unter vielen. Aber sicher weiter eine erfolgreiche.

Von Frank Schmiedel

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