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Altenburg 115 Teilnehmer beim 25. D-Rad-Treffen in Windischleuba
Region Altenburg 115 Teilnehmer beim 25. D-Rad-Treffen in Windischleuba
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09:03 13.08.2019
Olaf Wolter aus Hameln präsentierte mit Ehefrau Simone sein D-Rad-Seitenwagen-gespann und beantwortete gern auch die Fragen des ehemaligen Altenburgers Ulrich Pehn (re.) Quelle: Wolfgang Riedel
Windischleuba/Altenburg

Von Freitag bis Sonntag gastierten 115 Oldtimerfreunde mit ihren D-Motorrädern aus ganz Deutschland, Polen und der Schweiz beim Oldtimerclub Windischleuba, der zum 25. Internationalen D-Rad-Treffen eingeladen hatte. D-Räder produzierte die Deutsche Industriewerke AG in Berlin-Spandau von 1922 bis 1932. Im Jahr 1932 fusionierte der D-Rad-Hersteller mit dem NSU Motorenwerk, um mit den gleichen Produktionsanlagen NSU-D-Räder zu fertigen.

Einen Treffhöhepunkt des Wochenendes bildete am Sonnabend eine Rundfahrt unter Leitung der Clubvorsitzenden Matthias Hilmar und Ingo Unger durch das Osterland mit längerem Zwischenstopp auf Schloss Altenburg. Schaulustige fotografierten freiweg die in Reihe einfahrenden Solomaschinen sowie Gespanndreiräder und kamen gern mit den Fahrern ins Gespräch.

So wie einige Gäste um den ehemaligen Altenburger Ulrich Pehn, die gespannt den Erläuterungen von Gespannfahrer Olaf Wolter aus Polle bei Hameln folgten. „Mein D-Rad ist eine R/04-Maschine mit 500 Kubikzentimetern, 10 PS und wurde ab 1924 als Neukonstruktion in den Handel gebracht“, so Wolter mit Blick auf sein grün-schwarz lackiertes und weiß gestreiftes Schmuckstück mit einem torpedoförmigen Seitenwagen aus den 1930er Jahren.

Tempo 60 als beste Reisegeschwindigkeit

„Dieses Motorrad schafft 90 Kilometer pro Stunde, aber die beste Reisegeschwindigkeit beträgt Tempo 60“, berichtete der Niedersachse weiter und betonte: „Denn schon ab 70 Kilometern pro Stunde wird man, insbesondere bei schlechtem Straßenzustand, ganz schön durchgeschüttelt.“

Olaf Wolter bestritt die Rundfahrt mit seiner Ehefrau Simone. Bei der Herfahrt nach Windischleuba transportierte der Hamelner über die rund 300 Kilometer weite Strecke allerdings sein Oldie-Seitenwagengespann mittels PKW-Anhänger.

Motorrad heißt in Kennerkreisen auch „Spandauer Springbock“

Bezüglich der Rüttelei bei hohem Tempo fügte Oldiepilot Günter Lutz aus Schwäbisch Gmünd hinzu: „Den Lenker muss man da schon fest im Griff haben. Denn der starre Rahmen mit nur einer Blattfeder vorn fängt kaum arge Schwingungen ab. Deshalb bekam das D-Rad den Spitznamen ,Spandauer Springbock‘.“

Am Wochenende fand beim Oldtimerclub Windischleuba das 25. D-Rad-Treffen statt. Hier ein paar Impressionen von der Ausfahrt, die auch auf den Hof des Altenburger Schlosses führte.

Auf dem Sozius des D-Rades ihres Freundes Daniel Fischer aus Zschopau nimmt immer wieder gern Silvia Schulz Platz und sagte: „Es ist echt berauschend, wenn beim Fahren im Motorradkonvoi die Leute vom Straßenrand zujubeln und fotografieren.“

Bei diesem 25. Treffen dominierten die 500-Kubikzentimeter-Maschinen, so wie die R 0/4 mit einem Einzylinder-Blockmotor. Aber auch Vorgängertypen wie Star, M 23 und M 24-D-Motorräder, die mit einem Zweizylinder-Boxermotor mit nur 3 PS ausgestattet sind, konnten in Augenschein genommen werden. Insgesamt zählt die D-Rad-Fertigungspalette die Typen Star, M-23, M-24, R-0/4, R-0/6, R-9, R-10, R-11 und R-20.

Zwischenstopp im Altenburger Schloss

Im Rahmen des Zwischenstopps in Altenburg nahmen die D-Radfahrer und deren bis zu 70 Begleiter an Schlossführungen teil. An langen Tischen genossen Aktive wie Gäste zudem das reichliche Kaffee- und Kuchenangebot, das die Windischleubaer Oldtimerfreunde servierten.

Übrigens: Von den einst 60 000 produzierten D-Rädern sind nur noch um die 400 Stück bekannt.

Von Wolfgang Riedel

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