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18:32 31.05.2019
Nahaufnahme einer Garten-Blattschneiderbiene in Bayern, Gartenblattschneiderbiene (Megachile willughbiella). Eine Verwandte von ihr könnte das Nest in Argentinien gebaut haben. Quelle: W. Willner/imago/blickwinkel
Buenos Aires

Forscher des Nationalen argentinischen Instituts für Agrartechnologie haben eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Auf argentinischen Getreidefeldern haben Bienen ihre Nester für den Nachwuchs aus seltsamen Materialien gebaut. Erstmals entdeckten die Wissenschaftler Nester, die komplett aus Plastikabfällen gebaut waren.

Auf den Farmen gibt es viele Verpackungsmaterialien aus Plastik – etliches davon gelangt in der Folge auch in die umgebende Natur. Einer Welt im Wandel passt sich auch die wilde Tierwelt an, aber ob deren Anpassungsvermögen mit der Dynamik des menschlichen Einflusses auf die Umwelt mithalten kann, ist wohl eher unwahrscheinlich.

In jeder Brutkammer wächst eine Larve heran

Die Forscher des argentinischen Instituts jedenfalls entdeckten die Plastiknester bei der Erforschung der Nistgewohnheiten der Bienen. Das Team hatte dafür 63 Nestfallen aufgebaut. Bienen können diese Strukturen dann mit Materialien wie Schlamm, Blättern, Steinen, Blütenblättern oder Harz ausfüttern. So entstehen bequeme Nester, die in einzelne Brutkammern aufgeteilt sind. In jeder von ihnen wächst eine Larve heran. Im Frühling und Sommer der Jahre 2017 und 2018 wurden diese Nester monatlich auf Bienenaktivitäten hin kontrolliert.

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Nur drei Nester nahmen die Bienen in Beschlag. Zwei waren mit herkömmlichen Materialien ausgefüttert worden und wurden von fünf gesunden erwachsenen Bienen bewohnt. Das dritte Nest hatte drei Zellen, die tatsächlich komplett aus Plastik konstruiert waren – akkurat von den Bienen in ovale und rechteckige Teile zerteilt, die einander überlappten. Die ersten beiden Zellen bestanden aus dünnem, blaufarbigen Plastik wie es bei Einkaufstüten vorkommt. Die dritte Zelle bestand aus stabilerem weißen Kunststoff. Das hatten die Bienen offenbar mit ihren kräftigen Kieferwerkzeugen von einem größeren Stück abgeschnitten.

Plastik könnte durchaus für den Nestbau infrage kommen

Eine der drei Zellen, so berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift Apidologie des Deutschen Imkerbundes, enthielt eine tote Larve. Das zweite Nest schien von einer erwachsenen Biene verlassen worden zu sein und die dritte Zelle war nicht fertiggestellt. Eine tote Larve und das erfolgreiche Aufwachsen mindestens einer Biene im Plastikumfeld lassen zumindest den Schluss zu, so die Forscher, dass das Material für Bienen durchaus infrage kommen könnte. Welche Bienenart den Plastikbau errichtet hatte, habe sich nicht zweifelsfrei feststellen lassen.

Die Forscher nehmen aber an, dass es sich um eine Alfalfa Blattschneiderbiene (Megachile rotundata) handeln könnte, eine aus Europa stammende Spezies. Auch in den USA wurde bei dieser Bienenart schon der Gebrauch von Plastikteilen nachgewiesen – wenn auch nicht für ein ganzes Nest.

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Von Daniel Killy/RND

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