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Altenburg Ach du dicke Arche! Neuer Blickfang vor der Brüderkirche
Region Altenburg Ach du dicke Arche! Neuer Blickfang vor der Brüderkirche
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18:06 01.07.2019
Die Glasarche an der Brüderkirche ist rund fünf Meter lang und tonnenschwer. Sie soll die Zerbrechlichkeit der Natur bewusst machen.
Die Glasarche an der Brüderkirche ist rund fünf Meter lang und tonnenschwer. Sie soll die Zerbrechlichkeit der Natur bewusst machen. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Passanten an der Altenburger Brüderkirche drehten am Montag verwundert die Köpfe: Was landet denn da am Straßenrand? Es war nicht die Hand Gottes, die da vorm Gotteshaus am Kranhaken hernieder schwebte, sie kommt dem aber schon recht nahe. Eine riesige Hand aus Eichenholz, darauf ein Boot aus geschichteten Glasscheiben. Glasarche heißt das Kunstobjekt. 6,3 Tonnen schwer, rund fünf Meter lang. Es schafft die Verbindung von der Kirche zum Mauritianum. Denn die Glasarche legt aus Anlass der am Sonntag im Naturkundemuseum eröffneten Humboldt-Ausstellung in Altenburg an.

„Die Arche steht für die Bewahrung der Schöpfung ebenso wie für die Artenvielfalt“, erklärt Mauritianum-Direktor Mike Jessat. Die Naturforschende Gesellschaft Altenburg als Träger des Naturkundemuseums habe das Kunstwerk für 14 Tage in Skatstadt geholt. Zum zweiten Mal bereits: 2017 war es am Fuße des Schlossberges zu sehen, damals aus Anlass von 200 Jahre Naturforschung in Altenburg.

Vier Ausstellungen zu Humboldts 250.

Nun ist es der 250. Geburtstag des Universalgelehrten Alexander von Humboldts, der die Wissenschaftler und Kulturschaffenden im Landkreis beschäftigt. Denn Humboldt steht auf verschiedene Weise in enger Verbindung mit Mauritianum, Schloss, Lindenau-Museum und Burg Posterstein. Unter dem Titel „humboldt hoch vier“ haben die vier Einrichtungen ein Ausstellungspaket geschnürt, das am Sonntag im Mauritianum ausgepackt wurde.

Rund 50 Gäste waren zur Eröffnung der Sonderausstellung „Sammeln und Forschen im Geiste Humboldts“ gekommen. Darunter auch Landrat Uwe Melzer (CDU) und Altenburgs Oberbürgermeister André Neumann (CDU). Neumann, passend im Hemd mit Vogelmotiven gekleidet, betonte die Aktualität von Humboldts Ideen: „sich als Menschen zusammenzufinden, Nachhaltigkeit zu leben und Naturforschung zu betreiben, indem man Wissen für die Nachwelt aufzeichnet“.

Die Sonderschau hat weit gereiste Exponate zu bieten. Quelle: Mario Jahn

Mehr als eine halbe Million Exponate

Der Gelehrte, der ab 1828 Ehrenmitglied der Naturforschenden Gesellschaft des Osterlandes war, hatte die Altenburger Wissenschaftsfreunde inspiriert. „Ab etwa 1830 wuchs die Sammlung der Gesellschaft rapide mit Eingängen aus aller Welt“, schildert Mike Jessat. Vor allem Vögel, Säugetiere, Reptilien und Meerestiere wanderten in den Bestand. „Weit über eine halbe Million Objekte haben wir inzwischen, und wir sammeln weiter, zum Beispiel Mineralien und Fossilien.“

So zeigt die neue Sonderausstellung neben historischen Exponaten auch jüngere Neuzugänge – von Südamerika bis Russland, von Australien bis zur Arktis. Gezeigt werde freilich nur ein Teil der Sammlung, jedoch so manches, was Besucher bislang nicht Gesicht bekamen. „Das wertvollste Stück ist unser Exemplar eines Humboldt-Pinguins, kurz HumPi“, erzählt Jessat. Humboldt hatte diese Art erstmals beschrieben, später wurde sie nach ihm benannt. In der Sonderschau führt HumPi die Gäste – insbesondere Kinder – durch die Ausstellung.

Der Universalgelehrte Humboldt steht im Mittelpunkt. Quelle: Mario Jahn

Lindenau-Museum, Schloss und Burg Posterstein folgen

Am 18. August öffnet das Schlossmuseum die Türen zu „Herzöge auf Spitzbergen, Prinzen am Amazonas: Adlige Entdecker in der Nachfolge Humboldts“. Am 22. August folgt das Lindenau-Museum mit „Altenburg und die Welt“. „Bernhard August von Lindenau und Humboldt unterhielten einen Briefwechsel. Auch Lindenau reiste, allerdings nur innerhalb Europas“, sagt Jessat. Ab 1. September wird im Museum Burg Posterstein der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering in den Mittelpunkt gerückt, der als Zeichner und Forschungsreisender unter anderem nach Südamerika reiste. Berühmt ist Goering für seine Landschafts-Aquarelle und seine Illustrationen für Brehms Tierleben. Burgmuseum-Direktor Klaus Hofmann kündigt an, dass es einen gemeinsamen Katalog der vier Museen geben soll, in dem sich Aufsätze und Bilder zum Thema Humboldt finden werden.

Vortrag über Humboldts Leben und Wirken

Im Rahmen der neuen Sonderausstellung im Mauritianum „Sammeln und Forschen im Geiste Humboldts“ findet am 9. Juli um 18 Uhr eine Vortragsveranstaltung mit der Hallenser Botanikerin Heike Heklau statt. Sie gibt einen Überblick über Humboldts Leben und Wirken. Vor 250 Jahren wurde Alexander von Humboldt in Berlin geboren. Finanziell unabhängig konnte er seine naturkundlichen Interessen verfolgen und die tropische Flora Südamerikas erkunden. Da sich seine Untersuchungen nicht ausschließlich auf die Botanik konzentrierten, sondern auch die Umweltbedingungen einschlossen, war es ihm möglich, wichtige pflanzengeographische Zusammenhänge zu erkennen. Im Vortrag werden die wichtigen Lebensstationen Alexander von Humboldts vorgestellt, wobei seine Reise ins tropische Amerika einen zentralen Platz einnehmen wird, teilt das Mauritianum mit. Seine Verdienste für die botanische Systematik, Pflanzengeographie, aber auch Länderkunde werden dabei besonders herausgestellt.

Von Christiane Leißner und Kay Würker

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