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Altenburg „15 Jahre für die Musik“
Region Altenburg „15 Jahre für die Musik“
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10:32 12.04.2019
Seit 15 Jahren gibt er den Takt vor: Dirigent Mike Gräfe. Quelle: Mario Jahn
Nobitz

Treffpunkt: Teeküche vom Proberaum. Eigentlich ist Zeit nichts, was Maik Gräfe in diesen Tagen hat. Denn schon am Sonntag wird er mit „seinem“ Ostthüringer Blasorchester Nobitz zum Jahreskonzert auf der Bühne stehen und das dreistündige Programm verlangt nach Feinpolitur. Doch zwischen Schlagzeugunterricht für einen Schüler und großer Probe samt Gastchor Meeracante findet er Luft zu einem Gespräch, das nicht weniger als die letzen 15 Jahre Orchestergeschichte umfasst.

Von der Aushilfe zum Leiter

Damals wurde aus ihm, der Klarinetten-Aushilfe und ehemaligem Chef des Blasmusikvereins Meerane, der neue musikalische Leiter und Vereinsvorstand des Ostthüringer Blasorchesters. „Mein Gesicht war also kein gänzlich Unbekanntes für die anderen Musiker, aber trotzdem bekam ich am Anfang reichlich Gegenwind zu spüren“, erinnert sich Gräfe schmunzelnd.

Wenig verwunderlich, denn er, der Neue, wählte für sich und das Orchester genau den Weg, von dem sich seine Vorgängerin immer distanziert hatte. Statt sperriger und für die breite Menge schwer zugängliche, zeitgenössische Blasmusik zu Gehör zu bringen, wollte er sich dem gern als „simpel“ belächelten Bereich der Unterhaltungsmusik widmen. „Für mich war ganz klar: Wir müssen wieder Musik machen, dass die Leute kommen. Ein Mix aus Melodien, die sie kennen und anderen Stücken“, umreißt der einstige Berufsmusiker. Es sei ein Trugschluss zu glauben, dass eine Polka oder Schlager jeder spielen könne. „Auch die haben ihre Tücken, wenn man es nicht nur okay, sondern richtig gut machen will.“

„Das Publikum hat das Recht, was geboten zu bekommen“

Richtig gut – ein Anspruch, den er von Anfang an seine Musiker hatte, denn ja, offiziell seien sie ein Amateur-Orchester, „aber das Publikum zahlt für das Konzert und hat das Recht, was geboten zu bekommen“. Entsprechend fordert er die 23 Aktiven und 10 Kinder in Ausbildung sehr gern heraus, nimmt hörbare Überforderung bei einem komplexeren Stück in Kauf, weil er aus Erfahrung weiß, wie gut es noch werden kann.

„Am Anfang ist jedes erst mal mühselig, weil sich jeder hineinfinden muss. Manchmal machen wir deshalb eine Probe auch nur ,Blattspiel’, heißt, ich gebe ihnen ein unbekanntes Stück, um zu sehen, was sie sich allein anhand der Noten und ohne meine Erklärungen erschließen können.“

Zwei Mal die Woche wird geprobt, vor großen Ereignissen, wie dem alljährlichen Highlight im Landestheater, auch öfter. Eine Tradition, die Maik Gräfe 2006 wieder aufleben ließ, die erst schleppend lief, inzwischen aber für viele Fans des Orchesters ein Pflichttermin ist.

Orchester wird in zwei Jahren 60

Im September starteten die Vorbereitungen zu „15 Jahre für die Musik“, wobei diese den Vater eines Sohnes schon viel, viel länger begleitet. „Ich habe in der DDR Musik studiert und war Teil von Orchestern. Dann kam die Wende ...“ – und mit ihr eine Umschulung im kaufmännischen Bereich. „Die war eigentlich sinnlos“, merkt er grinsend an. Denn den Weg zu seinem neuen Job als Weinbrenner in einem Unternehmen in Meerane ebnete ihm ein Auftritt mit dem Musikverein Meerane. „Zufällig lernte ich dessen Betriebsleiter kennen. Sein ,Kommen Sie mal vorbei’ ist nun 23 Jahre her.“

Was die Zukunft bringen möge, darüber denkt er öfters nach. So sehr ihn sein „Hobby“ begeistert, so groß ist der Teil, den es von seiner Freizeit beansprucht: „Manchmal frage ich mich schon: Soll ich noch weiter machen oder nicht? Es läuft ja alles nebenbei. Aber das Orchester wird in zwei Jahren 60 und bis dahin mach’ ich auf jeden Fall!“

Froh, wenn’s vorbei ist

Erst mal freut er sich aber auf Sonntag, die Aufregung und das Konzert – das er dirigiert, moderiert, als Saxofonist bereichert und zwei der Lieder als Sänger bestreitet. „Beide Titel kann ich entsprechend nicht leiten, sondern muss mich darauf verlassen, dass alles auch so klappt“, sagt er und ergänzt augenzwinkernd: „Ich bin froh, wenn’s vorbei ist.“

Restkarten an der Tageskasse des Theaters. Beginn: 15 Uhr

Von Maike Steuer

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