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Wissen Zug-Knigge: Sieben Tipps für eine angenehmere Bahnreise
Nachrichten Wissen Zug-Knigge: Sieben Tipps für eine angenehmere Bahnreise
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15:25 16.07.2019
Lautes Telefonieren im Zug nervt die Mitreisenden und kann ziemlich indiskret für den Gesprächspartner sein. Quelle: Christin Klose/dpa
Essen

Bahnreisen sind komfortabel, umweltfreundlich und sorgen für Entschleunigung. Doch in Zügen verbringen Fremde auf engem Raum viel Zeit miteinander – das ist keinesfalls immer vergnüglich. Darf man einen Schnarcher wecken? Gehören Socken auf den Sitz? Und ist Döner der perfekte Bahn-Snack? Sieben Tipps, die das Unterwegssein in Zügen für alle angenehmer machen.

1. Freundlich sein

Auch im Zug gilt: Der erste Eindruck zählt. „Wer ein Abteil betritt, sollte freundlich grüßen und damit eine angenehme Atmosphäre schaffen“, sagt Linda Kaiser, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen-Knigge-Gesellschaft. „Man wird ja auf engem Raum viel Zeit miteinander verbringen.“ Ein wenig Hilfsbereitschaft kann da nicht schaden – ob beim Verstauen des Gepäcks oder mit einem mitgebrachten Wasser aus dem Bordrestaurant.

2. Schnarcher-Toleranz entwickeln

Irgendwann wird nachts der Kopf schwer, lautes Schnarchen dringt durchs ganze Abteil. Das muss sich nun wirklich niemand gefallen lassen. Oder doch? „Man kann sich nicht mit zig Energy-Drinks ausstatten, nur um nicht einzuschlafen“, gibt Kaiser Entwarnung für alle geräuschvollen Schläfer. „Wen es stört, der wird Sie anstupsen. In einer Zwangsgemeinschaft muss man solche Dinge aber auch einfach ertragen oder sich Ohrstöpsel mitbringen.“

Wer ruhig in der Bahn schläft, erregt kein Aufsehen. Anders sieht es jedoch aus, wenn man schnarcht. Quelle: Christin Klose/dpa

3. Keine Quasselstrippe sein

Endlos lange Telefonate im Zug nerven nicht nur die Mitreisenden. „Man hat auch eine Verantwortung gegenüber seinem Gesprächspartner“, betont Kaiser. Denn im Zweifelsfall hört der ganze Waggon mit. Statt den Streit aus der letzten Nacht in der Bahn fortzusetzen oder die Details eines Geschäftsabschlusses breitzutreten, sollte man persönliche oder pikante Gespräche lieber verschieben. Oder wie die Franzosen zum Telefonieren in die Wagenzwischenräume gehen.

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4. Laute Geräusche vermeiden

Viele Aufkleber an Fenstern und Wänden weisen im Zug drauf hin, dass man mit seiner Musik nicht gleich das ganze Abteil beschallen sollte. Aber auch andere Geräusche können den Mitreisenden gehörig auf den Senkel gehen: „Es gibt nichts Schlimmeres, als drei Stunden lang zu hören, wie jemand auf die Tasten seines Laptops haut“, sagt Kaiser. Also: Tastentöne ausschalten, sanft tippen – und den Computer so ausrichten, dass der Sitznachbar nicht mitlesen kann.

5. Geruchsarm schlemmen

Wenn der kleine Hunger kommt, sind Speisen und Getränke ratsam, die möglichst wenig duften. „Kaffee ist vielleicht noch ganz angenehm, aber der Döner oder auch Mandarinen riechen sehr stark“, sagt Knigge-Expertin Kaiser. Ebenfalls unangenehm: „Chips, die laute Kaugeräusche verursachen.“ Wer seinem unbändigen Appetit auf Rollmops mit Zwiebeln trotzdem nachgibt, hält es am besten gleich so wie die Bahnreisenden in Zentralasien: Hier wird das Essen bei Nachtfahrten gemeinschaftlich geteilt.

Obst ja, Döner nein: Wer im Zug etwas isst, sollte Speisen wählen, die keine lästigen Gerüche erzeugen. Quelle: Christin Klose/dpa

6. Füße auf den Sitz? Nur mit Handtuch!

Wer im Hotel seine Poolliege mit dem Handtuch reserviert, macht sich schnell unbeliebt. Im Zug allerdings ist das Handtuch ausdrücklich erlaubt. „Der Worst Case in der Bahn sind Füße auf dem Sitz“, sagt Kaiser. „Mit Schuhen sowieso, aber es will auch niemand auf den Sockenfusseln oder dem Fußschweiß des Mitfahrers sitzen.“ Mit einem Handtuch als Unterlage kann man dagegen ungeniert die Beine ausstrecken. Alternativ tut es auch ein Kleidungsstück.

7. Nicht über Sitze klettern

Zwar ist es in Zügen meist nicht so eng wie im Flugzeug, auf akuten Platzmangel muss man sich aber auch in der Bahn gefasst machen. „Man sollte lieber aufstehen statt sich zusammenzufalten, wenn jemand seinen Platz verlassen möchte“, rät Kaiser. Wenn der Sitznachbar am Gang schläft, sollte man wilde Kletterpartien sein lassen – lieber den Mitreisenden sanft aufwecken.

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Von RND/dpa

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