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Altenburg Agneskirche fällt als nominierter Gewinner des Denkmalpreises im Nachgang durch
Region Altenburg Agneskirche fällt als nominierter Gewinner des Denkmalpreises im Nachgang durch
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18:18 15.08.2018
Für ihre restaurierte Apsis der Herzogin-Agnes-Gedächtniskirche sollte die Kirchgemeinde Altenburg den diesjährigen Denkmalpreis bekommen. Quelle: Maike Steuer
Altenburg

Bei der Vergabe des diesjährigen Denkmalschutzpreises der Stadt Altenburg sind den Akteuren peinliche Fehler unterlaufen. Ein Kandidat war die Herzogin-Agnes-Gedächtniskirche, die von der fünfköpfigen Jury in der vergangenen Woche auch besichtigt worden war (OVZ berichtete). Von der wunderschön restaurierten Apsis des Gotteshauses waren die Juroren so begeistert, dass sie den Bewerber bei der in dieser Woche stattgefundenen Auswertung auf Platz eins setzten – und zwar einstimmig. Anschließend wurde die Kirchgemeinde als Gewinner des renommierten Johann-Georg-Hellbrunn-Preises von einem Rathausmitarbeiter auch informiert. Die Vergabe sollte traditionell zum Tag des offenen Denkmals erfolgen.

Kirche hätte nicht nominiert werden dürfen

Doch die Kirche hätte der Jury weder als Kandidat vorgelegt noch als Sieger nominiert und schon gar nicht telefonisch unterrichtet werden dürfen. Denn die Vergaberichtlinien schreiben vor, dass der Preis nicht an Körperschaften des öffentlichen Rechts gehen darf. Und um eine solche handelt es sich bei der Kirchgemeinde.

Mit diesem Ausschlusskriterium soll eigentlich verhindert werden, dass sich der Kreis oder die Stadtverwaltung um den Preis bewerben. Als Zielgruppe sollen insbesondere private Initiativen gewürdigt werden.

Rechtsamt bestätigt Ausschlusskriterium

Dass man drauf und dran ist, gegen die Richtlinien zu verstoßen, bemerkte die Jury nach dem jetzigen Kenntnisstand bis zu ihrer Entscheidung nicht. Erst danach wurde sie darauf aufmerksam gemacht. Da es widersprüchliche Auffassungen dazu gab, sei sogar das Referat Recht der Stadtverwaltung hinzugezogen worden, wie OVZ erfuhr. Auch dieses habe bestätigt, dass die Kirchgemeinde den Preis nicht bekommen darf. Zu diesem Zeitpunkt war das Kind aber schon in den Brunnen gefallen und die Kirchgemeinde als vermeintlicher Sieger bereits informiert.

Kirchenratschef wundert sich

Christian Götze, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, kann sich über diese Posse nur wundern. „Selbstverständlich möchte die Kirchgemeinde Altenburg keinen Preis, der ihr nicht zusteht“, sagte er der OVZ. Allerdings sei es für ihn völlig unverständlich, dass die Jury einen Preis vergibt, ohne die Richtlinien zu kennen und zu beachten.

In der Jury sitzen die Stadträte Jutta Penndorf (Stadtforum/Grüne) und Peter Müller (Pro Altenburg), Andrea Schappmann, Geschäftsführerin der Energie- und Wasserversorgung Altenburg, Kreishandwerksmeister Thomas Moewes und der städtische Denkmalpfleger Jürgen Fröhlich.

Neuer Preisträger wird bekanntgegeben

Götze, der für die CDU im Stadtrat sitzt, vermutet hinter der Panne ein politisches Ränkespiel, will aber keine Namen nennen. Der Einwand gegen die Kirche kam aus jener Ecke, die die Richtlinien ohnehin ändern will, sagte er.

Den neuen Preisträger will Oberbürgermeister André Neumann (CDU) nun in den nächsten Tagen bekanntgeben.

Von Jens Rosenkranz

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