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Nachrichten Wissen Erster toter Wal: Japanische Walfänger zur Jagd ausgelaufen
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13:40 01.07.2019
Ein Wal wird an einem Hafen in Kushiro abgeladen. Japans Walfänger sind nach 31 Jahren erzwungener Pause erstmals wieder zur kommerziellen Jagd auf Wale ausgelaufen. Quelle: Masanori Takei/Kyodo News/dpa
Kushiro

Japans Walfänger sind nach drei Jahrzehnten erzwungener Pause erstmals wieder zur kommerziellen Jagd auf die Meeressäuger ausgelaufen. Bereits kurz nach Auslaufen der Flotte harpunierten die Japaner am Montag nach offiziellen Angaben den ersten Wal. Man hoffe, die Walfanggemeinde wiederzubeleben und die „reiche Waljagdkultur des Landes“ an die nächste Generation weitergeben zu können, frohlockte Vize-Regierungssprecher Yasutoshi Nishimura. Insgesamt stehen bis Ende Dezember 52 Zwergwale, 150 Brydewale und 25 Seiwale auf der Abschussliste, so die Regierung.

Am Tag zuvor war der Austritt Japans aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Kraft getreten. Grund war Japans Frust über das seit 1986 geltende Walfang-Moratorium. Tokio beklagte seit langer Zeit, dass es einigen Mitgliedsländern nur um Walschutz gehe und kämpfte vergeblich für die Wiederzulassung der kommerziellen Jagd. Es ist das erste Mal in der Nachkriegszeit des Landes, dass Japan einer der großen internationalen Organisationen den Rücken gekehrt hat.

Japan will Jagd für „wissenschaftliche Zwecke“ einstellen

Bei der begonnenen kommerziellen Jagd will sich das G7-Land auf seine territorialen Gewässer und seine Wirtschaftszone beschränken. Die bisherige Jagd in der Antarktis – nach offizieller Darstellung zu „wissenschaftlichen Zwecken“ – will Japan einstellen. Der Staat hatte im Namen der Wissenschaft auch bisher jedes Jahr Hunderte Wale gefangen, was nach den Regeln der Walfangkommission auch erlaubt war.

Die Fangquote von in diesem Jahr 227 Walen habe man so kalkuliert, dass die Bestände der Meeressäuger nicht in Gefahr gerieten, selbst wenn Japan auch die kommenden 100 Jahre lang Jagd auf die Tiere machen würde, argumentierte das zuständige Fischereiministerium. Man werde auf wissenschaftlicher Grundlage und mit einem „angemessenen Ressourcen-Management“ kommerziell jagen.

Schiffe verlassen den Hafen von Kushiro, um Japans erste kommerzielle Walfangoperation seit 31 Jahren durchzuführen. Japan will bis zum Ende des Jahres 227 Wale töten. Quelle: Kyodo/dpa

Walfang als Frage nationaler Souveränität

Nach einer feierlichen Zeremonie stach die Flotte aus dem Mutterschiff „Nisshin Maru“ und mehreren Fangschiffen vom nördlichen Hafen Kushiro und der westlichen Walfangstadt Shimonoseki aus in See. Kurz darauf vermeldeten die Walfänger das erste erlegte Tier.

Walfang ist für Japan schon seit langem zu einer Frage der nationalen Souveränität geworden. Zunächst war es allerdings die amerikanische Besatzungsmacht, die Japan nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg dazu gedrängt hatte, für die hungernde Bevölkerung Wale zu schlachten, um sie mit Proteinen zu versorgen. Doch das ist lange her, heute findet das dunkle Walfleisch nur noch wenige Liebhaber.

Japan hofft, dass Lust auf Walfleisch wieder zunimmt

Wurden in den 1960er Jahren rund 200.000 Tonnen jährlich in Japan gegessen, kamen aus dem „wissenschaftlichen Walfang“ zuletzt noch rund 5000 Tonnen jährlich auf den Markt. Der nun begonnene kommerzielle Walfang werde zunächst geringere Mengen Walfleisch als aus dem bisherigen wissenschaftlichen Walfang an Land holen, erklärte die Regierung in Tokio. Dort hofft man darauf, dass junge Japaner wieder auf den Geschmack kommen und der Konsum steigt.

„Esst Wale, um Fische zu retten“: Mit derart betitelten und eigens verfassten „Studien“ sind japanische Lobbyisten zuletzt hausieren gegangen. Weil die verbliebenen Wale so viel Fisch fräßen, so ihre Argumentation, müssten Menschen Wale essen, damit mehr Fische im Meer übrig blieben – für den Fischfang. „Das ist blanker Unsinn, auf den manche Politiker aber gern hereinfallen“, kommentiert der Umweltverband WWF.

Der wichtigste Grund für den Rückgang vieler Fischbestände sei stattdessen die Überfischung der Meere durch den Menschen. Mehr noch: „Die Überfischung durch immer mehr Fangflotten bedroht ganz direkt die Wale. Denn ihnen wird schlicht ihre Nahrung weggefangen“, so der WWF.

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Von RND/dpa/so

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