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Wissen Vegan war gestern: Frutarier wollen Tiere und Pflanzen schützen
Nachrichten Wissen Vegan war gestern: Frutarier wollen Tiere und Pflanzen schützen
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13:37 01.07.2019
Vegan war gestern: Frutarier interessieren sich auch für das Wohl der Pflanzen. Das bedeutet aber nicht, dass nur Obst auf dem Speiseplan steht. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Hannover

In Deutschland leben laut dem Vegetarierbund Deutschland (VEBU) aktuell etwa acht Millionen Vegetarier und fast eine Millionen Veganer – unter ihnen auch einige Frutarier. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Trend?

Frutarier: Grundsätze der Ernährung

Frutarier ernähren sich, wie irrtümlicherweise oft angenommen, nicht ausschließlich von Obst: Vielmehr stehen auf dem Speiseplan außer Früchten Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen. Die Einschränkung: Durch die Ernte sollen weder Tiere noch Pflanzen Schaden nehmen. „Die Mutterpflanze soll für Frutarier nicht rausgerupft und getötet werden: Sie essen nur das, was aktuell reif ist, zum Beispiel Äpfel, die vom Baum fallen“, erklärt Monika Bischoff, stellvertretende Vorstandsvorsitzende vom BerufsVerband Oecotrophologie. „Daher kommt auch nichts infrage, das unter der Erde gewachsen ist.“ Im Grunde sind Frutarier also Veganer mit strengeren Richtlinien.

Wieso dann der Begriff „Frutarier“?

Der Begriff Frutarier setzt sich aus dem englischen „fruit“ (Frucht) und „vegetarian“ (Vegetarier) zusammen. Oftmals sorgt das für Verwirrung. „Es gibt kaum Menschen, die sich ausschließlich von Obst ernähren“, so Bischoff. „Der Begriff gilt eher als eine Art Kunstwort.“

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Das passiert bei einer pflanzlichen Ernährung im Körper

Für die meisten Veganer ist die Ernährung Teil einer Lebensform. „Sie achten in der Regel auf ihre Umwelt, fahren zum Beispiel Fahrrad oder rauchen nicht“, meint Bischoff. „Deshalb fallen viele Risikofaktoren weg.“ Außerdem seien Veganer selten übergewichtig, da sie sich sehr bewusst ernähren – und sowohl Obst als auch Gemüse enthalten viele gesunde Mikronährstoffe wie Vitamine, Antioxidanten und Mineralien.

Würde man sich aber dauerhaft, wie viele annehmen, ausschließlich von Obst ernähren, könnten der Hormonhaushalt sowie der Stoffwechsel durch den hohen Anteil an Fruktose beeinträchtigt werden. Die möglichen Folgen: Eine Fettleber oder ein Schlaganfall.

Wie kommen Veganer und Frutarier an die nötigen Nährstoffe?

Eine rein pflanzliche Ernährung bringt oft Mangelerscheinungen in Bezug auf Proteine, Mineralien und bestimmte Vitamine mit sich. „Natürlich muss man ausgewogen essen und braucht die Hülsenfrüchte und Nüsse, um den täglichen Bedarf an Nährstoffen zu decken. Um Vitamin B12 aufzunehmen, benötigen Veganer und Frutarier Nahrungsergänzungsmittel“, erklärt Bischoff. Vitamin B12 ist nur in tierischen Lebensmitteln enthalten und wichtig für das Nervensystem. Auch den Bedarf an Kalzium sollte man im Blick behalten: Er könne durch kalziumreiches Mineralwasser reguliert werden. Genügend Eisen zu sich zu nehmen, sei mit viel grünem Gemüse hingegen selten ein Problem.

„Hauptsächlich braucht es einen guten, ausgewogenen Essensplan, den man am besten mit einer Ernährungsfachkraft durchgeht. Dann steht einer veganen oder fruganen Ernährung nichts im Wege“, so die Expertin.

Wie Frutarier ihren Tagesbedarf an Kalorien decken

Ebenfalls wichtig ist es, den Tagesbedarf an Kalorien zu decken. „Der Mensch braucht etwa ein Gramm Proteine pro Kilogramm Körpergewicht“, weiß Bischoff. „Das sollten sowohl Veganer als auch Frutarier beachten und beispielsweise täglich 30 bis 40 Milliliter Oliven- oder Rapsöl zu sich nehmen.“

Um sich mit dem Tagesbedarf an Kalorien und Nährstoffen sicher zu sein, sollte man mindestens ein Mal im Jahr zum Arzt gehen und sich beraten sowie untersuchen lassen.

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Frutarismus: Für Schwangere, Kinder und Rentner tabu

Laut der Experten gilt grundsätzlich: Wer sich rein pflanzlich ernähren möchte, könne das. Selbst bei Leistungssportlern gebe es immer wieder gute Beispiele dafür, dass es funktionieren kann. Schwangeren, Kindern und Senioren rät sie dennoch von einer fruganen oder veganen Ernährung ab. Zu hoch sei die Wahrscheinlichkeit einer Unterversorgung. „Senioren zum Beispiel brauchen mehr Proteine, etwa 1,4 bis 1,6 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht“, so Bischoff. Auch für eine Diät eigne sich eine frugane Ernährung nicht.

Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte: Ist Frutarismus teuer?

Wer im Supermarkt die Preise vergleicht, stellt schnell fest: Produkte, die die Aufschrift „vegan“ tragen, sind oft teurer als andere Lebensmittel. Der Kostenfaktor spiele laut Bischoff bei Frutariern aber selten eine Rolle: „Die meisten Frutarier leben alternativ, als Selbstversorger. Das kann unter Umständen sogar günstiger sein als eine Ernährung, die auch tierische Produkte umfasst.“ Für viele sei eher der Zeitfaktor entscheidend.

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Von RND / Jessica Orlowicz

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