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21:27 22.06.2019
Symbolbild: Ohne Smartphone, ohne mich! Viele Menschen können sich ihren Alltag ohne technische Unterstützung nicht mehr vorstellen. Quelle: Robert Michael/dpa
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Hannover

Was ist das wichtigste Organ des Menschen. Richtig! Das Smartphone. Viele sind ohne Handystrahlung rastlos, ein Gefühl der Nacktheit macht sich breit. Ein kleines technisches Gerät bestimmt den Alltag von Milliarden rund um den Globus. Doch die exzessive Nutzung kann zum Problem werden.

Der „Smartphone-Finger“, „Whatsappitis“ oder der „Handydaumen“ sind nur ein kleiner Auszug von vermeintlichen Krankheiten, die auf unseren täglichen Begleiter in der Hosentasche zurückzuführen sind. Diagnosen wie das Impingement-Syndrom, kurz „iPad-Schulter“, klingen zwar komisch, doch es gibt sie wirklich. Die Smartphone-Krankheiten.

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Der New Yorker Wirbelsäulenchirurg Kenneth Hansfaj warnt sogar davor, dass der ständige Blick nach unten auf das Display die menschliche Anatomie verändern könnte.

Vier Symptome näher beschrieben:

Whatsappitis:

Was sich lustig anhört, kann unglaubliche Schmerzen verursachen. Whatsappitis ist ein tatsächliches Krankheitsbild und wurde zum ersten Mal im Fachmagazin „The Lancet“ im Jahr 2014 erwähnt.

Dabei handelt sich um eine Sehnenscheidenentzündung der Daumen und Handgelenke, die auf einen intensiven Gebrauch eines Nachrichtendienstes zurückzuführen ist. Nach der Diagnose ist eine Smartphone-Detox-Kur angesagt.

Smartphone-Finger:

Der sogenannte „Smartphonepinky“ ist eher ein Internet-Phänomen als ein echtes Krankheitsbild. Dabei ist der kleine Finger, mit dem das Smartphone gehalten wird, verformt. Auf Twitter machen User unter dem Hashtag #smartphonepinky immer wieder darauf aufmerksam.

Dem Medizin-Check hält diese These aber eher nicht stand. „Aus schulmedizinischer Sicht ist das Blödsinn“, sagte der Mediziner Thomas Schoeller, der „Süddeutschen Zeitung“. Denn: „Wenn das Knochenskelett ausgewachsen ist, kann eine mechanische Belastung nicht zu einer Verformung führen.“

Das Twitter-Universum sieht das anders:

Der Smartphone-Nacken:

Der New Yorker Wirbelsäulenchirurg Kenneth Hansraj vertritt die Meinung, dass sich die Smartphone-Nutzung auf die Wirbelsäule, insbesondere auf den Nacken, auswirkt. Der ständige Blick nach unten auf den Display hat laut Hansraj Folgen. Weil die Bänder im Halsbereich den immer schwerer nach unten ziehenden Kopf halten müssen, werden die Knochen der Wirbelsäule mitwachsen, so seine Theorie.

Vorbild sei das Bison, womit dem Begriff Stiernacken gleich eine ganz andere Bedeutung zukommen würde.

Auch australische Forscher verfolgen einen ähnlichen Ansatz und gehen von anatomischen Veränderungen im Körper aus. Sie entdeckten vor allem bei Personen zwischen 18 und 30 Jahren eine knöcherne Veränderung am Hinterkopf. Laut den Forschern versucht der Körper damit unnatürliche Köperhaltungen auszugleichen.

Das Röntgenbild zeigt eine deutliche Wölbung am Hinterkopf. Quelle: Nature.com

Der Handydaumen:

Ein weit verbreitetes Symptom für übertriebene Smartphone-Nutzung ist der sogenannte Handydaumen. Dabei ist der Daumen an der Hand, mit der getippt wird, trainierter und damit dicker. Die monotonen Tippbewegungen können zu einer Verdickung der Sehnen führen. Was eine Reizung oder Entzündung hervorrufen kann.

Von RND/ka