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Nachrichten Wissen Neue FCKW-Emissionen: China unter Verdacht
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19:01 22.05.2019
Die Messstation Gosan in Südkorea, die die mysteriösen FCKW-Emission lokalisieren konnte. Quelle: Korean Meteorological Administration
Bristol

Trotz eines weltweiten Verbots wird das Ozonschicht-schädigende Gas Trichlorfluormethan in China sehr wahrscheinlich weiterhin produziert und verwendet. Ein internationales Forscherteam um Matt Rigby von der Universität Bristol hat eine Quelle für diese Substanz im Osten des Landes ausgemacht. Das schließen die Wissenschaftler im Fachblatt „Nature“ aus Messungen unter anderem in Südkorea und Japan sowie aus Simulationsmodellen für den Transport von Chemikalien in der Atmosphäre.

Produktion ist seit 2010 verboten

Trichlorfluormethan (CFC-11) gehört zu den Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), die früher unter anderem als Kältemittel sowie als Treibmittel in Spraydosen und für Kunststoffschäume verwendet wurden. In den 1970er Jahren wurde erkannt, dass FCKW die Ozonschicht schädigen, die wiederum die Erde vor der UV-Strahlung der Sonne schützt. Nach der Entdeckung des Ozonlochs über der Antarktis im Jahr 1985 einigte sich die Staatengemeinschaft zwei Jahre später mit dem Montrealer Protokoll und folgenden Vereinbarungen auf eine drastische Reduzierung der FCKW. Seit 2010 gilt ein internationales Produktionsverbot für diese Ozonkiller.

Erwartungsgemäß gingen die FCKW-Konzentrationen in den vergangenen Jahrzehnten zurück. „Daher war es unerwartet, als letztes Jahr berichtet wurde, dass ab 2013 die globalen Emissionen eines der wichtigsten FCKW plötzlich zuzunehmen begannen“, wird Rigby in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. Zunächst konnte die CFC-11-Quelle, die in Ostasien vermutet wurde, nicht genauer lokalisiert werden. Deshalb hatten Rigby und Kollegen sich der Sache erneut angenommen.

Bis Ende 2017 immer wieder Spitzenwerte

Auffällig war zunächst, dass die Werte an verschiedenen Messstationen weltweit zurückgingen. Allerdings registrierten die japanische und die südkoreanische Station bis Ende 2017 immer wieder Spitzenwerte, die weit über die globalen Mittelwerte hinausgingen. Die Forscher kalkulieren, dass von 2008 bis 2012 pro Jahr rund 64 000 Tonnen Trichlorfluormethan ausgestoßen wurden, von 2014 bis 2017 sogar 75 000 Tonnen. Berechnungen und Simulationen mit Atmosphärenmodellen ergaben, dass knapp zwei Drittel dieser Emissionen (64 Prozent) aus China stammten.

Der Weg der CFC-11-Emissionen von China zu den Messtationen Gosan und Hateruma, hier in einer Simulation der Universität von Bristol (England). Quelle: University of Bristol

Die Wissenschaftler grenzten die Herkunft der Stoffe mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die ostchinesischen Provinzen Shandong und Hebei ein. „Es ist jetzt entscheidend, dass wir herausfinden, welche Branchen für die neuen Emissionen verantwortlich sind“, sagt Rigby. Wenn die Emissionen auf die Herstellung und Verwendung von Produkten wie Schaumstoffen zurückzuführen seien, sei möglicherweise nur ein Teil der produzierten Gesamtmenge an Trichlorfluormethan gemessen worden, betont er. Der Rest könnte dann in Gebäuden und Kühlschränken eingeschlossen sein und in den kommenden Jahrzehnten in die Atmosphäre gelangen.

Chinesen schlossen mehrere illegale Produktionsstätten

Wie aus einem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) hervorgeht, haben chinesische Behörden zuletzt mehrere illegale CFC-11-Produktionsstätten geschlossen und gegen vier Firmen Geldstrafen verhängt. Das Exekutivkomitee des Multilateralen Fonds für die Umsetzung des Montreal-Protokolls trifft sich vom 27. bis 31. Mai 2019 zu seiner 83. Sitzung in Montreal – dort dürften die CFC-11-Emissionen ein zentrales Thema sein.

Von RND/dpa/Stefan Parsch

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