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Altenburg 200 Karpfen sterben im Kleinen Teich in Altenburg
Region Altenburg 200 Karpfen sterben im Kleinen Teich in Altenburg
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18:15 17.07.2018
Unzählige tote Fische liegen am Überlauf vom Großen zum Kleinen Teich in Altenburg im Wasser. Ursache für das massenhafte Fischsterben ist Sauerstoffmangel. Quelle: Stefan Petzold
Altenburg

Als Stefan Petzold jüngst am Großen Teich spazieren ging, fuhr ihm ein übler Geruch in die Nase. Am Überlauf zum Kleinen Teich traute der Altenburger dann seinen Augen kaum. Unzählige tote Fische lagen da im mit Entengrütze überzogenen Wasser. Am vorletzten Wochenende war das. „30, 40 werden es gewesen sein“, erzählt der Ruheständler ein paar Tage später. Umgehend zückte er seine Kamera und hielt die Beobachtung im Bild fest.

Dadurch alarmiert, lief Petzold anschließend rings um den Kleinen Teich – und fand noch mehr verendete Fische. „100 waren es insgesamt bestimmt“, schätzt der Skatstädter und erinnerte sich sofort an das Fischsterben vor einigen Jahren im Großen Teich, das wiederum durch die schlechte Wasserqualität verursacht wurde.

Trockenheit und Entengrütze sorgen für Sauerstoffmangel

Daran liegt es diesmal allerdings nicht. „Wir führen es auf die lange Trockenheit zurück“, sagt Christian Bettels, Pressesprecher der Stadt Altenburg, der beide Teiche gehören. Man sei vom Pächter, der in Wilchwitz ansässigen Fischerei Altenburger Land, informiert worden. „Es gibt zu wenig Zufluss im Kleinen Teich und durch die Entengrütze kommt zu wenig Licht hinein, so dass Sauerstoff fehlt.“

Eine Erklärung, die Stefan Schröer bestätigt. Zudem hätten Anwohner erklärt, dass der Kleine Teich „noch nie in den letzten 50 Jahren“ so voller Wasserlinsen, wie die Entengrütze eigentlich heißt, gewesen sei, sagt der Fischerei-Geschäftsführer, der eine solche Situation auch noch nie gesehen hat. „An die 200 Karpfen sind hin.“ Dabei habe es sich ausnahmslos um Tiere gehandelt, die man erst im Frühjahr ausgesetzt habe, was ihre mittlere Größe erklärt. „Die waren sehr gut angewachsen, hatten meist über 800 Gramm. Bis Jahresende wären sie auf 1,2 bis 1,3 Kilogramm gewachsen.“

Pächter: über 1000 Euro Schaden, aber keine Gefahr für Fischerfest

Daher und wegen der zusätzlichen Arbeit geht er von über 1000 Euro Schaden durch das Fischsterben aus. Schließlich musste man die toten Tiere am Dienstag vor einer Woche aus dem Wasser holen und kann sie nun nicht verkaufen. Dass sich ausgerechnet in der Unterführung am Überlauf so viele tote Karpfen sammelten, erklärt der Fischerei-Chef damit, dass es zwischenzeitlich geregnet hat: „Dadurch ist immer mal etwas Wasser vom Großen in den Kleinen Teich geschwappt, weswegen die Fische dorthin geschwommen sind.“ Nun gebe es dort nur noch einen Restfischbestand.

Das Fischerfest am 20./21. Oktober ist aber nicht gefährdet, weil es am Großen Teich stattfindet. „Der hat mehr Zufluss und außerdem kann der Wind lang drübergehen, weswegen es keine Wasserlinsen gibt“, so Schröer, der sich vom Rückschlag nicht entmutigen lässt und voller Galgenhumor „eine Palmenparty“ statt des Fischgeflüsters ankündigt, sollte die Trockenheit auch noch dem Großen Teich zusetzen.

Ämter erfahren erst durch Anfrage von Vorfall

Damit, dass die Todesursache bei den Karpfen „ziemlich eindeutig“ gewesen sei, begründete Schröer auch, warum er auf eine Meldung beim Veterinäramt verzichtete. So erklärt sich auch, warum Amtstierarzt Matthias Thurau wie auch der Fachdienst Umwelt und Naturschutz erst durch die OVZ-Anfrage von dem Vorfall erfuhren. Bei einem Rundgang am Dienstagvormittag stellte Thurau keine toten Fische fest. „Prinzipiell muss ein Tierhalter dem Amtstierarzt melden, wenn der begründete Verdacht auf eine Krankheit besteht“, teilte Landratsamtssprecherin Jana Fuchs mit. „Im konkreten Fall jedoch hat der Tierhalter die Situation fachgerecht eingeschätzt.“ Daher sei keine Meldung erforderlich gewesen.

Von Thomas Haegeler

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