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Wissen Reden, singen und trinken: So bleibt die Stimme fit
Nachrichten Wissen Reden, singen und trinken: So bleibt die Stimme fit
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11:11 31.07.2019
Übung macht den Meister: Mit einfachen Übungen kann man seine Stimme trainieren. Gähnen etwa kann helfen, den Kiefer zu entspannen. Quelle: Christin Klose/dpa-tmn
Freiburg/Köln

Unsere Stimme nutzen wir, um mündlich zu kommunizieren. Damit sie im (Berufs-)Alltag und auch über Jahre hinweg voll und wohltönend bleibt, kann sie regelmäßig trainiert werden. Diese Tipps helfen dabei:

Stimme: Viel nutzen aber auch Ruhepausen einlegen

Das Wichtigste ist, seine Stimme überhaupt zu nutzen. „Heutzutage sprechen die Menschen immer weniger miteinander, sondern sie schicken sich Nachrichten via Smartphone oder PC“, sagt Bernhard Richter vom Freiburger Institut für Musikermedizin. Wer seine Stimme wenig einsetzt, müsse sich nicht wundern, wenn sie in bestimmten Situationen brüchig und matt klingt.

„Statt sich Nachrichten zu schreiben, sollten man wieder mehr miteinander reden“, erklärt Richter. Über diesen Kommunikationsweg könnten die Beteiligten auch besser aufeinander eingehen. Denn die Stimme sei auch immer Träger von Emotionen. Sie signalisiert dem Gegenüber, dass man beispielsweise glücklich ist. Dies könne zwar einem anderen mit einem Smiley auch in einer Nachricht mitgeteilt werden. „Über die Stimme kommen aber diese und andere Gefühlslagen viel authentischer und überzeugender beim Anderen an“, so Richter.

Permanentes Sprechen ist allerdings auch nicht gut – das strapaziert zu stark die Stimmlippen. Wer berufsbedingt, etwa als Lehrer oder Verkaufsberater, viel sprechen muss, sollte regelmäßig am Tag kurze Ruhepausen einlegen.

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Positive Wirkung: Immer wieder Singen und Summen

Singen hat ebenfalls eine positive Wirkung auf die Stimme. „Das Gleiche gilt für das Vor-sich-her-summen“, sagt Richter. Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC). Eine mögliche Übung besteht darin, einen tiefen Ton zu summen, ihn dann stufenlos über etwa fünf Töne aufwärts und dann wieder abwärts führen. Dies sollte mehrmals wiederholt werden. Gute Nebeneffekte des Trällerns: Es beruhigt und hellt die Stimmung auf.

Stimme trainieren: Den Bauch ausschütteln

„Die Stimme ist sehr komplex und hat mehrere Teilfunktionen“, sagt die Kölner Logopädin Wiltrud Föcking. „Und je besser wir unsere Stimme kennen, desto besser können wir sie in den verschiedenen Sprechsituationen flexibel einsetzen“, ergänzt sie. Die Stimme kann laut, leise, hoch oder tief sein. „Dies kann man wunderbar üben und die Stimme damit fit machen.“

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Eine Übung besteht zum Beispiel darin, einen Ton leise zu beginnen und kräftig werden zu lassen. „Wer seine Stimme modulieren möchte, kann Sirenentöne nachahmen“, erklärt Föcking. Dabei lässt der Übende einen Ton wie eine Sirene im fließenden Wechsel von tief nach hoch gleiten. Indem man beim Sprechen eines gedehnten „F“ zu einem „W“ überleitet, bringt man seine Stimme zum Schwingen.

Eine weitere Übung: Den Bauch kräftig ausschütteln oder auf den Brustkorb klopfen, dabei spielerisch „A - O - A“ tönen und die „Stimme wackeln lassen“ – „auch das trägt dazu bei, dass die Stimme klangvoll und wohltönend bleibt“, betont Föcking. Seine Stimme trainieren kann jeder immer mal wieder zwischendurch – etwa beim Duschen oder Autofahren.

Kiefer entspannen: Gähnen und seufzen

Häufig ist der Kiefer beim Sprechen sehr angespannt und verhindert, dass die Stimme locker schwingen kann. „Viele haben sogar Schmerzen im Kiefer“, sagt Föcking. Daher öfter mal mit den Händen den Kiefer locker nach unten ausstreichen. „Gut für die Stimme ist, sich zwischendurch immer mal wieder zu strecken, zu gähnen und dabei laut zu seufzen“, sagt die Logopädin.

Genug trinken: Wasser und Früchtetee

Ausreichendes Trinken trägt dazu bei, dass die aus Schleimhaut bestehende Oberfläche der Stimmlippen feucht bleibt – eine Wohltat für die Stimme. Oft heißt es, dass jeder zwei bis drei Liter täglich an Flüssigkeit zu sich nehmen sollte. „Eine solche Empfehlung kann nicht allgemeingültig sein“, stellt René Gräber, Heilpraktiker in Preetz (Schleswig-Holstein), klar. So benötigt eine 51 Kilogramm schwere Frau eine andere Flüssigkeitszufuhr als ein 120 Kilogramm schwerer Mann. Gräber empfiehlt, täglich 15 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht zu trinken. „Diese Menge kann dann langsam auf 25 bis 30 Milliliter pro Körpergewicht gesteigert werden“, erläutert der Heilpraktiker.

Gut für die Stimme sind kohlensäurearmes Wasser und Früchtetees. „Wenn die Stimme strapaziert klingt, macht es Sinn, zweimal am Tag eine Tasse Salbei-Tee zu trinken“, rät Gräber. Schlecht für die Stimme sind starker Nikotin- und Alkoholkonsum.

Logopäde: Kann beim Stimmenvolumen helfen

„Wer länger als drei Wochen ununterbrochen heiser ist oder eine brüchige Stimme hat, sollte die Ursache unbedingt durch einen Facharzt abklären lassen“, erklärt Richter. Eine Therapie bei einem Logopäden kann schließlich helfen, der Stimme wieder mehr Volumen zu verleihen.

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Von RND/dpa

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