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Wissen „Zweinutzungshuhn“ als Alternative zum Küken-Schreddern
Nachrichten Wissen „Zweinutzungshuhn“ als Alternative zum Küken-Schreddern
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15:13 26.03.2019
Trauriges Schicksal: 2017 wurden bundesweit rund 47 Millionen männliche Küken kurz nach dem Schlüpfen geschreddert. Quelle: dpa
Hannover

Fast 50 Millionen männliche Küken werden jährlich geschreddert, weil die Mastbetriebe keine Verwendung für sie haben. Mit einer neuen Geflügel-Zuchtlinie ließe sich die Massentötung möglicherweise verhindern. Ihr Konzept ziele darauf ab, das Tierwohl zu verbessern, teilte die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) mit. Beim so genannten Zweinutzungshuhn dienen die weiblichen Tiere als Legehennen, die männlichen werden für die Fleischproduktion genutzt – wie es vor der Industrialisierung üblich war.

Die Bundesregierung wollte eigentlich schon 2017 das Töten beenden und fördert Forschungsprojekte zu Alternativen. Das Projekt Integhof war eines davon. Die TiHo-Forscher entwickelten in den vergangenen drei Jahren auf dem Lehr- und Forschungsgut Ruthe der Hochschule ein neues Konzept für die Geflügelhaltung. Der zentrale Punkt dabei war, nicht unterschiedliche Hühnerlinien einzusetzen, sondern ein Zweinutzungshuhn.

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So wurden die Hennen des Zweinutzungshuhns der Linie „Lohmann Dual“ für die Eierzeugung genutzt und die Hähne für die Fleischgewinnung. Nach Angaben der Forscher kann so das Töten der männlichen Küken der Legehennenlinien vermieden werden. Das ganzheitliche Konzept ziele außerdem darauf ab, das Tierwohl zu verbessern, indem der Stress für die Tiere reduziert und die Leistung entschleunigt werde.

Zweinutzungshuhn legt 50 Eier weniger

Es gibt aber auch Nachteile. Die Hennen des Zweinutzungshuhns legen der TiHo zufolge durchschnittlich 250 Eier im Jahr, etwa 50 Eier weniger als konventionelle Legehennen. Im Projektverlauf wurden 3000 Eier getestet, Unterschiede in der Qualität waren den Forschern zufolge dabei gering. Die Hähne wachsen langsamer und müssten dementsprechend, bis zur Schlachtreife, etwa doppelt so lange wie normale Masthähne gehalten werden.

Wie wirkt sich das auf das Tierwohl aus? Auffällig war zumindest, dass die Zweinutzungshühner bis zum Ende der Legeperiode ein nahezu intaktes Gefieder hatten, so die Experten. Das Phänomen des „Federpickens“, das besonders hochleistende Tiere zeigen, blieb bei dieser Linie aus. Die Hochschule teilte weiter mit, dass die Tiere ruhiger waren und weniger empfindlich gegenüber Infektionen sind.

Verbraucher sind teilweise bereit, mehr zu zahlen

Im Zuge des Projekts wurde eine deutschlandweite Online-Befragung von SocialLab des Thünen-Institus in Braunschweig durchgeführt. Es wurden 1500 Verbraucher befragt. Etwa 25 Prozent der Befragten äußerten, dass sie bereit wären, für die Eier mehr Geld auszugeben. Etwa 16 Prozent erklärten, dass sie sich vorstellen können, etwa das Hähnchenbrustfleisch des Zweinutzungshuhns zu kaufen.

Schon jetzt kann man Eier aus Brütereien kaufen, in denen auch männliche Küken aufgezogen werden. Diese „Bruderhahn“-Eier sind allerdings teurer. Ein 6er Karton kostet 3,30 €.

Deutsche essen immer mehr Geflügel

Die Lust der Deutschen auf Fleisch ist ungebremst, besonders auf Geflügel. Neue Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zeigen: Im Jahr 2018 lag der Konsum von Hühnerfleisch bei 14,9 Kilogramm pro Kopf. 2016 waren es noch 13,6 Kilogramm. Der erhöhte Geflügelkonsum bedeutet natürlich auch, dass es immer mehr Hühner in den Mastställen gibt.

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Von RND/ame/dpa

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