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Region 20 Jahre Amateurfilmtage in Eilenburg
Region 20 Jahre Amateurfilmtage in Eilenburg
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12:02 16.10.2019
Besucher Wolfgang Bruzlow diskutiert mit Gerd Spindler, Joachim Fischer und Karlheinz Bernert Methoden zur Titelgestaltung von Videofilmen. Quelle: Wolfgang Sens (Archiv)
Eilenburg

Am Sonntag feiern die Eilenburger Amateurfilmtage (EILAF) ihr 20-jähriges Jubiläum. Ein guter Anlass, um auf die Geschichte der 1958 gegründeten Amateurfilmgemeinschaft zu blicken. Die Vereinsvorsitzende Jutta Kowitz und Gründungsmitglied Karlheinz Bernert reden über ihren Lieblingsfilm, die Anfänge zu DDR-Zeiten und ihre große Leidenschaft, den Amateurfilm.

Frau Kowitz, Herr Bernert, wie viele Stunden Amateurfilm haben Sie schätzungsweise in ihrem Leben gesehen?

(beide lachen) Jutta Kowitz: Ach du meine Güte. Das kann ich gar nicht zusammen zählen.

Karlheinz Bernert: Sehr, sehr viel. Unseren Verein gibt es ja schon seit 1958, da sind in den letzten 60 Jahren einige Stunden zusammen gekommen. Und wir sehen ja nicht nur unsere eigenen Filme, sondern auch die von anderen Amateurfilmern.

Sehen sie auch gerne Spielfilme oder sind Sie ganz dem Amateurfilm verschrieben?

Karlheinz Bernert: Früher habe ich schon Spielfilme gesehen, aber heutzutage verstehe ich die Schauspieler nicht so gut –sie sprechen zu unartikuliert.

Jutta Kowitz: Mich interessiert auch an Spielfilmen eher die Frage wie es gemacht ist, also die Technik.

Was macht den besonderen Reiz von Amateurfilmen für Sie aus?

Karlheinz Bernert: Amateurfilme sind nahe am Geschehen, sie sind ursprünglich und authentisch.

Jutta Kowitz: ... und mehr aus dem Bauch heraus. Das Bauchgefühl spielt eine wichtige Rolle.

Herr Bernert, Sie sind ja eines der Gründungsmitglieder der Amateurfilmgemeinschaft. Wie kam es zur Gründung der Film-Gruppe, damals ja noch zu DDR-Zeiten?

Ich war im Eilenburger Chemiewerk ECW tätig und die Betriebsleitung unterstütze die Gründung einer Filmgruppe. Wir bekamen die damals beste Ausrüstung zur Verfügung gestellt und beschäftigten uns viel mit Themen rund um den Betrieb, aber auch der Stadt Eilenburg. Es gab auch damals schon Wettbewerbe, auf denen Amateurfilmer ihre Filme zeigten, meist waren sie in Betrieben organisiert. nach 1990 fiel diese Unterstützung dann weg und wir verloren auch unsere Studioräume. Aber die Stadt Eilenburg hat uns nach der Wende gut unterstützt und uns neue Studioräume zur Verfügung gestellt und wir gründeten den Verein, den es heute immer noch gibt.

Jutta Kowitz: Ich kam ja erst 2001 dazu. Deshalb kann ich zur Zeit davor gar nicht viel sagen.

Wie hat sich der Verein über die Jahrzehnte verändert? Was waren Meilensteine in der Vereinsgeschichte?

Karlheinz Bernert: Wir haben seit 1958 fast 80 Filme gedreht – zu ganz unterschiedlichen Themen. Die Geschichte der Stadt Eilenburg hat in unseren Filmen immer eine wichtige Rolle gespielt, aber wir haben auch Sportfilme, Motorsportfilme gedreht. Ein sehr besonderer Film war auch der Film über Martin Luther in Eilenburg. Regelmäßig Filme über den Eilenburger Tierpark. Ein weiterer Meilenstein war der Film „mittendrin“ über das Hochwasser von 2002. Eilenburger Bürger schickten uns ihr Filmmaterial, aus dem wir den Film zusammen stellten.

Jutta Kowitz: Ja, das war Gänsehaut pur.

Wer ein Smartphone besitzt, hat eigentlich immer eine Kamera in der Tasche. Hat diese neue Art zu Filmen das Amateurfilmen verändert? Spielt das für Ihre Arbeit eine Rolle?

Jutta Kowitz: Bei uns geht es mehr ums Handwerk.

Karlheinz Bernert: Mit einem Smartphone werden Szenen gedreht. Einzelne Szenen sind noch kein Film, dazu müssen sie in eine Reihenfolge gebracht werden, die einen bestimmten Sinn ergibt. Filme machen, ist viel Arbeit. Das ist der Unterschied zu Szenen, die mit dem Smartphone gedreht werden.

Wie kam es zur Gründung der Amateurfilmtage?

Karlheinz Bernert: Das erste mal fand der Amateurfilmtag 1981 statt. Wir wollten mit dem Wettbewerb Amateurfilmern aus der Umgebung ein Forum geben, um ihre Filme einem Publikum zu präsentieren und von einer Jury bewerten zu lassen. Diese setzte sich aus Mitgliedern befreundeter Filmklubs zusammen. Die besten Filme wurden dann zu weiteren Wettbewerben geschickt.

Haben Sie einen Lieblingsfilm, der Ihnen besonders am Herzen liegt oder der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Jutta Kowitz: Mein persönlicher Lieblingsfilm ist ein Ernährungsfilm, in dem es um Getreide und gesunde Ernährung geht: „Verborgene Schätze“ heißt er.

Karlheinz Bernert: Mir liegen besonders der Film über Martin Luther in Eilenburg und der ECW-Film 120 Jahre danach am Herzen.

Zum Abschluss noch ein kleiner Vorgeschmack auf das Wochenende. Was erwartet das Publikum?

Jutta Kowitz: Wir beginnen um 10 Uhr, es wird eine Begrüßung vom Oberbürgermeister geben und eine Retrospektive „20 mal EILAF“ gezeigt. Dann werden die insgesamt zehn Wettbewerbsfilme gezeigt, aus denen das Publikum dann den Gewinner des EILAF-Oskar küren kann. Die Gäste können sich also auf einen spannenden Tag freuen.

Interview: Lilly Günthner

Von Lilly Günthner

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