Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wissen Taschengeld: Wie viel ist angemessen?
Nachrichten Wissen Taschengeld: Wie viel ist angemessen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:55 01.07.2019
Wie viel Taschengeld die Kinder bekommen, sollte vom Alter und der finanziellen Situation der Familie abhängen. Quelle: Patrick Seeger/dpa
Hannover

Süßkram, Spielsachen und Kleidung: Wenn das Taschengeld im Portemonnaie oder auf dem Konto gelandet ist, können Kinder sich den ein oder anderen persönlichen Wunsch erfüllen. Doch nicht jedes Kind ist zufrieden mit der Höhe des Geldes. Eltern stehen vor vielen strittigen Fragen: Wie viel Taschengeld brauchen Kinder und wie viel ist zu viel? Oder: Wie reagiert man auf Forderungen nach mehr Taschengeld?

Lesen Sie auch:
Das Einschulungs-ABC für Schulanfänger

Höhe des Taschengeldes von Alter und Familiensituation abhängig

Das Alter des Kindes ist ein entscheidender Faktor für die Entscheidung der Eltern, wie viel Taschengeld angemessen ist. Aber: „Die Höhe des Taschengeldes richtet sich natürlich auch nach den finanziellen Möglichkeiten der Eltern und was Kinder und Jugendliche davon finanzieren müssen“, sagt die Pädagogin und Autorin Uta Reimann-Höhn (www.lernfoerderung.de). Bezahlen Kinder und Jugendliche beispielsweise ihre Kleidung, Schulbücher und Mittagessen, sollte das Taschengeld auch höher sein. Eine Empfehlung für die Höhe des Taschengeldes sprechen jährlich die Jugendämter aus. Die Richtlinien ändern sich mit den Jahren. Einen Überblick verschafft für dieses Jahr die Taschengeldtabelle 2019:

4 – 5 Jahre

0,5 Euro pro Woche

6 – 7 Jahre

1,50 – 2 Euro pro Woche

8 – 9 Jahre

2 – 3 Euro pro Woche

10 – 11 Jahre

13 – 16 Euro pro Monat

12 – 13 Jahre

18 – 22 Euro pro Monat

14 – 15 Jahre

25 – 30 Euro pro Monat

16 – 17 Jahre

35 – 45 Euro pro Monat

18 Jahre

70 Euro pro Monat

Erziehungsprozess: Taschengeld trainiert Kinder im Umgang mit Geld

Taschengeld spielt eine große Rolle in der Erziehung: Kinder werden zur Selbstständigkeit erzogen und lernen, ohne Hilfe der Eltern im Leben zurecht zu kommen. „Taschengeld hilft Kindern und Jugendlichen dabei, den Wert von Geld einzuschätzen und ihr Verhalten im Umgang mit dem Geld zu trainieren“, betont Reimann-Höhn. Da Kinder schon ab dem Grundschulalter in Berührung mit Finanzen kommen, können sie als Jugendliche schneller lernen, ihr Geld über einen längeren Zeitraum einzuteilen. Denn dann bekommen sie für gewöhnlich mehr Taschengeld, haben aber gleichzeitig auch teurere Wünsche wie ein neues Smartphone, einen E-Roller oder bestimmte Markenklamotten.

Auch interessant:
Geschwisterrivalität: Tipps für Eltern

Kinder und Jugendliche lernen aus den Erfahrungen mit Taschengeld

Trotzdem bereitet der Umgang ihrer Kinder mit Geld vielen Eltern Sorgen. Grundsätzlich gilt: „Das Taschengeld können Kinder und Jugendliche ausgeben, wofür immer sie wollen“, rät die Erziehungsexpertin. Eine klare Grenze liegt jedoch bei verbotenen Dingen oder gefährlichen Substanzen. Tabak, Glücksspiele und manche Apps sind für Minderjährige tabu. Erfahren die Eltern davon, dass ihr Nachwuchs Geld dafür ausgibt, dürfen sie die Kinder mit einer Taschengeldsperre bestrafen, so Reimann-Höhn.

Kaufen sich Kinder und Jugendliche Sachen, die sich als Schrott herausstellen, ist das zwar ärgerlich für sie – aber gleichzeitig auch eine wertvolle Erfahrung. Denn: „Zum einen bedenken sie ihre Kaufentscheidungen in Zukunft vermutlich besser, zum anderen können sie auch lernen, Dinge zu reklamieren und eventuell Geld zurückzufordern“, erklärt Reimann-Höhn. Schließlich sind diese Kompetenzen im erwachsenen Alter sehr nützlich.

Taschengeld-Verhandlungen: Wertvolle Erfahrung für Kinder

„Es ist zu wenig“ und „die anderen bekommen mehr“ sind Aussagen, mit denen wohl die meisten Eltern früher oder später mal konfrontiert werden. Doch wie reagieren Eltern darauf? „Falls möglich, sollten sich Eltern grundsätzlich an die Taschengeldrichtlinien halten“, sagt Reimann-Höhn. So anstrengend die „Gehaltsverhandlungen“ mit den Kindern auch sein mögen, können sie doch eine wertvolle Erfahrung für den Nachwuchs sein. Denn dadurch lernen sie, gute Argumente für eine Taschengelderhöhung zu finden. „Außerdem trainieren sie ihre Frustrationstoleranz, wenn die Eltern den Wünschen nicht immer nachgeben“, sagt die Pädagogin.

Lesen Sie hier:
So lernen Kinder sicher Laufrad, Roller oder Fahrrad fahren

Kind Pleite: Richtiger Umgang mit Geld will gelernt sein

Eine andere Situation, die vielen Eltern bekannt vorkommt: Erst vor zwei Tagen hat das Kind Taschengeld bekommen, und schon ist alles weg. Dann bettelt der Nachwuchs nach mehr Geld, da sie keines mehr für Aktivitäten mit den Freunden haben. Heißt es dann nachgeben oder hart bleiben? Reimann-Höhn hat eine eindeutige Antwort: „Kinder und Jugendliche, die ständig pleite sind, haben den richtigen Umgang mit Geld noch nicht gelernt. Sie werden ihn auch nicht lernen, wenn die Eltern ihnen immer wieder aus der Patsche helfen und noch etwas Geld zustecken.“ Ab und zu – etwa ein bis zweimal im Jahr – sei ein kleiner Nachschuss aber in Ordnung.

Eine bessere Alternative sei jedoch, Kindern aufzuzeigen, wie sie etwas für Geld tun können: Sei es den Rasen zu mähen, Altglas zu entsorgen und den Abwasch zu erledigen. „Jugendliche können sich natürlich auch durch kleine Jobs außerhalb der Familie langsam etwas Geld dazu verdienen“, rät Reimann-Höhn. Vielleicht betreuen sie eine ältere Person im Haus, hüten die Kinder der Nachbarn oder kümmern sich um einen fremden Hund.

Stellenwert von Taschengeld nicht zu hoch hängen

Eltern sollten ihren Sprösslingen schon möglichst früh wichtigen Rat mit auf den Weg geben – beispielsweise, dass sie nie mehr Geld ausgeben sollten, als sie haben. Zudem sollten Mütter und Väter ihre Kinder davor warnen, sich von Freunden etwas zu leihen, da das zu Problemen führen kann. Dennoch gilt: Obwohl Geld eine große Rolle im Leben spielt, sollte der Stellenwert niemals zu hoch gehängt werden. Reimann-Höhn: „Freundschaften, gemeinsame Erlebnisse und ein harmonisches Miteinander sind nicht von der Höhe des zur Verfügung stehenden Geldes abhängig.“

Von RND/Ben Kendal

Der Sommer ist bekanntlich farbenfroh – doch der aktuelle Modetrend setzt sich ausgerechnet aus Schwarz und Weiß zusammen. So finden Sie den richtigen, kontrastreichen Look für den Sommer.

01.07.2019

Vegan zu leben, ist ihnen nicht genug: Frutarier wollen durch ihre Ernährung nicht nur Tiere, sondern auch Pflanzen schützen. Was dann auf dem Speiseplan übrig bleibt und für wen der Trend eher ungeeignet ist, lesen Sie hier.

01.07.2019

Erst eine feierliche Zeremonie, dann der erste toten Wal: Nach jahrzehntelanger Pause hat Japan am Montag seinen kommerziellen Walfang wieder aufgenommen. Dabei geht es der Nation mehr um Nationalstolz als um Bedürfnisse – denn der Bevölkerung ist der Appetit auf Walfleisch schon länger vergangen.

01.07.2019