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Wissen Größte Arktis-Expedition aller Zeiten: Wissenschaftler lassen sich im Eis einfrieren
Nachrichten Wissen Größte Arktis-Expedition aller Zeiten: Wissenschaftler lassen sich im Eis einfrieren
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12:01 17.09.2019
Das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ wird sich 350 Tage im Nordpolarmeer einfrieren lassen.
Bremerhaven

Die Wissenschaftler haben große Erwartungen an die einjährige Arktis-Expedition „Mosaic“, die am 20. September beginnt. „Ich bin sicher, damit werden wir einen Durchbruch in der Klimaforschung erreichen“, sagt Expeditionsleiter Markus Rex. Ein Jahr lang wird das Forschungsschiff „Polarstern“ des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts mit dem Meereis durch die zentrale Arktis driften, angedockt an eine riesige Eisscholle.

Die Arktis: Epizentrum des globalen Klimawandels

Die Wissenschaftler machen auf der Reise umfangreiche Messungen und Experimente im winterlichen Nordpolarmeer, das normalerweise nur im Sommer zugänglich ist. „Wir machen das, weil die Arktis das Epizentrum des globalen Klimawandels ist“, sagt Rex. Nirgendwo schreite die Erderwärmung so schnell voran wie dort. „Gleichzeitig ist die Arktis aber auch die Region unseres Planeten, in der wir das Klimasystem am allerschlechtesten verstehen.“

Der deutsche Eisbrecher „Polarstern“ ist bereit für seine Reise in die zentrale Arktis. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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600 Forscher: Klimaforschung auf neuem Niveau heben

„Eine Arktis-Expedition in dieser Größenordnung hat es noch nie gegeben“, sagt Rex. Über 70 wissenschaftliche Institute aus 17 Ländern und Hunderte Forscher sind an dem 140-Millionen-Euro-Projekt „Mosaic“ beteiligt. Versorgt wird die „Polarstern“ von vier weiteren Eisbrechern sowie drei Flugzeugen. Bis zu tausend Kilometer werden zwischen der „Polarstern“ und dem Festland liegen. Zwei bis drei Monate lang wird sie gerade mal 200 Kilometer am geografischen Nordpol entlangfahren. Geleitet wird die Mission vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven und dem Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Potsdam.

Besonders: International koordinierte Expedition

Nicht nur die Forschung über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf das Ökosystem sind bemerkenswert an dieser Expedition. Herausragend ist vor allem, dass eine international koordinierte Expedition von so großem Ausmaß gemeinsam unterwegs ist: Russland, Kanada, die USA, China, Japan und die EU beteiligen sich gemeinsam an dem Arktis-Forschungsprojekt und haben im Anschluss jeweils Zugriff auf die Ergebnisse.

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Die genaue Route über die Polkappe ist nicht festgelegt. „Sie ist, so wie vieles während der Reise, nicht zu 100 Prozent planbar“, betont Rex. Die Strecke wird von der Naturgewalt bestimmt: Die „Polarstern“ wird den Motor abstellen und mit dem Meereis driften, angedockt an eine riesige Eisscholle. Auf dieser soll ein kilometerweites Netz aus Stationen aufgebaut werden, um Proben aus dem Wasser, aus dem Eis und der Atmosphäre zu nehmen. In 35 000 Meter Höhe wird die höchste, in 4000 Metern Tiefe die tiefste Messung vorgenommen.

dale/RND/dpa

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