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Wissen Vorwürfe gegen WWF: „Sich selbst immensen Schaden zugefügt“
Nachrichten Wissen Vorwürfe gegen WWF: „Sich selbst immensen Schaden zugefügt“
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19:06 05.03.2019
Arbeit von Wildhütern in Afrika: Wilderer haben einem Nashorn das Horn abgetrennt. Quelle: Salym Faya/dpa
Hannover/Genf

Schwere Vorwürfe gegen den Umweltverband WWF: Die international bekannte Organisation soll Wildhüter dabei unterstützt haben, äußerst brutal gegen verdächtige Wilderer und Zivilisten vorzugehen. Das berichtet das Online-Magazin „Buzzfeed“. Der World Wide Fund For Nature (WWF) kündigte eine unabhängige Untersuchung an.

Waffengeschäfte mit paramilitärischen Einheiten?

„Buzzfeed“ hat nach eigenen Angaben in Afrika und Asien Opfer brutaler paramilitärischer Wildhüter getroffen, mit denen der WWF angeblich zusammenarbeitet. „Die beliebte Wohltätigkeitsorganisation mit dem kuscheligen Panda-Logo finanziert in Nationalparks in Asien und Afrika paramilitärische Kräfte, rüstet sie aus und arbeitet direkt mit ihnen zusammen, und zwar Kräfte, denen vorgeworfen wird, zahlreiche Menschen geschlagen, gefoltert, sexuell angegriffen und ermordet zu haben“, schreibt das Magazin. In einem afrikanischen Land soll sich der WWF an einer dubiosen Aktion beteiligt haben, bei der eine berüchtigte Armee Sturmgewehre gekauft habe.

Schutz von Wildtieren rechtfertigt keine Gewalt

Deutsche Umweltpolitiker zeigten sich gegenüber dem „Spiegel“ erschüttert von den Vorwürfen. „Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, hätte der WWF damit nicht nur sich selbst immensen Schaden zugefügt. Der Schutz von Wildtieren rechtfertigt keine Gewalt gegen Menschen“, sagte die Grünen-Politikerin Sylvia Kotting-Uhl, die selbst WWF-Mitglied und Vorsitzende des Umweltausschusses ist. „Naturschutz kann lebensbedrohlich sein – das zeigen die Enthüllungen zum WWF“, teilte Eva-Maria Schreiber (Die Linke) mit, die Obfrau ihrer Fraktion im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist.

Marie-Luise Dött, umweltpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, rechnet hingegen damit, dass die Umweltorganisation die Vorwürfe aus dem Weg räumt. „Der WWF setzt sich seit Jahren engagiert für den Umweltschutz ein. Dafür gebührt den Mitarbeitern Dank und Respekt“, sagte Dött dem „Spiegel“.

WWF: „Vorwürfe haben uns zutiefst bestürzt“

Das Online-Magazin schildert unter anderem den Fall eines Mannes in Nepal, den Wildhüter 2006 zu Tode gefoltert haben sollen. 2017 hätten Ranger in Kamerun einen Elfjährigen vor den Augen seiner Eltern gefoltert. Die Reporter werfen dem WWF vor, sich in Nepal für die verdächtigen Gewalttäter eingesetzt und einen der Beschuldigten später sogar eingestellt zu haben.

„Die schwerwiegenden Vorwürfe haben uns zutiefst bestürzt“, teilt der WWF in Deutschland mit. Die Organisation habe strikte Regeln für sich selbst und ihre Partner zum Schutz der einheimischen Bevölkerung. „Menschenrechte gehören zum Kernbereich unserer Mission.“ Der Verband kündigte an, es werde daher sofort ein internationales Krisenteam eingerichtet und zusammen mit externen Menschenrechtsexperten eine umfassende Untersuchung eingeleitet. Dazu soll auch Markus Löning, der ehemalige Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, gehören. „Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wird es Konsequenzen zur Folge haben“, versichert der Verband.

Der WWF gilt als eine der mächtigsten Umweltschutzorganisationen der Welt und sitzt in Genf. Nach eigenen Angaben ist er in rund 100 Ländern mit mehr als 1300 Projekten aktiv.

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Von RND/Jörn Zahlmann und Sonja Fröhlich

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