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Wissen Gartenplanung: Gestaltungstricks schaffen Geborgenheit
Nachrichten Wissen Gartenplanung: Gestaltungstricks schaffen Geborgenheit
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18:00 08.01.2019
Wohlfühlatmosphäre: Auch weitläufige Gärten können mit der entsprechenden Struktur heimelige Rückzugsorte bieten. Quelle: iStockphoto
Hannover

Räume im Garten schaffen? Das geht mit Mauern und Zäunen ganz einfach. Schwieriger, aber dafür abwechslungsreicher und meist schöner ist es, Pflanzen dafür einzusetzen. Ein Sitzplatz unter der Krone des Apfelbaumes oder eine Buchenhecke, die den Garten einfasst: Pflanzen blühen nicht nur oder sorgen für Blattschmuck, sondern strukturieren ein Grundstück. Wenn dieses tragende Gerüst harmonisch wirkt, halten wir uns gerne im Garten auf. Gerade in der Winterzeit sieht man, ob der Garten gut strukturiert ist oder ob abgeteilte Räume fehlen, die im Sommer mehr Geborgenheit geben.

Gartenräume gut strukturieren

Gartenräume können viele Gesichter haben. Je nachdem, ob sie zum Entspannen, Arbeiten, Essen, Spielen oder Kochen genutzt werden, ändern sich die Ansprüche: Ein ruhiger Rückzugsraum sollte vor Blicken geschützt, eine Spielfläche für kleine Kinder hingegen gut einsehbar sein. Je vielfältiger ein Garten strukturiert ist, desto besser lässt sich das Leben nach draußen verlagern. Auch der Zuschnitt des Grundstücks entscheidet über die Möglichkeiten. Lang gezogene Gärten, wie sie für viele Reihenhäuser typisch sind, lassen sich zum Beispiel durch kurze Querriegel aus Hecken in einzelne Bereiche gliedern und so auflockern. Diese Elemente nehmen einem schmalen Grundstück den „schlauchähnlichen“ Charakter und machen es interessanter. Damit es dadurch nicht unruhiger wirkt, gilt es, die richtige Balance zwischen Spannung und Harmonie zu finden. Das könnte zum Beispiel so aussehen: Ein Garten ist durch mehrere Hecken zwar in verschiedene Räume gegliedert, doch alle Hecken bestehen aus einer Pflanzenart. Auf diese Weise fungieren die Hecken als optische Klammer, die den Gesamteindruck stimmig wirken lässt.

Gliederung des Gartens bringt Abwechslung

Wie findet man heraus, wie der Garten gegliedert werden könnte? Zu sehen, was schon da ist, hilft zu erkennen, was werden könnte. Im Winter lässt sich besonders gut erkennen, welche Bäume und Gehölze den Garten bereits prägen und ihm Perspektiven geben. Denn es geht nicht nur um das Abgrenzen von Räumen, sondern um den spannenden Wechsel von Geborgenheit und Weite. Manchmal ist es genauso wichtig zu erkennen, an welchen Stellen der Garten sich zur Umgebung öffnen sollte: Ein Kirchturm oder der Blick in die Landschaft rechtfertigt den Mut zur Lücke. Klassische Formschnittgehölze wie die Eibe ermöglichen es zum Beispiel, Fenster in die Hecke zu schneiden.

Manche Räume sind schon längst da, und es geht eher darum, sie wahrzunehmen: Ein stattlicher Walnussbaum bietet mit seinem dichten Laubdach nicht einfach nur Schutz vor Sonne und Regen, er spendet Geborgenheit. Wenn das Grundstück groß genug ist, werden solche Bäume nach Möglichkeit erhalten und in ein Gestaltungskonzept integriert und aufgewertet. Konkret könnte das durch einen Sitzplatz wie zum Beispiel eine um den Stamm laufende Rundbank passieren.

Auch wenn es immer darum geht, Vorhandenes zu erfassen und die Möglichkeiten für den Garten auszuloten, gibt letztlich die gewünschte Nutzung vor, wie Räume gestaltet werden: Soll ein Ort im Garten als gemütlicher Sitzplatz genutzt werden, ist der Sichtschutz besonders wichtig. Hier gilt es, angemessene Proportionen zu finden und vor Blicken zu schützen, ohne sich eingesperrt zu fühlen. Statt einer mannshohen Hecke könnte am Sitzplatz ein niedrigeres Obstspalier den Raum definieren: Höhen von rund 140 cm reichen aus, um sich beim Kaffeeklatsch geborgen zu fühlen. Steht man auf, kann man den Garten überblicken und im Spätsommer liefert das Spalier frische Äpfel oder Birnen.

Kleine Gärten, große Gestaltungsmöglichkeit

In Spalierform gezogene Gehölze sind auch für jene Gärten interessant, die zu klein für breite Hecken oder Großbäume sind. Gut sortierte Baumschulen bieten nicht nur klassische Obstspaliere, sondern auch horizontale und vertikale Wuchsformen anderer Gehölze an: Dachförmig gezogene Platanen spenden Schatten über dem Sitzplatz und verleihen diesem Ort den geschützten Charakter einer Zimmerdecke. Wer vor Blicken geschützt werden möchte, kann zudem auf schmale Rankgerüste zurückgreifen und diese von Kletterpflanzen wie der Clematis erobern lassen.

Strukturen auf kleiner Fläche lassen sich auch mit hoch wachsenden Stauden und Gräsern erzielen. Sie gliedern den Garten zwar nicht ganzjährig, doch sie machen ihn spannend, da die Räume jedes Jahr mit dem Austrieb wieder neu entstehen. Hier bietet sich zum Beispiel das Chinaschilf „Graziella“ oder die Staudensonnenblume „Lemon Queen“ an. Sie könnten an einer Bank wachsen und diese rahmen, während ein mit immergrünem Efeu beranktes Gerüst dahinter das ganze Jahr über Rückendeckung bietet und vor Wind und Blicken schützt. Dauerhaft prägende Gehölze ergänzen sich in diesem Fall mit Gräsern und Stauden, die für steten Wandel sorgen. Auf die Wunschliste können Gehölze, Stauden und Gräser schon jetzt gesetzt werden. Gekauft und gepflanzt werden sie ab März, wenn der Boden frostfrei ist.

Kletterkunde für Rankpflanzen

Wer einen Sichtschutz aus Kletterpflanzen anlegen will, benötigt eine entsprechende Rankhilfe. Für Blattstielranker wie Clematis reichen leichte Bambusspaliere oder Rankseile aus. Selbstklimmer wie Efeu, Wilder Wein oder Kletterhortensie sollten mit Gerüsten aus stabilem Holz oder Seilspannsystemen ausgestattet werden. Über eine gitterförmige Anordnung freuen sich Spreizklimmer wie Kletterrosen, Brombeeren oder Winterjasmin. Während einjährige Schlingpflanzen wie Prunk- und Sternwinden mit Seilen und Stäben auskommen, benötigen Starkschlinger wie Blauregen und Knöterich ein sehr stabiles Gerüst.

Von RND / Stefanie Syren

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