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16:00 29.04.2019
Riesenwellen wie hier vor Hawaii sind vor allem jenseits des Äquators weiter angewachsen. Quelle: Robert Postma/imago
Melbourne

Windstärke und Seegang haben in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Meeresregionen zugenommen. Besonders deutlich stiegen seit dem 1980er Jahren die Extremwerte, wie Ian Young von der Universität Melbourne und Augustinus Ribal von der Hasanuddin Universität im indonesischen Makassar berichten. Vor allem betroffen seien das Südpolarmeer, der Nordatlantik sowie Pazifik und Atlantik südlich des Äquators.

Messdaten aus 33 Jahren

Die Forscher stützen ihre im Magazin „Science“ veröffentlichte Studie auf Messungen von insgesamt 31 Satelliten von 1985 bis 2018 sowie auf Daten von mehr als 80 Treibbojen. Um die Zuverlässigkeit der Resultate zu prüfen, glichen die Forscher die Messungen verschiedener Satellitenmissionen per Höhenmesser, Radiometer und anderen Geräten miteinander ab und verglichen sie auch mit den Werten der Bojen. Die monatlichen Werte übertrugen sie in Raster einer Ausdehnung von zwei Längen- auf zwei Breitengrade.

Demnach stieg die mittlere Windgeschwindigkeit in dem Zeitraum von 33 Jahren im Südpolarmeer jährlich um etwa 2 Zentimeter pro Sekunde – das entspricht 0,072 Kilometern pro Stunde. In ähnlichem Maße stieg der Wert im Pazifik und Atlantik jeweils südlich des Äquators. Im Nordatlantik lag die Zunahme demnach bei etwa 1 Zentimeter pro Sekunde (0,036 Kilometer pro Stunde). In den anderen Meeresregionen gab es keinen klaren Trend.

So haben sich in den vergangenen 33 Jahren weltweit die Windgeschwindigkeiten verändert. Rot bedeutet Anstieg, blau Abnahme Quelle: Professor Ian Young, University of Melbourne

Deutlicher fiel die Steigerung der Extremwerte aus, die die oberen zehn Prozent der Windgeschwindigkeiten abdecken. Sie nahmen demnach tendenziell in den gleichen Meeresregionen zu, aber in stärkerem Ausmaß. Demnach stiegen diese Spitzenwerte im Südpolarmeer pro Jahr um etwa 5 Zentimeter pro Sekunde (0,18 Kilometer pro Stunde). Im Pazifik und Atlantik südlich des Äquators stiegen sie pro Jahr um 2 bis 3 Zentimeter pro Sekunde, im Nordatlantik um 4 Zentimeter pro Sekunde. Zudem registrierten die Forscher eine jährliche Zunahme auch im Nordpazifik sowie im Indischen Ozean um 2 Zentimeter pro Sekunde.

Bei der Wellenhöhe änderten sich die Mittelwerte nicht eindeutig. Die Spitzenwerte dagegen stiegen im Südpolarmeer um 1 Zentimeter pro Jahr und im Nordatlantik um 0,8 Zentimeter pro Jahr. Die Forscher betonen, dass der Seegang in den meisten Meeresregionen stärker von anderen Faktoren abhängt als von der lokalen Windgeschwindigkeit.

So haben sich in den vergangenen 33 Jahren weltweit die Wellenhöhen verändert. Rot bedeutet Anstieg, blau Abnahme. Quelle: Professor Ian Young, University of Melbourne

Extremwellen wuchsen um 30 Zentimeter

Auf 30 Jahre hochgerechnet nahm die Spitzenwindgeschwindigkeit im Südpolarmeer demnach um 1,5 Meter pro Sekunde (5,4 Kilometer pro Stunde) zu. Das entspricht den Forschern zufolge einer Steigerung um etwa 8 Prozent. Die Höhe der Extremwellen stieg dort in dem Zeitraum um 30 Zentimeter, das seien 5 Prozent.

„Auch wenn Steigerungen um 5 und 8 Prozent nicht viel erscheinen, könnten solche Veränderungen, wenn sie in Zukunft andauern, große Folgen haben“, wird Young in einer Mitteilung seiner Uni zitiert. Die Zunahme von Windstärken und Wellenhöhen steigert demnach die Gefahr von Überschwemmungen von Küstenregionen, insbesondere angesichts des steigenden Meeresspiegels.

Von RND/dpa/Walter Willems

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