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Altenburg Altenburg legt Aufzug am Bahnhof still – Umweg für Eltern und Behinderte
Region Altenburg Altenburg legt Aufzug am Bahnhof still – Umweg für Eltern und Behinderte
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15:32 24.07.2019
Der Aufzug am Bahnhof Altenburg ist oft defekt. Deswegen legt ihn die Stadtverwaltung nun ganz still.
Der Aufzug am Bahnhof Altenburg ist oft defekt. Deswegen legt ihn die Stadtverwaltung nun ganz still. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Die Stadt Altenburg legt den Fahrstuhl am Bahnhof still. Wie die Verwaltung am Mittwoch mitteilte, entschloss man sich dazu „nach eingehender Prüfung“. Demnach erscheine ein Weiterbetrieb des in die Jahre gekommenen, störanfälligen Aufzugs zur Fußgängerbrücke aufgrund seines Alters, der Witterungsempfindlichkeit und „wiederholt mutwillig herbeigeführter Beschädigungen“ unwirtschaftlich.

Keine Funktion trotz über 20.000 Euro Kosten im Jahr

„Das wird uns nicht beliebter machen, ist aber nötig“, begründete Rathaussprecher Christian Bettels die drastische Maßnahme. „Die Treppe zur Brücke und damit die Abkürzung zwischen Leipziger Straße und Wettinerstraße kann von Fußgängern selbstverständlich weiterhin genutzt werden.“ Allerdings gelte das nicht für Gehbehinderte oder für Eltern mit Kinderwagen. Sie müssen wegen der Stilllegung des 1993 eingeweihten Fahrstuhls einige hundert Meter Umweg in Kauf nehmen und zu Fuß über Wettiner- und Kanalstraße ausweichen, um die Leipziger Straße zu erreichen.

Schon deswegen hat sich die Stadt mit der Entscheidung schwer getan. So ging der Stilllegung des Aufzugs, der aktuell wieder einmal defekt ist, „ein gewissenhafter Abwägungsprozess voraus“, ließ die Behörde weiter wissen. Ausschlaggebend seien letztlich die hohen Kosten gewesen, die ein Weiterbetrieb verursacht hätte. So schlugen im Vorjahr Reparaturen und Mängelbeseitigung mit 12 500 Euro zu Buche. Die Kosten, die aus einem Wartungsvertrag resultieren, summieren sich zudem auf circa 8500 Euro jährlich. Trotz dieser fortgesetzten finanziellen Belastung von rund 21 000 Euro pro Jahr funktioniere der Aufzug nur sporadisch, erklärte Bettels.

Stadt fehlt Geld für Neubau oder andere Alternative

Nach Angaben des Rathaussprechers wurde zudem geprüft, ob der Aufzug und der dazugehörige Schacht so hätte erneuert werden können, dass sich der Wartungsaufwand reduziert und er weniger anfällig für Vandalismus ist. „Eine Schätzung durch Experten ergab, dass die Kosten in diesem Fall bei mehr als 100 000 Euro liegen würden“, sagte Bettels. Diese Mittel seien im derzeitigen Doppelhaushalt aber nicht vorhanden. Auf Nachfrage betonte er jedoch, dass mit der Stilllegung noch keine Entscheidung über das weitere Vorgehen am Bahnhof gefallen sei. Im Sommer 2018 hatte die Stadt dort bereits Investitionsbedarf gesehen und neben einem neuen Aufzug auch den Bau einer Rampe zur Brücke ins Spiel gebracht.

Von Thomas Haegeler