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Altenburg Altenburg unterstützt Kinder im Kongo
Region Altenburg Altenburg unterstützt Kinder im Kongo
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05:21 15.01.2019
Eine Schule gibt es schon in dem Sozialprojekt „Le Palmier“ im kongolesischen Maluku nahe der Stadt Kinshasa. Nun soll ein Gesundheitszentrum mit Entbindungsstation hinzukommen.
Eine Schule gibt es schon in dem Sozialprojekt „Le Palmier“ im kongolesischen Maluku nahe der Stadt Kinshasa. Nun soll ein Gesundheitszentrum mit Entbindungsstation hinzukommen. Quelle: privat
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Altenburg

Von Altenburg ging es nach Hamburg, von dort mit einem großen Schiff durch die Nordsee und den Atlantik bis nach Marokko und am Donnerstag weiter südwärts den Atlantik hinunter. Am Montag sollen zwei 12 Meter lange Container des Altenburger Vereines „Hilfe für Menschen im Kongo" im Hafen Matadi der Demokratischen Republik Kongo einlaufen. „In den Containern befindet sich die komplette Möbeleinrichtung für alle Räume des Gesundheitszentrums", erläutert Christine Hauskeller, die Vorsitzende des Vereins. „Medizinisches Material und Medizintechnik für die allgemein medizinische Ambulanz, für die Entbindungsstation, für das Labor und die Apotheke“, all das wird für das neu entstehende Gesundheitszentrum nahe der Hauptstadt Kinshasa benötigt.

Ein neues Gesundheitszentrum

Es ist das bisher größte Projekt des engagierten Altenburger Ehepaares Hauskeller und seinem Verein. Die Hauskellers lebten selbst einige Jahre im Kongo, seit 2007 engagiert sich der Verein mit klarem christlichen Rückbezug für die sozialen Belange des Landes. So entstand das Gelände „Le Palmier“ am Ufer des Kongo-Flusses, in dem Distrikt Maluku etwa 80 Kilometer entfernt von Kinshasa. „Es ist der Versuch, Hilfsangebote für diese Bereiche existenzieller Not von Kindern und Familien zu machen“, beschreibt der Verein sein Anliegen auf der eigenen Homepage. Ein Wohnort für Mädchen und eine Grundschule sind bereits im Betrieb, die Eröffnung des Gesundheitszentrums auf demselben Gelände ist nun für den April dieses Jahres geplant. Die Kosten für den Bau beziffert Jürgen Hauskeller in seiner Funktion als Kassenwart auf 200 000 Euro.

Hohe Kosten durch den Zoll

Dieses Geld wurde durch Spenden aufgebracht und die Einrichtung einer ambulanten Poliklinik sowie einer Entbindungsstation mit einheimischem Personal geht in die letzte Etappe. Doch neben den Transportkosten der Container sorgt auch der kongolesische Zoll für erneuten Finanzbedarf: „Die kongolesische Zollbehörde ist bekannt für teure Zollabwicklungen" schreiben die Hauskellers in einer Rundmail an ihre Unterstützer. Wie hoch genau die Zollgebühren sein werden, sei noch nicht abzusehen, „es kann sich zwischen 10 000 und 15 000 US-Dollar bewegen.“ Der Verein bittet deswegen erneut um Unterstützung.

Hohe Müttersterblichkeit

In der Demokratischen Republik Kongo kommen bei 100 000 Lebendgeburten 643 Frauen zu Tode. Das Land steht damit auf Platz 10 der weltweiten Müttersterblichkeit. Jürgen Hauskeller verleiht diesen Zahlen noch einmal Nachdruck: „Wir haben erlebt, dass Kinder plötzlich ohne ihre Mutter dastanden, weil diese bei der Geburt eines weiteren Kindes verblutet war. Auch deshalb ist es unglaublich wichtig, dieses Vorhaben so schnell wie möglich in die Tat umzusetzen.“

Unter www.hilfe-im-kongo.de können weitere Informationen über die Arbeit des Vereins und Informationen zu Spendenkonten abgefragt werden.

Von Anna Flora Schade