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Altenburg Alle Führungsposten bei Meuselwitzer Feuerwehr sind wieder besetzt
Region Altenburg Alle Führungsposten bei Meuselwitzer Feuerwehr sind wieder besetzt
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18:09 27.03.2019
Bei der Meuselwitzer Feuerwehr sind jetzt die Führungsposten neu besetzt. Quelle: Mario Jahn
Meuselwitz

Die Freiwillige Feuerwehr Meuselwitz mitsamt der dort integrierten Ortsteilfeuerwehr Wintersdorf sind seit Ende vergangener Woche personell wieder in ruhigeren Gewässern unterwegs. Denn nach einem weit über einstündigen geheimen Wahl- und Auszählungsmarathon während der Jahreshauptversammlung im Saal der Bluechip-Arena stand

Christian Kühn. Quelle: Jörg Wolf

fest, dass der 33-jährige Christian Kühn, Sohn des verstorbenen langjährigen Stadtbrandmeisters Martin Kühn, neuer Meuselwitzer Wehrleiter ist. Und zwar mit 100 Prozent der möglichen Stimmen aus den Reihen der Meuselwitzer Einsatzabteilung. Wie auch die Wintersdorfer Aktiven einstimmig für den 42-jährigen Andreas Hiller als neuen Chef stimmten, weil nach über 20 Jahren Amtszeit Frank Oelsch nicht mehr angetreten war. Fast erwartungsgemäß nicht einstimmig fiel die wohl wichtigste Wahl des Abends aus: Marcel Jankowsky, der bisherige Meuselwitzer

Andreas Hiller. Quelle: Jörg Wolf

Wehrleiter und kommissarische Stadtbrandmeister in Personalunion, übernimmt ab sofort nur noch das wichtige Amt des Stadtbrandmeisters.

Ende personeller Doppelbelastungen

Meuselwitz hatte 2017 aus einer Notsituation das gewagte Personalkonstrukt eingeführt, dass der Meuselwitzer Wehrleiter automatisch der stellvertretende Stadtbrandmeister ist, weil damals der aktuelle Stadtbrandmeister Martin Kühn schwer erkrankte, später verstarb und kein geeigneter Nachfolger bereit stand. Das führte zu einer sehr angespannten Konstellation. Denn Jankowsky steckte quasi in einem personellen Spagat, musste er doch als Wehrleiter die Interessen der Einsatzabteilung gegenüber der Stadt vertreten und als Stadtbrandmeister sowohl gegenüber den Meuselwitzer wie auch den Wintersdorfer Kameraden als Vermittler auftreten.

Knatsch vorprogrammiert

Das führte in der Stadt an der Schnauder, in der Meuselwitzer und Wintersdorfer ohnehin nicht das beste Verhältnis untereinander hegen, zu zusätzlichen Spannungen, weil sich die Kameraden der Ortsteilwehr als Floriansjünger zweiter Klasse und in Sachen Ausstattung abgekoppelt fühlten (die OVZ berichtete). „Wir hatten ein klärendes Gespräch dazu. Die Sachen sind ausgeräumt“, meinte der neu gewählte Wintersdorfer Wehrleiter Andreas Hiller dazu. Er hatte im vergangenen Jahr die Spannungen öffentlich gemacht, als er vor dem Stadtrat eine Liste an Ausrüstungsgegenständen präsentierte, die angeblich den Wintersdorfer Kameraden fehlen würden oder die ausgetauscht werden müssen. Und damit sorgte er für einige Überraschung bei der Verwaltung im Rathaus, die vorgab, diese Liste nicht zu kennen.

Auch Freitag schlug sich diese doch eingetrübte Kameradschaft im Wahlergebnis für den Stadtbrandmeister nieder, den ja die Aktiven beider Wehren zu wählen hatten, da er beider Interessen zu vertreten hat: Jankowsky erhielt gerade 62,5 Prozent aller Stimmen, was die Vermutung zulässt, dass die Wintersdorfer ihre Zustimmung in der geheimen Wahl mit Urne und Wahlkabine fast komplett verweigerten.

Trotzdem war der Meuselwitzer Bürgermeister Udo Pick (BfM) erst einmal zufrieden, die personellen Probleme in der Meuselwitzer Feuerwehrspitze vorerst gelöst zu sehen. „Ich bin froh, dass es jetzt wieder normal läuft“, sagte er.

Einsatzreiches Jahr 2018

Was aber augenscheinlich sehr gut funktioniert, ist das Zusammenwirken in Ernstfällen. Und Arbeit hatten die Kameraden 2018 mehr als genug, wie die Rechenschaftsberichte zeigten. Allein die 37 aktiven Meuselwitzer Kameraden absolvierten im Vorjahr 149 Einsätze, was 60 mehr als 2017 sind. Grund seien das Sturmtief Friederike im Januar 2018 sowie ein unbekannter Brandstifter, der im Juni und Juli in der Region sein Unwesen trieb und dort auf den ausgedörrten Feldern zündelte. Weshalb in Summe auch 30 Brandeinsätze zusammen kommen.

Auch die 20 Wintersdorfer Kameraden, die meist gemeinsam mit den Meuselwitzern ausrückten, erlebten 2018 ein rekordverdächtiges Jahr: 44 Einsätze seinen so viele wie in 120 Jahren des Bestehens der Wehr nicht. Davon nahmen Brände mit 31 ebenfalls einen überdurchschnittlich hohen Stellenwert ein.

Wie arg beansprucht der Kameraden nach wie vor sind, zeigte sich auch am Freitagabend zur Versammlung: Punkt 19.25 Uhr, als Bürgermeister Udo Pick zu seinen Grußworten ansetzte, sprangen die Funkmeldeempfänger der Meuselwitzer Feuerwehrleute an und riefen die zu einem Einsatz an der Schnaudertalhalle. Keine halbe Stunde später waren aber alle wieder komplett im Saal: Eine Brandmeldeanlage hatte lediglich Fehlalarm ausgelöst.

Von Jörg Wolf

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