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Altenburg Acht Schulen im Landkreis bekommen endlich Schulsozialarbeiter
Region Altenburg Acht Schulen im Landkreis bekommen endlich Schulsozialarbeiter
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16:55 10.09.2019
Diese schulbezogenen Sozialarbeiter sind im Altenburger Land bereits an den Schulen im Einsatz. Nun sollen weitere dazukommen. Quelle: Jana Fuchs
Altenburg

Sie helfen Schülern bei persönlichen, familiären und schulischen Problemen, unterstützen sie bei der Berufswahl und sind wichtige Ansprechpartner an Schulen bei schwierigen Problemen – die Schulsozialarbeiter. Seit Oktober 2013 gibt es davon zwölf im Landkreis, die an acht Regel-, einer Gemeinschafts- und an zwei Berufsschulen sowie einem Gymnasium tätig sind. Und das ist das Problem. Denn längst nicht alle Bildungsstätten verfügen über solche Fachleute.

Konzept kann nun umgesetzt werden

Genau das soll nun anders werden. Im thüringischen Landeshaushalt 2020 seien für das Altenburger Land 484 000 Euro zusätzliche Mittel für die Schulsozialarbeit eingestellt. Darüber informierte Ralf Plötner, der Kreisvorsitzende der Linken, die OVZ. Damit könne das Konzept für Schulsozialarbeit, welches auf Initiative seiner Kreistagsfraktion entstanden ist, vollständig umgesetzt werden. Ab dem nächsten Jahr könne der Landkreis an den weiterführenden Schulen diese Tätigkeit massiv ausbauen, sagte Plötner.

Ralf Plötner, Kreischef der Linken, freut sich über die zusätzliche Förderung. Quelle: Matthias Eckert

Konkret betrifft dies das Lerchenberg- und das Friedrichgymnasium in Altenburg, das Seckendorff-Gymnasium in Meuselwitz sowie das Roman-Herzog-Gymnasium in Schmölln. Auch werden die Regelschulen Rositz, Lucka und Dobitschen Schulsozialarbeiter bekommen, ebenso die Berufsschule für Wirtschaft und Soziales in Altenburg.

„Wir sind dankbar, dass die Landesregierung Wort gehalten hat und die Kommunen bei dieser wichtigen Aufgabe so gut unterstützt“, betonte Plötner. „Die Verwaltung muss jetzt die Gelder in den Kreishaushalt 2020 einstellen und beginnen, Personal zu werben, damit die Stellen schnell besetzt werden können.“

Über eine Million Euro stehen zur Verfügung

Das Land bezuschusst die schulbezogene Sozialarbeit in diesem Jahr mit rund 530 000 Euro. Fortan stünden 1,04 Millionen Euro im Altenburger Land zur Verfügung. „Wir haben den Vorteil, dass wir gegenüber anderen Trägern bereits ein fertiges Konzept zur Umsetzung haben“, erklärte der Kreistagsfraktionschef. Die Vorteile seien für ihn klar erkennbar: Zum einen werde den Schülerinnen und Schülern bei Bedarf konkret geholfen, zum anderen ziehe es wieder mehr Lehrerinnen und Lehrer an die Schulen. Auch eine flexible Schulsozialarbeit für die Grundschulen, insbesondere im Bereich der Prävention, würde bei der Umsetzung des Konzeptes der Linken erfolgen.

Allerdings sind die neuen Stellen auch mit Mehrkosten für den Landkreis verbunden. Bislang stellte dieser für die Sozialarbeiter einen Eigenanteil von 55 000 Euro bereit. Hinzu kommen Plötners Angaben zufolge ab 2020 schätzungsweise weitere 160 000 Euro.

Bedarf ist sehr groß

Im Haushaltsvollzug 2019 würden momentan Haushaltsreste gebildet, diese könnten weitere Mehrkosten decken, die allerdings nicht zu erwarten seien, sagte er.

Wie groß der Bedarf an weiteren Stellen ist, haben Schulsozialarbeiter, wie beispielsweise am Spalatin-Gymnasium, selbst berichtet. So gebe es immer mehr psychische Belastungen der Jugendlichen, die sich negativ auf die schulischen Leistungen auswirken. Lehrer können diese Rolle nicht auch noch übernehmen und seien auch nie die erste Wahl der Schüler, wenn es um ihre privaten Probleme geht.

Kinderarmut und Drogenprobleme

Ein weiteres, gerade für das Altenburger Land spezifisches Problem ist die hohe Kinder- und Jugendarmut. Hinzu komme der Drogenkonsum unter 15- bis 18-Jährigen. Sostellte sich bei einer Befragung heraus, dass 30 Prozent rauchen, über 25 Prozent Cannabis, 5,6 Prozent Crystal, 4 Prozent Ecstasy und 1,5 Kokain konsumieren (die OVZ berichtete). Das Einstiegsalter bei der gefährlichen Droge Crystal liegt demnach bei 14,7 Jahren.

Kritiker der Unterfinanzierung der Schulsozialarbeit weisen seit Jahren darauf hin, dass man nicht auf die Kosten sehen soll, die sie verursacht, sondern welche sie einspart.

Von Jens Rosenkranz

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