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Nachrichten Wissen Gesund kochen für Babys
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23:00 10.03.2019
Wer sein Baby gesund ernähren möchte, hat heutzutage viele Möglichkeiten. Quelle: picture alliance
Hannover

Wenn der Nachwuchs endlich da ist, wünschen sich Mama und Papa nichts sehnlicher, als dass das Baby gesund und glücklich aufwächst. Für kochunerfahrene Eltern hat Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm bewährte und neue Rezepte vom ersten Brei bis hin zu den ersten gemeinsamen Mahlzeiten zusammengetragen. Erfahrungs-Tipps und alltagstaugliches Know-how geben Orientierung bei allen Fragen rund ums Babyessen. Im Interview erzählt die Ernährungs-Expertin Dagmar von Cramm, auf was Eltern achten sollten und was sich im Laufe der Jahrzehnte bei der Kleinkindernährung geändert hat.

Dagmar von Cramm weiß, was kleinen Kindern schmeckt. Quelle: Gräfe und Unzer Verlag / Mona Binner

Frau von Cramm, Sie selbst haben drei erwachsene Söhne und ein zwölf Monate altes Enkelkind. Was hat sich in der Zwischenzeit in Bezug auf Babyernährung geändert?

Damals vor 35 Jahren galt monotone Beikost, am besten frei von Gluten, als beste Allergieprophylaxe – je später eingeführt, desto besser. Heute dagegen weiß man, dass Vielfalt – in jeweils kleinen Mengen – durchaus ab dem fünften Monat am besten Allergien vorbeugt. Und unbedingt auch glutenhaltiges Getreide! Fisch, Ei, Nüsse, das alles ist kein Tabu, im Gegenteil. Gerade Fisch sollten Babys sehr früh bekommen. Aber auch das „wie“ hat sich geändert.

Inwiefern?

Früher gab’s den Abendbrei mit der Flasche (Breischlitzsauger). Das ist heute verpönt: Löffeln von Anfang an steht im Fokus. Oder gleich Fingerfood: Beim „Baby-led Weaning“ stillt sich das Baby erst ab, wenn es allein und selbstständig mit den Fingern sein Essen greifen kann. Außerdem werden „Quetschies“ Mode – statt Flasche. Ich finde, man sollte das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Die Vielseitigkeit finde ich sehr positiv – und sie ist die beste Voraussetzung für die gemeinsame Familienmahlzeit. Denn gesunde Ernährung ist ein Langzeitprojekt!

Wie reagiere ich am besten, wenn mein Kind etwas nicht mag?

Ablenken, ein paar Löffel probieren. Oft ist der Protest beim ersten Löffel groß – und dann schmeckt es doch. Also nicht bei der kleinsten Ablehnung gleich aufgeben. Mein Tipp: Am nächsten Tag etwas Süßkartoffel mitkochen. Die schmecken fast immer und werden inzwischen auch in Deutschland angebaut.

Welche Lebensmittel eignen sich jetzt im Frühjahr besonders gut für die Essenszubereitung?

Frisches Obst aus dem Freiland gibt es im Frühjahr selten. Also sollte man am besten auf Äpfel, Banane oder Zitrusfrüchte zurückgreifen oder tiefgekühlte Beeren nehmen. Erdbeeren sind zurzeit oft noch aus dem Treibhaus und ziemlich sauer. Bei Gemüse sieht es ähnlich aus. Aber frische Kräuter gibt es – auch Spargel und Spinat. Erbsen aus dem Tiefkühlfach und Wurzeln wie Möhren, Pastinaken und Rote Bete aus dem Lager sind gut geeignet. Süßkartoffeln und Kartoffeln gehen immer!

Was können Eltern tun, um nicht in die Süßigkeitenfalle zu tappen?

Keine im Haus haben!

Wenn es zwischendurch schnell gehen muss: Was sollte man bei Fertignahrung aus dem Glas beachten?

Ab und zu sind Gläschen völlig in Ordnung. Und in der Regel sind sie bestens kontrolliert. Aber ab dem zehnten Monat kann es auch Pasta Bolo von Mamis Teller sein – da kann das Kind schon das Familienmenü mitessen. Wenn die Eltern berufstätig sind, hilft es, am Wochenende einen Speiseplan zu machen oder sogar vorzukochen und einzufrieren. Und ein Gemüse-Abo hilft, den Einkaufsstress zu vermeiden.

Worauf sollten Eltern im ersten Lebensjahr besonders achten?

Kinder brauchen Strukturen und Rituale, um sich geborgen zu fühlen. Das bedeutet: Die drei Hauptmahlzeiten immer zur selben Zeit servieren – am besten an einem Esstisch mit festen Plätzen. Kein ständiges Snacken zulassen, sondern zwei Zwischenmahlzeiten planen. Vielseitigkeit ist wichtig für eine gesunde Geschmacksprägung. Je mehr unterschiedliche Lebensmittel Kinder kennenlernen, desto besser. Gerade Gemüse und Obst können Eltern auch einmal pur – roh oder gegart – zum Knabbern geben. Überzuckerte, aromatisierte Produkte sollte man dagegen lieber meiden. Drittens sollten die Kinder nicht zu lange an der Flasche hängen. Zähne sind zum Beißen da: Die Flasche ist bequem, tut aber Zähnen und Kiefer auf Dauer nicht gut. Vor allem, wenn das Kind mit der Flasche allein gelassen wird. Gemeinsames Essen ist für die gesamte Entwicklung besser.

Haben Sie einen Tipp zur Zahnhygiene?

Damit sollte man schon mit dem ersten Zähnchen anfangen! Und dabei ausprobieren, welche Kinderzahncreme dem Baby schmeckt. Es gibt tolle Babyzahnbürstchen, die man sich auf den Finger streifen kann, um die Zähnchen ganz sanft zu massieren.

Rezept für Zucchini-Brei mit Lachs

Wenn Ihr Baby zwischen Ende des vierten und fünften Monats unterstützt sitzen kann, wird es Zeit für den ersten Brei: Löffel für Löffel erobert es sich ein völlig neues Geschmacksuniversum. Anfangs gibt es nur Gemüsemus. Sobald es mehrere Löffel verputzt, ist es Zeit für den ersten kompletten Brei, der zusätzlich Fisch, Fleisch, Ei oder Getreideflocken als Eiweißkomponenten enthält. Und sättigende Kohlenhydrate zum Beispiel in Form von Kartoffeln. Um Allergien vorzubeugen und mit Fettsäuren zu versorgen, sollte der Brei abwechselnd mit Rapsöl, Butter oder Leinöl zubereitet werden.

Gemüsebrei ist die erste Nahrung, die Babys zu sich nehmen. Quelle: Gräfe und Unzer Verlag / Mona Binner

Gemüse-Brei kochen – so geht’s: Die Kartoffeln waschen und mit der Schale in wenig Wasser in 20 bis 25 Minuten gar kochen. Die Zucchini waschen, putzen und klein schneiden. In einem Topf mit fünf Esslöffeln Wasser zugedeckt ca. 15 Minuten dünsten. Das Lachsfilet abbrausen, trocken tupfen und in Würfel schneiden. Nach zehn Minuten zu den Zucchiniwürfeln in den Topf geben. Die Tomaten vierteln, dabei den Stielansatz herausschneiden. Das Fruchtfleisch würfeln. Die Kartoffeln abgießen und kurz ausdampfen lassen. Dann pellen und durch die Presse drücken. Tomaten und Öl zum Zucchini-Lachs-Mix geben, aufkochen und fein pürieren. Dann die Kartoffeln unterrühren. Den Brei in fünf Portionen teilen und in Gefrierdosen oder -beuteln tiefkühlen.

Das wird gebraucht (ergibt fünf Portionen): 250 Gramm Kartoffeln, 300 Gramm Zucchini, 100 Gramm Lachsfilet, 300 Gramm Tomaten, 5 Esslöffel Rapsöl.

Rezept für Getreide-Obst-Brei

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind schon am Ende des ersten Halbjahres glutenhaltiges Getreide bekommt – kleine Mengen reichen, um Zöliakie (eine durch Glutenunverträglichkeit verursachte Erkrankung des Magen-Darm-Trakts) vorzubeugen. Später kann dieser Brei wie ein Müsli morgens die Trinkmahlzeit ergänzen. Der Mix aus Obst, Getreide und Fett ist wichtig, sonst ist der Kaloriengehalt des Breis zu niedrig und Ihr Baby ist schnell wieder hungrig. Messen Sie die Butter mit einem Teelöffel ab, auf den acht bis zehn Gramm passen.

Getreidebrei mit Obst schmeckt Kindern ab Anfang des siebten Monats. Quelle: Gräfe und Unzer Verlag / Mona Binner

Baby-Brei kochen - so geht’s: 125 Milliliter Wasser in einem kleinen Topf erwärmen. Die Haferflocken mit einem Schneebesen einrühren. Die Mischung zum Kochen bringen und bei kleiner Hitze ein bis zwei Minuten unter Rühren köcheln lassen, dann den Topf vom Herd nehmen. Den Apfel waschen, trocken reiben, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Die Apfelspalten in kleinen Stücken direkt in den Topf schneiden. Die Butter dazugeben und alles mit dem Pürierstab fein pürieren.

Das wird gebraucht (ergibt eine Portion): 20 Gramm blütenzarte Haferflocken, 100 Gramm Apfel, ein Teelöffel Butter.

Rezept für Stampfkartoffeln mit Ente

Ihr Baby hat sich ab Anfang des 9. Monats an feste Kost gewöhnt und braucht nur noch morgens und manchmal spätabends eine Still- oder Flaschenmahlzeit. Es verträgt jetzt eigentlich alles – nur mit Salz sollten Sie zurückhaltend sein. Auch Milchprodukte sollte es über den Milchbrei hinaus noch nicht bekommen. Sein Hunger wächst und es bewältigt auch stückigere Mahlzeiten. Wichtig: Vergessen Sie das Trinken nicht als Ergänzung zur festen Beikost! Versuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind zu essen und einen Rhythmus für die Familienmahlzeiten zu finden.

Beim Umstieg auf feste Nahrung können Eltern für sich und ihr Baby das Gleiche kochen. Quelle: Gräfe und Unzer Verlag / Mona Binner

Feste Baby-Kost zubereiten – so geht’s: Die Haut der Entenbrust kreuzweise einschneiden. Etwa 20 Gramm Fleisch ohne Haut abschneiden. Kartoffeln und Kürbis waschen. Kartoffeln schälen, Kürbis entkernen, beides würfeln. In einem Topf das kleine Entenstück in zwei Teelöffeln Butter andünsten, das Gemüse dazugeben, 200 Milliliter Wasser angießen und zugedeckt 15 bis 20 Minuten garen. Fleisch entnehmen, Gemüse zerstampfen. Übrige Entenbrust mit Salz und Fünf-Gewürze-Pulver einreiben, zugedeckt in zehn Minuten auf der Hautseite knusprig braun braten, wenden und bei kleiner Hitze ca. fünf Minuten weiterbraten. In Alufolie wickeln. Für das Baby das kleine Stück Entenfleisch fein hacken. Ein Drittel des Kartoffel-Kürbis-Breis dazugeben, mit übriger Butter und Orangensaft mischen. Für den Erwachsenen den Stampf erhitzen, mit Schmand, Salz und Muskatnuss abschmecken. Die Entenbrust in Scheiben schneiden, mit den Stampfkartoffeln anrichten.

Das wird gebraucht (ergibt eine Baby- und eine Erwachsenenportion): 150 Gramm Entenbrust, 250 Gramm Kartoffeln, 250 Gramm Hokkaidokürbis, 3 Teelöffel Butter, Salz, Fünf-Gewürze-Pulver, zwei Esslöffel Orangensaft, ein Esslöffel Schmand, frisch geriebene Muskatnuss.

Mehr Gerichte für Babys und Kinder gibt es im Kochbuch „Kochen für Babys“ von Dagmar von Cramm.

Von RND / Lisa Stegner

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