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Altenburg Altenburg kassiert über 100 Millionen Euro Städtebauförderung
Region Altenburg Altenburg kassiert über 100 Millionen Euro Städtebauförderung
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18:14 24.01.2018
Für mehrere Großprojekte in der Teichstraße in Altenburg flossen bisher über zwei Millionen Euro Städtebaufördermittel.
Für mehrere Großprojekte in der Teichstraße in Altenburg flossen bisher über zwei Millionen Euro Städtebaufördermittel. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Die Stadt Altenburg hat von der Städtebauförderung in den vergangenen Jahren profitiert wie kaum eine andere Kommune in der Region. So sind nach Angaben der Stadtverwaltung seit 1991 über 100 Millionen Euro aus diesem Fördertopf in Sanierungs- und Sicherungsprojekte in der Skatstadt geflossen. Den dazu nötigen Eigenanteil schätzt Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) auf 25 bis 30 Millionen Euro. Das Gros der gigantischen Fördersumme sei aber erst ab Ende der 1990er-Jahre geflossen, erklärte die zuständige Rathausmitarbeiterin Elke Kolbe. Denn in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung sei noch nicht so viel passiert.

„Die Städtebauförderung ist die wichtigste, weil diese die Möglichkeit gibt, historische Bausubstanz mit hohen Fördersätzen zu erhalten und zu sanieren“, lobte Wolf das Instrument, an dem sich Bund und Land in der Regel zu je einem Drittel beteiligen. Den Rest muss die jeweilige Kommune selbst aufbringen. Es gibt aber auch Programme, bei denen Fördersätze von bis zu 85 Prozent möglich sind. Thematisch gibt es kaum Grenzen. „Die Städtebauförderung ragt in fast jeden Bereich hinein“, erklärte Kolbe. So seien damit Projekte privater Investoren genauso gefördert worden wie die Umgestaltung von Plätzen, Straßen oder der Beleuchtung.

„Auch wenn sich der Überblick vor allem auf die Jahre 1999 bis 2018 konzentriert, ist es kein Überblick über die OB-Periode“, schob der Mitte des Jahres scheidende Rathauschef vorschnellen Schlüssen einen Riegel vor. Anlass der Zwischenbilanz ist vielmehr die Veröffentlichung einer Broschüre über die Wirkung der Städtebaumittel in Altenburg im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Programms, die erst seit 2015 zu den Richtlinien gehört. In einer 1000er Auflage informiert das Druckwerk auf 27 Seiten nicht nur über das Wesen des Förderinstruments, sondern vor allem über die für die Skatstadt bedeutendsten Projekte der vergangenen rund 20 Jahre.

So haben etwa fünf Altenburger Schulen, die in historischen Gebäuden untergebracht sind, profitiert. Allein hierfür flossen knapp 800 000 Euro als Zuschuss von Bund und Land. Dies ermöglichte wiederum eine Gesamtinvestition von knapp drei Millionen Euro. Wie segensreich sich die Förderung ausgewirkt hat, wird insbesondere dann deutlich, wenn in der Broschüre alte und aktuelle Fotografien gegenübergestellt werden. Diese Vorher-Nachher-Effekte illustrieren beispielsweise die Entwicklung des Bereichs um den Kunstturm. Beginnend in den 1990er-Jahren gab es dort unter anderem Gelder für das historische Gebäude, die Freiflächen und später auch für die Stützmauer in der Wallstraße. In Summe kamen da knapp 2,4 Millionen Euro an Zuschüssen zusammen.

Jeweils rund 600 000 Euro Fördermittel wurden in den Bau der Kreisverkehre am Herzog-Ernst-Platz und in der Zeitzer Straße/Am Steinweg gesteckt. Einen weiteren Förderschwerpunkt bildete die Teichstraße. In mehrere Großprojekte dort sind mehr als zwei Millionen Euro geflossen. Zudem wurde die Music Hall für rund 800 000 Euro saniert, was Bund und Land mit über einer halben Million Euro bezuschussten.

Zu den Empfängern der Städtebauförderung gehört auch die Kirche. Allein für die Sanierung von Bartholomäikirche und Brüderkirche sind fast 1,5 Millionen Euro bewilligt worden. Auch die Dokumentation der Entwicklung des Quartiers rund um den Nikolaikirchhof nimmt in der Broschüre viel Raum ein. Dafür flossen knapp 600 000 Euro aus dem Bund-Länder-Programm für städtebaulichen Denkmalschutz.

„Mit dieser Übersicht wollen wir Zuversicht säen“, sagte Wolf. „Wir können stolz sein auf das, was geschehen ist.“ Das könne auf der anderen Seite aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Orte gibt, wo noch nichts passiert sei. Als Beispiel nannte der OB hierfür etwa das alte Kaufhaus in der Hillgasse. Nachdem sich bisher viel auf die Altstadt, angrenzende Bereiche und Einzeldenkmale außerhalb sowie das Umbaugebiet Altenburg-Nord konzentrierte, geht Wolf davon aus, dass künftig das Gebiet „Untere Stadt/Neue Sorge“ zu einem Schwerpunkt der Förderung wird. „Da haben wir große Probleme“, so der Rathauschef. Auch in Süd-Ost werde sich etwas tun. „Bisher ist die Bausubstanz dort fast immer erhalten geblieben.“

Von Thomas Haegeler

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