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14:28 28.02.2019
Ein tonnenschwerer Pflanzenfresser: die Statue eines Riesenfaultieres in Chile. Quelle: pa/imageBroker
Hannover

Sie waren mehr als vier Meter groß und wogen zum Teil mehrere Tonnen: Riesenfaultiere lebten bis vor 10.000 Jahren auf dem amerikanischen Kontinent – und überstanden dabei wohl mehrere Klimaumschwünge. Wie schwer sie es dabei hatten, den sich wandelnden Bedingungen zu trotzen, zeigt jetzt ein 27.000 Jahre alter Zahn des Urzeittieres, den Taucher schon 2014 in einem natürlichen Wasserbecken in Belize fanden.

Das mittelamerikanische Land ist heute tropisch warm und über und über mit Dschungel bewaldet. Zur Zeit des Riesenfaultieres aber muss die Region aus unfruchtbar-dürrer Steppe bestanden haben. Das berichtete ein us-amerikanisches Forscherteam am Dienstag im Fachmagazin „Science Advances“.

Zahn zeigt den Speiseplan des Riesenfaultieres

Demnach zeigt der Zahn, der nur zum Teil fossilisiert ist, noch was das Tier im letzten Jahr seines Lebens aß – und wie anpassungsfähig es dabei war. Den Spuren zufolge ernährte sich das Tier gleich von einer ganzen Reihe unterschiedlicher Pflanzen. Das könnte ein Schlüssel dafür gewesen sein, warum das Riesenfaultier widerstandsfähiger war als andere große Säugetiere, die zur gleichen Zeit lebten, aber früher ausstarben.

Dass es trotzdem vor allem Probleme mit der Trockenheit des Gebietes hatte, zeigt der Fundort des Zahnes, bei dem auch ein Oberarm- und ein Unterschenkelknochen gefunden wurden. Das Tier musste in seinem letzten Jahr eine siebenmonatige Trockenperiode überstehen, die nur von zwei kurzen Regenphasen unterbrochen wurde. In seiner Suche nach Wasser stieg es wohl ein großes, tiefes Erdloch hinab – und schaffte es nie, wieder hinauszuklettern.

Woran die Tiere ausstarben ist noch unklar

Woran Riesenfaultiere, die im Gegensatz zu ihren heutigen Artverwandten auf dem Boden lebten, endgültig ausgestorben sind, ist aber noch immer nicht endgültig gesichert. Klar ist nur, dass die letzten Tiere erst am Ende des Zeitalters Pleistozän verschwanden – zeitgleich mit einem Wandel des Klimas und dem Auftreten der ersten Menschen auf dem Kontinent, der sogenannten Paläoindianer.

Von RND

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