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Altenburg Ärger ums Gewehr: Ermittlungen nach Postersteiner Seifenkistenrennen
Region Altenburg Ärger ums Gewehr: Ermittlungen nach Postersteiner Seifenkistenrennen
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17:59 15.08.2019
Auf seinem rollenden Hochsitz legte der „Förster“ vom Team Brettheizer das Gewehr an. Quelle: Andy Drabek
Altenburg/Posterstein

Sie waren die Helden der Piste: Mit einem 2,50 Meter hohen Jagdsitz rollten die „Brettheizer“ beim Postersteiner Seifenkistenrennen über die 600-Meter-Strecke, setzten im Wortsinn einen Höhe-Punkt der Veranstaltung. Besonderer Clou: Auf dem Hochstand saß der „Förster“ – und jagte einen Hasen im rosafarbenen Kostüm. Mit dieser Nummer gewann das Team aus Rudolstadt die Herzen von Jury und Zuschauern und letztlich den Pokal des Gaudi-Cups.

Doch der verrückte Auftritt am ersten August-Wochenende hat ein Nachspiel. Denn gegen den „Förster“ und sein Team ermittelt nun die Kriminalpolizei in Altenburg. Im Fokus steht das Gewehr, mit dem der Jagdsitz-Fahrer den verkleideten Teamkollegen verfolgte. „Die Ermittlungen laufen hinsichtlich des Verstoßes gegen das Waffengesetz“, bestätigte eine Sprecherin der Landespolizeiinspektion Gera die OVZ-Informationen. Das Landratsamt, konkret die dort angesiedelte Waffenbehörde des Landkreises, habe eine Anzeige erstattet.

Luftgewehr aus DDR-Produktion

Die Behörde hatte dem Vernehmen nach im Nachgang der Veranstaltung von dem Hochsitz-Schützen erfahren. Immerhin hatte das populäre Seifenkistenrennen Hunderte Besucher, die fotografierten und filmten. Auch mehrere Medien berichteten über das Ereignis. Wie die Polizei auf Anfrage mitteilte, wurde die Waffe der Gaudi-Cup-Gewinner inzwischen als Luftgewehr identifiziert. Da dieses nach OVZ-Informationen noch aus DDR-Produktion stammt, darf es der Eigentümer in seinen Privaträumen zwar ohne Waffenbesitzkarte aufbewahren. In der Öffentlichkeit führen darf er es jedoch nur mit Waffenschein. Auf öffentlichen Veranstaltungen ist dafür zudem eine gesonderte behördliche Genehmigung nötig, die offenkundig nicht vorlag.

„Bei Verstößen gegen geltende Gesetze bringt die Behörde diese regelmäßig zunächst als Verdacht gegenüber der Staatsanwaltschaft beziehungsweise Polizei zur Anzeige“, erklärte eine Sprecherin des Landratsamtes auf Anfrage. „Die eigentliche Ermittlung in Strafsachen obliegt allein der Polizei“ – die im Übrigen noch vor Eingang der Verdachtsanzeige ihrerseits Ermittlungen eingeleitet habe.

Staatsanwaltschaft wird entscheiden

Das Führen der Waffe in der Öffentlichkeit werde nun rechtlich geprüft, teilte die Polizei mit. Der Beschuldigte wird angehört. Und dann hat die Staatsanwaltschaft zu entscheiden: Sie kann das Verfahren wegen Geringfügigkeit einstellen, eine Geldstrafe auferlegen oder die Angelegenheit bei Gericht anklagen.

Der Hochsitz-„Förster“ war am Donnerstag für Nachfragen nicht zu erreichen. In den Reihen der Veranstalter des Rennens machte die Nachricht von der Strafanzeige erst durch die OVZ-Anfrage die Runde. Öffentlich äußern wollte sich dazu zunächst niemand angesichts des laufenden Verfahrens. Verstöße gegen das Waffengesetz im Zuge des Seifenkistenrennens sind aus früheren Jahren nicht dokumentiert. Immerhin: Auch sogenannte Anscheinswaffen, die den scharfen Exemplaren täuschend ähneln, sind auf öffentlichen Veranstaltungen verboten. Ebenso Hieb- und Stichwaffen.

Westerntage: Kohlebahner sichern sich ab

Und was bedeutet das für den Kohlebahn-Verein, der am kommenden Wochenende wieder die Westerntage mit reichlich theatralischem Pulverdampf organisiert? „Wir betreiben großen Aufwand, damit auch wirklich alles sauber ist“, schilderte Vereinschef Karsten Waldenburger. Der Haselbacher Schützenverein kümmere sich um alle Formalitäten, die mit Waffen und Munition zu tun haben, melde alles gebündelt beim Landratsamt an. Zwar finden die Schießereien fast ausschließlich auf Privatgelände statt und gelten außerdem als Theateraufführung, wofür per Gesetz besondere Ausnahmen gelten. „Wir gehen aber trotzdem auf Nummer sicher“, betonte Waldenburger.

Von Kay Würker

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