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Wissen Bernstein mit 100 Millionen Jahre altem Tintenfisch entdeckt
Nachrichten Wissen Bernstein mit 100 Millionen Jahre altem Tintenfisch entdeckt
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10:10 15.05.2019
Land- und Meeresbewohner – in einem Stück Bernstein gemeinsam für die Ewigkeit eingeschlossen. Rechts der Ammonit, der vor 100 Millionen Jahren lebte. Quelle: National Academy of Sciences
Shanghai

Der Fund war eine gänzlich unerwartete Entdeckung: Denn der Ammonit, ist ein längst ausgestorbenes tintenfischartiges Tier, das vor 100 Millionen Jahren im Meer lebte, während die Saurier die Erde bevölkerten. Der Sensationsfund ist der erste Ammonit, der je eingeschlossen in Bernstein gefunden wurde – und zugleich eines der ersten Meeresorganismen, berichtet „Science“. Denn da Bernstein aus fossilem Baumharz besteht, gibt es als Einschlüsse eigentlich nur fossile Funde von Landbewohnern

Historischer Schatz bei einem Sammler

Der historische Schatz wurde entdeckt, als ein Sammler aus China den Bernstein für rund 700 Euro bei einem Händler erwarb. Der behauptete, dass es sich bei dem Einschluss um eine Schlange handle. Der Sammler war skeptisch und ließ eine Computertomographie von dem Fossil anfertigen. Dabei stellte sich heraus, dass unter der Harzhülle die komplexen inneren Kammern zu erkennen waren, die so typisch für Ammoniten sind.

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Die präzise Zuordnung des Ammoniten lässt auch eine zeitliche Einschätzung zu. Demnach stammt das Tier in dem birmanischen Bernstein aus der Kreidezeit. Doch das etwa drei Zentimeter lange Bernsteinstück enthält ein ganzes Sammelsurium von Meeres- und Landbewohnern. Gut 40 Tiere zählten die Forscher, die ihre Erkenntnisse in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ vorstellten: Milben, Spinnen, Tausendfüßler, Schaben, Käfer, Fliegen, Wespen und maritime Bauchfüßler.

Drei Theorien zur Entstehung

Zur Entstehung dieses einmaligen Bernsteinfossils haben die Forscher drei Theorien: Vielleicht tropfte das Harz seinerzeit von Bäumen eines meernahen Waldes und erfasste erst die Tiere an Land und dann die im Wasser. Oder ein Tsunami überflutete tief liegende Bäume und schwemmte Meeresbewohner in die Harzansammlungen. Vielleicht aber waren es auch Stürme, die Muscheln und Ähnliches in den Wald wehten. Wie auch immer, so die Wissenschaftler, der Fund sei eine sehr willkommene Überraschung. Das Bernsteinstück ist derzeit in China, im Lingpoge Bernstein Museum in Shanghai zu sehen.

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Von Daniel Killy/RND

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