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Wissen Feuerwanze: Was ist das für ein roter Käfer im Garten?
Nachrichten Wissen Feuerwanze: Was ist das für ein roter Käfer im Garten?
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13:02 19.05.2019
Feuerwanzen im Frühling: Sind die Wanzen gefährlich oder schädlich? Quelle: Frank Oheim
Hannover

Im Frühjahr sind sie stets in großen Gruppen anzutreffen, leuchtendrot und machen viele Gartenbesitzer nervös: Die Feuerwanzen, fälschlicherweise auch oft als Feuerkäfer bezeichnet. Aber sind sie eigentlich gefährlich für Mensch und Tier? Schaden Sie Pflanzen und Blumen im Garten? Und wie wird man die Tiere wieder los?

Feuerwanze: Was ist das für ein roter Käfer in meinem Garten?

Haben Sie kleine rote Käfer in Ihrem Garten oder am Wegesrand entdeckt, dann handelt es sich voraussichtlich um die sogenannte Feuerwanze. Sie treten meist in großen Mengen auf, sodass sich mancher Hobbygärtner oder Passant zu Recht fragt, ob die Tiere eigentlich eine Gefahr für Pflanzen oder gar Menschen darstellen. Gerade jetzt, ich Frühling, sind sie zahlreich anzutreffen und halten sich an warmen Plätzen auf, etwa im Sonnenschein oder an aufheizten Orten.

Feuerwanze und Feuerkäfer: Wo ist der Unterschied?

Umgangssprachlich wird die Feuerwanze auch als Feuerkäfer bezeichnet, es handelt sich jedoch um zwei grundverschiedene Tiere. Aufgrund der rötlichen Färbung sehen sie sich zwar ähnlich aus, jedoch handelt es sich bei der Feuerwanze nicht um einen Käfer.

Während sich die Feuerwanze vor allem von Pflanzensäften ernährt, frisst der Feuerkäfer süße Säfte wie Honigtau. Je nach Unterart lebt er auch räuberisch von anderen Insekten oder ernährt sich von Pilzen. Er ist vor allem in Laubwäldern und am Waldrand aktiv, jedoch nicht in so extremen Massen wie die Feuerwanze.

Wie sehen Feuerwanzen aus? So erkennen Sie den Käfer

Feuerwanzen haben einen leuchtendroten Panzer, dem sie auch ihren Namen zu verdanken haben. Die einheimische Wanzenart ist zwischen 08-2,0 cm groß und lebt bis zu 14 Monate. Auf ihrem roten Panzer hat sie einzelne schwarze Flecken, allerdings gibt es auch vollständig rote Exemplare oder Feuerwanzen in anderen Signalfarben wie Gelb und Orange.

Die Feuerwanze hat einen länglichen, abgeflachten Körper, auf dem die deutlich sichtbaren runden und dreieckigen Flecken unverkennbar sind. Ansonsten hat sie einen schwarzen Kopf und lange, schwarze Gliedmaßen.

Feuerwanzen sind äußerst gesellige Tiere, sie treten daher so gut wie nie einzeln auf. Stattdessen werden Sie die Wanzen meist in großen Gruppen antreffen.

Sind Feuerwanzen giftig oder gefährlich?

Feuerwanzen wirken aufgrund ihrer kräftigen Farbgebung zunächst bedrohlich. Tatsächlich sondern die Tiere zwar einen schwachen unangenehmen Geruch ab, dieser ist aber nur aus allernächster Nähe wahrnehmbar. Aus diesem Grund werden die Käfer auch nicht von Hunden oder Katzen verspeist.

• Gefährlich oder giftig sind die Feuerwanzen nicht.

Sind Feuerwanzen schädlich für meine Pflanzen?

Die Feuerwanze fühlt sich im Garten wohl, aber was genau frisst sie eigentlich und kann sie dabei Blumen oder sonstige Pflanzen beschädigen?

Ihre Nahrung nimmt sie grundsätzlich durch einen Stechrüssel auf, den sie bevorzugt in die Schale von Samen oder Früchten bohrt. Dort hinterlassen sie ein zersetzendes Sekret und saugen danach den nährstoffhaltigen Saft ein.

Auf ihrem Speiseplan stehen aber auch größere Bäume wie Linden, Robinien und Rosskastanien, genauso wie Malvengewächse – darunter fallen etwa der Hibiskus oder Stockrosen. Auch hier haben sie jedoch vor allem Samen und Früchte, keine Blätter im Blick. Tote Insekten und Kleintiere werden ebenfalls von ihnen verspeist.

ABER: Auch wenn Pflanzen durchaus zur natürlichen Nahrung der Feuerwanze gehören und sie sich oft in großen Gesellschaften auf eine einzelne Stelle fokussieren, so richten sie in der Regel keinerlei Schaden an.

• Feuerwanzen im Garten stellen also kein Problem für Ihre Pflanzen und Blumen dar.

Warum gibt es so viele Feuerwanzen?

Nur selten sind Feuerwanzen allein unterwegs. Das liegt an ihrer besonderen Form der Kommunikation, denn die Tiere können sich mithilfe von Duftstoffen verständigen, die sie mithilfe ihrer Stinkdrüsen versprühen.

Durch eine Art Gemeinschafts-Pheromon rufen sie große Gruppe an bestimmten Plätzen zusammen, an denen die Feuerwanzen Futter oder Unterschlupf finden. Ebenfalls verfügen sie über ein Alarm-Pheromon, um sich gegenseitig vor Gefahren zu warnen.

Wann verschwindet die Feuerwanze wieder?

Feuerwanzen sind weder gefährlich noch schädlich für ihre Umwelt – wir empfehlen daher, die kleinen Käfer während ihrer aktiven Phase einfach in Frieden zu lassen. Aktiv sind Feuerwanzen meist nur im Frühjahr zwischen März, April und Mai, wenn sie massenweise aus ihren Höhlen hervorkommen, um sich zu paaren. Spätestens Ende Mai begeben sich die Feuerwanzen dann wieder zurück in die Sicherheit ihrer Höhlen bzw. sterben, sobald es kälter wird.

Wie kann ich Feuerwanzen bekämpfen?

Im Normalfall ist es nicht notwendig, die Feuerwanze zu bekämpfen. Sie kann weder beißen noch stechen und gilt auch nicht als Schädling, sondern höchstens als Lästling, wenn sie es sich beispielsweise in großen Mengen an Häuserwänden bequem macht.

Möchten Sie trotz allem gegen die kleinen Wanzen vorgehen, dann nutzen Sie nach Möglichkeit keine chemischen Mittel. So greifen Sie in den natürlichen Nahrungskreislauf ein, der auch andere Tiere umfasst – denn die Wanze dient im Frühling als wichtige Nahrungsquelle von Igeln, Spitzmäusen, einigen Vogelarten und anderen Insektenfressern.

Feuerwanzen umsiedeln

Fühlen Sie sich von den Feuerwanzen belästigt, dann greifen Sie am besten einfach zu Handfeger und Kehrblech. So können sie die Tiere ganz einfach einsammeln und umsiedeln. Setzen Sie die Wanzen dann an einer weiter entfernten Gartenecke aus, in der sie nicht stören.

Balsam-Tanne gegen Feuerwanzen

Um die Vermehrung der Feuerwanzen zu unterbinden, können Sie außerdem Häckselgut oder Reisig der Balsam-Tanne auslegen. Diese Methode hat ein Forscher aus den USA mehr oder wenig zufällig entdeckt, als er mit seiner Zucht von Feuerwanzen beschäftigt war.

Ein Stoff im Holz der Tanne sorgt dafür, dass die Wanzen die letzte Entwicklungsstufe zum erwachsenen Tier nicht überschreiten. Verteilen Sie die Balsam-Tanne einfach als Häckselgut oder Reisig an den Stellen, an denen die Feuerwanze bisher auftrat, um ihre weitere Vermehrung zu unterbinden.

Nahrung der Feuerwanze im Garten vermeiden

Möchten Sie keine Feuerwanzen, so können Sie den Tieren auch einfach ihre Nahrungsgrundlage entziehen. Dafür müssen Sie im Garten lediglich auf Pflanzen wie Akazien, Malven, Robinien, Rosskastanien oder Stockrosen verzichten.

Wo leben Feuerwanzen?

Feuerwanzen gibt es weltweit, in Mitteleuropa und damit auch Deutschland sind aber lediglich zwei Arten verbreitet. Am bekanntesten ist die Gemeine Feuerwanze. Ansonsten sind sie sowohl den Subtropen und Tropen als auch in den gemäßigten Zonen anzutreffen.

Bei Feuerwanzen handelt es sich um Bodenbewohner, die sich zum Überwintern in Mauerritzen und Bodenstreu zurückziehen. Nur zwischen März und Mai sind sie oberirdisch aktiv und fallen dank ihrer besonderen Musterung und ihrer Masse meist sofort ins Auge.

Dann halten sie sich bevorzugt in der Nähe von Linden auf, deren herunterfallende Samen ihre Hauptnahrungsquelle darstellen. Aber auch in der Nähe von Malvengewächsen, Rosskastanien und Akazien sind sie oftmals anzutreffen.

Warum laufen Feuerwanzen zu zweit?

Häufig sieht man Feuerwanzen als Pärchen umherlaufen. In einem solchen Moment paaren sich die Tiere, laufen währenddessen aber weiterhin umher. Nach der Paarung, die üblicherweise im April oder Mai stattfindet, legt das Weibchen bis zu hundert Eier an einem geschützten Platz ab, zum Beispiel unter Laub und Steinen.

Von do

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