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12:41 04.01.2019
Christbäume des Weihnachtsmarktes am Alexa in Berlin liegen auf dem Bürgersteig. Quelle: imago stock&people
Sheffield

Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) verlassen in diesen Tagen rund 25 Millionen ausgediente Weihnachtsbäume die Haushalte. Ein Teil dieser Grüngutabfälle geht an Zoos und Tierparks. Für Zoo-Elefanten seien Weihnachtsbäume eine Delikatesse, sagt BDE-Sprecher Bernhard Schodrowski. Allerdings kämen dafür nur die unverkauften Exemplare der Großhändler infrage, weil diese garantiert frei von Lametta und sonstigen Dekorationen seien.

Für alle anderen gibt es zwei Entsorgungswege: Entweder sie werden geschreddert und kompostiert oder in Biomasse-Heizkraftwerken verfeuert und so zur Energieerzeugung eingesetzt.

Forscher stellen Chemikalien her

Neueste Studien ergaben nun, dass entsorgte Christbäume zudem Ausgangsstoffe für Süßungsmittel oder auch Farbe liefern können. Tannennadeln bestehen zu bis zu 85 Prozent aus sogenannter Lignocellulose, die mit Hilfe von Hitze und Lösungsmitteln zu verwendbaren Chemikalien abgebaut werden könne, teilten Forscher der englischen Universität Sheffield mit.

Weil die Lignocellulose so komplex aufgebaut ist, seien Tannennadeln wenig geeignet, um Energie aus Biomasse zu produzieren, so die Forscher. Für die meisten industriellen Prozesse seien sie bislang unbrauchbar.

Süßungsmittel, Farbe oder Essig herstellen

„Meine Forschung konzentriert sich auf den Abbau dieser komplexen Struktur zu einfachen, hochwertigen Rohstoffen wie Zucker oder Phenolen. Diese werden in Produkten wie Haushaltsreinigern oder auch in Mundspülungen verwendet“, sagte Doktorandin Cynthia Kartey. Mit Hilfe eines relativ simplen aber bislang unerforschten Verfahrens könnten auch Bioraffinerien die Nadeln einmal verarbeiten. Es entstehe unter anderem eine Flüssigkeit, die typischerweise Glukose, Essigsäure und Phenole enthalte. Daraus ließen sich auch Süßungsmittel, Farbe oder Essig herstellen.

Für das Verfahren eigneten sich sowohl frisch gefällte Bäume als auch Exemplare, die zuvor noch als geschmückter Christbaum im Wohnzimmer standen.

Von RND/so/dpa

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