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Altenburg Altenburg: Lindenau-Museum sortiert seine abstrakten Werke neu
Region Altenburg Altenburg: Lindenau-Museum sortiert seine abstrakten Werke neu
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20:09 14.02.2019
Die „Nächtliche Hausfassade“ des Malers Wolfram Ebersbach ist ein abstraktes Spiel mit Perspektiven auf das Leben im Hochhaus Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Eine lebendige Verbindung zur Gegenwart zu haben, diesen Anspruch hat das Lindenau-Museum erfüllt. Im Gegensatz zu den frühitalienischen Meistern steht Wolfram Ebersbach nämlich quicklebendig und sehr geistesgegenwärtig vor seinem großformatigen Ölbild. Dunkel, quadratisch und mächtig hängt es an der Wand, „Nächtliche Hausfassade“ hat der Künstler es genannt. Mit diesem Titel zur Hand können die Betrachtenden gut deuten, was die schwarzen Kästen mit den gelb leuchtenden Lichtstreifen über die Fassade eines bewohnten Hochhauses erzählen: „Ich beschäftige mich in meiner Arbeit schon sehr lange mit dem Thema Stadt“ erläutert der in Zwickau geborene Maler, „dieses Werk ist bisher der abstrakte Höhepunkt.“

Abstrakte Malerei neu im Fokus

Es passt also gut in den neu konzipierten Raum des Lindenau-Museums: „Abstraktion nach 1960“ steht dort in grauen Lettern an der weißen Wand. Neben zwei Werken von Wolfram Ebersbach ist außerdem die Komposition klarer Formen in gedeckten Farben eines Willy Wolff zu sehen, ebenso wie Arbeiten von Gerda Lepke und Gerhard Altenbourg – bis auf eine Ausnahme sind sie alle ostdeutsche Künstler, die ihre Kunst in der DDR austarieren mussten: „Obwohl in der DDR die realistische Darstellung zum Dogma erklärt wurde, gab es nicht wenige Kunstschaffende, die sich dieser Vorgabe konsequent entzogen“, sagt dazu Benjamin Rux, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lindeau-Museum. Als Hommage an eben jene abstrakte Bewegung wurden bestehende Werke vornehmlich ostdeutscher Künstler in der Sammlung neu zusammengehängt – auch im Kontrast zu der Sammlung explizit realistischer Arbeiten gegenüber. Bereichert wurde nun das Genre „Abstraktion“ außerdem durch neu hinzugekommene Oeuvres, wie das von Ebersbach oder Schenkungen aus dem Nachlass des Leipziger Ehepaares Horlbeck.

Schenkung von über 100 Paul Eliasberg-Werken

Eine bedeutungsvolle andere Schenkung hat in diesem Raum unter dem Banner „Abstraktion nach 1960“ keinen Platz gefunden. In einem Raum nebenan werden Gemälde und Radierungen des Künstlers Paul Eliasberg (1907 -1983) gezeigt. Sie wurden dem Lindenau-Museum jüngst von der Tochter des Künstlers als Schenkung überreicht. Paul Eliasberg ist ein deutscher Maler russisch-jüdischer Herkunft. 1907 in München geboren, lebte er mit seiner Familie in den Zwanzigerjahren staatenlos in Berlin und studierte dort Kunst, ehe die Familie im aufkommenden Nationalsozialismus nach Frankreich übersiedelte. Dort realisierter er im Jahre 1924 seine erste Ausstellung an der Seite von Christian Dior. Die Werke Eliasbergs sind geprägt von seiner Freundschaft zu Paul Klee, einem Bezug zur landschaftlichen Malerei und später auch von den Strömungen der informellen Malerei.

_ Peter Elias ( 1907 – 1983) reiste viel auf den Inseln Griechenlands und verarbeitete die Eindrücke in feinen Landschaftsradierungen (Prometheus II) von 1971. Quelle: Mario Jahn

Über 100 Gemälde, Radierungen und Zeichnungen hat die Künstlertochter Danielle Eliasberg dem Altenburger Lindenau-Museum vermacht. Paul Eliasberg stand in Kontakt mit dem Altenburger Künstler Gerhard Altenbourg und hat ihn 1969 auch einmal in seiner Heimat besucht. Im Rahmen der Ausstellung „Altenbourg im Dialog“ waren bereits 2016 zur Freude seiner Tochter Werke von Paul Eliasberg im Lindenau-Museum zu sehen gewesen. „Danielle Eliasberg ist unserem Museum seitdem freundschaftlich verbunden“, sagt Museumsdirektor Roland Krischke. Auch andere Kunstmuseen in Bayreuth und Genf haben Interesse an dem Werk Eliasbergs gezeigt und wurden mit Schenkungen bedacht.

„Wir nehmen nicht alles“

Trotzdem blieben die Entscheider im Lindenau-Museum wählerisch: „Wir nehmen nicht alles, nur weil man es uns schenkt“, betonte der Museumsdirektor. Die Auswahl schließlich hat einen Fokus auf die Zwischenkriegsjahre und beschäftigt sich mit Eliasbergs Nähe zu Paul Klee, mit der künstlerischen Dokumentation seiner Reisen sowie mit der Bedeutung der turbulenten Zwischenkriegsjahre für sein Werk. Auch die Varianz und die Entwicklung von Radierungen über Landschaftsmalereien hin zu abstrakten Kompositionen in gedeckteren Farben lässt sich anhand der gezeigten Werke schön nachvollziehen. Ein anderer Aspekt aber hätte bei der Auswahl der Eliasberg-Werke und deren Positionierung gegenüber dem Nachbarraum auch seine Berechtigung gehabt: Die gedeckten Farben und aufeinander aufbauende Formen des Werkes „Porta Capuana“ erinnern doch in ihrer Komposition und Farbgebung an ein anderes, das direkt hinter dem offenen Türrahmen unter dem Label „Abstraktionen seit 1960“ zu sehen ist. Es ist aus dem Jahre

: Gedeckte Töne und klare Formkompositionen kennzeichnen diese Arbeit aus dem Jahr des Dresdner Malers Willy Wolff (1905 – 1985) von 1963 Quelle: Mario Jahn

1963, die „Komposition“ des ostdeutschen Malers Willy Wolff. „Es gibt manchmal Ähnlichkeiten, die kaum beschreibbar sind“ sagt Lutz Woitke, Vorsitzender des Förderkreises Lindenau-Museum, „und die doch daran erinnern, dass in Ost und West zu selben Zeit auch wundersam ähnliche Kunst gemacht wurde“, – eine Perspektive die, kuratorisch umgesetzt, großes Potenzial hat, eine weitere lebendige und konstruktive Verbindung in die Gegenwart zu sein.

Von Anna Flora Schade

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