Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Ackerkratzdistel auf Großstöbnitzer Büffelweide: Naturschützer zählt den Nabu an
Region Altenburg Ackerkratzdistel auf Großstöbnitzer Büffelweide: Naturschützer zählt den Nabu an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:03 18.01.2018
Die Ackerkratzdistel sorgt in Großstöbnitz für Gesprächsstoff. Quelle: web
Großstöbnitz

Sie gedeiht immer mehr zu einem Corpus delicti: die Ackerkratzdistel auf der Großstöbnitzer Büffelweide. Wie berichtet, wird das Wildkraut von Anwohnern angezählt, weil es seine Samen in die Gärten der an die Weide angrenzenden Häuser verteilt. Kritisiert wird auch der Naturschutzbund (Nabu) als Eigentümer der Büffelweide, weil er auf der Öko-Fläche gegen die Distel nicht zu Felde zieht. Selbst der Naturschutzbeirat des Altenburger Landes konnte zwischen den unversöhnlichen Streitparteien bislang nicht vermitteln.

Nun meldete sich der im Landkreis recht bekannte Naturschützer und Tierfotograf Torsten Pröhl aus Kummer bei der OVZ – und stärkte sowohl der Distel als auch den Anwohnern den Rücken. „Die Bürger müssen sich daran gewöhnen, dass eine ökologisch bewirtschaftete Fläche anders aussieht als ein Acker eines konventionellen Landwirtes. Wer giftfreie Lebensmittel und nicht durch Gülle und Nitrate verseuchtes Grundwasser haben möchte, muss wohl oder übel auch etwas mehr sogenannte Unordnung in Kauf nehmen, also Un- oder besser Wildkräuter am Feld- und Wegesrand“, stellt Pröhl in einem Schreiben klar. „Der Schmetterling braucht nun mal Kratzdistel und Brennnessel.“ Das Problem der Distel sei nur, dass sie gut sichtbar ist – anders als die Chemikalien, die vor Nabu-Zeiten an selber Stelle bis an die Grundstücksgrenzen gesprüht worden seien.

Allerdings, räumt Naturschützer Pröhl ein, trage auch der Nabu eine Mitschuld an der aktuellen Situation. „Bevor der Nabu 2017 die Büffelweide etablierte, wurde die Fläche über Jahrzehnte mit großen Mengen Mineraldünger und Gülle bearbeitet, was zu hohem Nährstoffreichtum führte, und lag dann zwei Jahre brach.“ Dadurch, so Pröhl, konnten sich ungeliebte Unkräuter verbreiten, nicht jedoch die farbenprächtigen Pflanzengesellschaften, die sich nur auf mageren Standorten durchsetzen können. „In den beiden Jahren vor Beweidungsbeginn hätte dem Gebiet eine mehrmalige Mahd mit Abtransport des Mähgutes gut getan.“

So wie die Großstöbnitzer Büffelweide, auf der neben Büffeln auch Pferde stehen, würden auch andere Nabu-Flächen im Landkreis aussehen, etwa die Pleißenaue bei Remsa. „Der Nabu macht die gleichen Fehler wie viele Tierhalter: zu viele Tiere und noch dazu verschiedene Rassen auf zu wenig Fläche“, moniert Pröhl. Immer wieder würden neue Tiere angeschafft oder als Geschenke angenommen. Dabei habe der Nabu ausschließlich wertvolle und sensible Naturschutzflächen im Eigentum, die im Extremfall nur kurze Zeit im Jahr beweidet werden dürfen, um die gewünschten Naturschutzeffekte zu erzielen. Überweidung hingegen fördere die Verbreitung sogenannter Unkräuter, wie eben der Ackerkratzdistel. „Leider ist der Nabu in diesen Punkten sehr beratungsresistent.“

Von Kay Würker

Am 27. Januar erlebt das Ballett „Dracula“ seine Altenburger Premiere im Landestheater. Als Grundlage diente der 1897 erschienene, gleichnamige und wohl berühmteste Vampirroman der Welt von Bram Stoker. Für die OVZ sprach Daniel Siekhaus mit der Regisseurin Silvana Schröder, Direktorin des Thüringer Staatsballetts.

12.04.2018

Der Theaterboykott, ausgesprochen von Landratskandidaten Andreas Sickmüller im Herbst 2016, ist Thema einer Diskussionsrunde am Mittwoch in Kosma. Initiatorin ist Antje Rodenstein, Mitglied des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera. Allerdings sind nicht alle Politiker der Einladung der Musikerin gefolgt.

12.03.2018

Der Stadtrat diskutiert weiter über das künftige Gesicht Altenburgs. Die Änderung der Gestaltungssatzung für die Altstadt steht auf der Tagesordnung zweier zuständiger Ausschüsse. Als Knackpunkte kristallisieren sich dabei die Menge an Ausnahmen von den umfangreichen und detaillierten Vorgaben heraus und wer darüber entscheidet.

26.03.2018